Veranstaltungsberichte

Soziale Woche in Mar del Plata

„Papst Franziskus und das Soziale“

Von 27. bis 29 Juni organisierten die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., die Argentinische Bischofskonferenz und andere Institutionen, die Soziale Woche in Mar del Plata. Mehr als 400 Personen waren anwesend.

Monsignore Antonio Marino, Bischof der Küstenstadt, eröffnete die Konferenz mit einem Gebet für sein Heimatland. Darüber hinaus stellten Gustavo Pulti, Bürgermeister von Pueyrredón (Acción Marplatense), und Daniel Scioli, Gouverneur der Provinz Buenos Aires (Peronistische Partei), die Hauptthemen der Konferenz vor. Scioli präsentierte einige der großen sozialen Herausforderungen in Argentinien und auf der Welt: Menschenhandel, die geschlechtsbezogene Gewalt und Drogenhandel.

Das zweite Panel hieß: „Papst Franziskus und das Soziale“. Vater Adalberto Odstrcil, Exekutivsekretär der Sozialen Pastorale, eröffnete es und José Manuel de la Sota, Gouverneur der Provinz Córdoba (Peronistische Partei), betonte, dass es wichtig sei, „eine engverbündete Heimat“ zu bilden, um soziale Probleme wie Jugendarbeitslosigkeit lösen zu können. „Die Argentinier dürfen sich nicht nur zusammenschließen, um ein Tor von Messi zu feiern“, spaßte er. De la Sota sagte, er wolle „ein Land voller Arbeiter“ schaffen und dass „eine Verbesserung des Schulsystems“, die Lösung der Probleme Argentiniens sei.

Anschließend sprachen zwei Bischöfe: Monsignore Jorge Casaretto, der die Geschichte der Pastoral Social diskutierte, und Monsignore Jorge Lozano, der vier Themen der Lehre des Papstes präsentierte: „Die Armen, die Reichen, die Veränderung der Strukturen und die Freude, ein Volk zu sein“. Er sprach über die spirituelle und intellektuelle Entwicklung des Papstes und sein Leben mit den Ärmsten.

Der zweite Tag der sozialen Woche begann mit der Diskussion: “Mit der Lehre von Papst Franziskus die soziale Lage überdenken.” An diesem Morgen eröffnete Diego Fares, jesuitischer Pater, das Gespräch mit Zitaten des Papstes. Franziskus betont, man soll die Probleme mit Begeisterung und Intelligenz lösen. Der Pater hob hervor, was der Papst „den Sinn der Armen“ nennt, und nannte drei weitere wichtige Punkte: „die Straßen-Situation“, bezogen auf die Armen; „wie viel einen Backstein wiegt“, also die Arbeit, was zu einer Veränderung beiträgt; und „eine neue Denkart“, welche nötig ist, um weitermachen zu können. Nach dieser Einleitung aus einem religiösen Blickwinkel, erzählte María Eugenia Vidal, Vize-Regierungschefin von Buenos Aires (PRO Partei), über ihre Erfahrungen mit den Lehren von Papst Franziskus aus einem politischen Blickwinkel. Sie stellte drei große Herausforderungen der Politiker fest: die Notwendigkeit der Beteiligung in der Politik, die Nähe zum Nächsten: „Dass der Schmerz anderer uns ebenfalls trifft“; sowie den Dialog als die letzte Herausforderung in der Politik: ein sehr schwieriges, aber zugleich sehr wichtiges Werkzeug, um zusammen Lösungen zu finden. Vidal gab eine letzte Botschaft weiter: „Wir wollen in einer Welt leben, in der es kein reines Überleben gibt, sondern Einfügung der Wahrheit“.

Pepe Di Paola, ein Pater, der mit Bergoglio arbeitete, sprach über die Armutsviertel und die Art, wie Bergoglio diese berücksichtigte. Di Paola erzählte, dass der jetzige Papst Franziskus Buenos Aires von den gefährlichem und ungeschützten Vierteln befreien will und von der großen Wichtigkeit des Baus von Schulen, Krankenhäusern und weiteren öffentlichen Institutionen. Bergoglio betonte, dass man von den Armen lernen soll. Die Integration und Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sei sehr wichtig.

