Diese Untersuchung trägt zur Aufklärung dessen bei, was die Entwicklung der spezifischen Debatten zur Neuformulierung des Verfassungstextes und besonders die Streitigkeiten im Rahmen der Regelungen der Debatten, sowie die Studie über die Einflussbereiche, die Positionen der wichtigsten Akteure und das Auftreten verschiedener Dispute, Meinungsänderungen und Unsicherheiten, die den verfassungsgebenden Prozess charaterisierten, bedeuteten.
Die vollständige Reform der Verfassung lag unter der exklusiven Befugnis der verfassungsgebenden Versammlung, die gewählt worden war, um eine neue politische Ordnung auszuarbeiten, trat aber schnell in die Falle verschiedener Hindernisse, indem sie sich fälschlicherweise annahm, dass sie einen „indigenen Charakter“ sichern könnte, wobei die Mehrheit der Beteiligten weder die notwendige Bildung, noch die Intention hatte, die Gesamtheit der rationalen und demokratischen Überlegungen durchzuführen. Genau hier begannen die Missverständnisse und unilateralen Interpretationen der Ley Especial de Convocatoria a la Asamblea Constituyente, die zu zahlreichen Diskrepanzen führten.
Einerseits, erneuerte der MAS seinen Wunsch das historische Ereignis zu jener revolutionäre Referenz zu machen, die die konservativeren Strukturen der Demokratie aufbrechen würde. Andererseits, hielt die Opposition der aus den Wahlen vom 2. Juli 2006 als zweitstärkste Partei hervorgehenden Poder Democrático y Social (PODEMOS), an der “abgeleiteten Natur” der verfassungsgebenden Versammlung fest mit dem Ziel die Ley de Convocatoria als legale Zwangsjacke zu nutzen, um jeden radikalen Versuch zu verhindern und die Niederschrift einer Verfassung ohne große Veränderungen zu sichern.