Die Senatorin der Peronistischen Partei, Liliana Negre de Alonso, erzählte in der Folge, wie Bergoglio Teil ihres Lebens und eine große Hilfe darstellt. Ein Satz des Papstes, der dabei besonders in Erinnerung blieb: „Eins plus eins ist zwei, aber eins plus Gott ist unendlich.“ Ein bisschen stärker war die Einstellung von Luis Barrionuevo, Gewerkschaftler und Leiter des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes „Azul y Blanca“. Er bezog sich auf die Gerichtssituation von Boudou. Für ihn seien Politiker für den Drogenhandel und die Korruption verantwortlich. In seiner Präsentation bat er um die Umsetzung der Lehren von Papst Franziskus – vor allem in Argentinien.

Der Tag ging mit Gruppenarbeiten zu den Themen Familie, Kinder und Senioren; Armut und integrale Entwicklung; gemeinschaftliche Beteiligung und Stärkung und Süchte und Ausschließung der Jugendlichen, weiter.

Nach einer Pause präsentierten Monsignore Jorge Lugones, Bischof von Lomas de Zamora; Monsignore Jorge Vázquez, Bischofshelfer von Lomas de Zamora; und der Ordensbruder Eduardo Agosta das Buch „Eine für alle bewohnbare Erde“. Das Hauptziel sei ein theologisches Werkzeug zu Verfügung zu stellen, das ein ökologisches Denken beinhaltet, damit die Menschen sich eine eigene Meinung dazu bilden können. Sie sprachen dabei von einer „ökologischen Krise“. Anschließend sagte Julián Domínguez, Präsident des Abgeordnetenhauses: „Der Glaube ist etwas Entscheidendes in unserem Volk, dieser gehört zu uns, die meisten Katholiken sind aus Lateinamerika und wir müssen dies berücksichtigen“, wider.

In den letzten Vorträgen mit dem Thema „Hauptherausforderungen für die integrale Entwicklung durch die Lehre von Papst Franziskus“ sprachen Experten über den Kampf gegen Armut und die Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten, um für alle ein würdiges Leben zu garantieren. Pablo Michelli, Leiter der argentinischen Arbeitszentrale, verteidigte die Idee der Vielfältigkeit der Religionen. Ihm sei es wichtig, ähnlich wie dem Papst selbst, andere Denkweisen und Glaubensrichtungen zu respektieren. Oscar Fortunato, Präsident des argentinischen Rates für Fischereibetriebe, vertrat eher eine unternehmerische Perspektive. „Wir haben nicht genügend Arbeit geschaffen, damit die Personen sich eine bessere Zukunft vorstellen können“, sagte der Unternehmer und sprach weiter: „Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, in der Personen, die sich abschotten, besser leben“. Er zitierte dabei Papst Franziskus und betonte die Wichtigkeit, die Idee des Geldes gut zu verstehen, was uns zu Dienen da sein soll und nicht, um andere zu regieren. Seine Botschaft: „Als Gesellschaft müssen wir zurück in die Arbeitswelt kehren“.

Am Samstag gab es noch einen Gottesdienst mit den Bischöfen, Patern und Teilnehmern.

Am nächsten Tag folgten Vorträge und Diskussionen über “die Kultur des Treffens als Franziskus Beitrag zum Dialog und sozialen Friedens“. Margarita Stolbizer, Abgeordnete für die Partei GEN, betonte die Tatsache, dass ein Politiker eine Person ist, die nicht aufgibt. Für sie ist es wichtig gegen die Korruption zu kämpfen. „Wir müssen mit Ethik vorgehen, das ist was Franziskus uns sagt“.

Adolfo Pérez Esquivel, Gewinner des Friedensnobelpreises im Jahr 1980, diskutierte ebenfalls und sagte, dass es „Propheten und Blutzeugen in Lateinamerika“ auf der Suche nach Frieden gibt.

Monsignore Lozano sprach die letzten Worten und bat um die Vereinigung der Jugendlichen und Senioren sowie der Reichen und Armen, um ein einiges Volk zu bilden.

Die Soziale Woche endete mit einem Gottesdienst.