Veranstaltungsberichte

Kommunales Engagement für regional angebaute und biologisch erzeugte Lebensmittel

von Felix Stahl, Mechthild Scholl

- zukunftsträchtig und wertschöpfend -

Unter anderem mittels kommunaler Ernährungsräte fördern Kommunen Aktivitäten ihrer Bürger für eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung und -beschaffung sowie umweltschonenden Konsum. Dies zahlt sich in vielfältiger Hinsicht aus.

  • Kommunen leisten mit der Unterstützung ökologischer Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Sie fördern so die Artenvielfalt in der Region und tragen zum Schutz von Böden, Wasser und Luft bei. Zudem stärken sie einen Wirtschaftszweig, der sich im Wachstum befindet.
  • Mit der Förderung der ökologischen Landwirtschaft ist gleichzeitig ein Bezug zur Regionalität der Produkte hergestellt. Regionale Produkte haben den Vorteil besonders kurzer Transportwege vom Produzenten bis zum Verbraucher, wodurch sowohl Kosten gespart als auch die Umwelt geschont wird. Auch regionale Produkte werden vom Verbraucher zunehmend nachgefragt.
  • Regionale Produkte schaffen Identität. Ihre Förderung trägt zur Beibehaltung der Einzigartigkeit heimischer Kulturlandschaften bei. Dies wiederum stärkt das Heimat- und Gemeinschaftsgefühl der Bürger und macht gleichzeitig die Region als touristisches Ziel interessant. Zudem bieten Regionalvermarktungsinitiativen eine gewissen Grad an Unabhängigkeit von globalen Verflechtungen und können Strukturschwächen einer Region durch Kooperationen ausgleichen.
  • Regionale Betriebe können nach einem der Bio-Labels arbeiten, müssen dies aber nicht. Dann erscheint es sinnvoll, solche Betriebe zu unterstützen, die andere Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen, die also beispielsweise mit dem Tierschutzlabel arbeiten oder fair gehandelte Produkte weiterverarbeiten. Besonders traditionsreiche Weiterverarbeitungsbetriebe, die schon lange in der Region verwurzelt sind, z.B. Kaffeeröstereien oder Schokoladenfabriken, können mit Rohstoffen aus fairem Handel eine „globale Regionalität“ fördern. Denn faire Produkte werden meist nach Biostandards angebaut und helfen den Menschen vor Ort, z.B. in Afrika oder Lateinamerika, in ihren Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Besonders innerhalb von Großstädten, wo in der Regel weniger Grünflächen zur Verfügung stehen, ist es sinnvoll, Urban-Gardening-Aktivitäten oder Initiativen nach Art der „Essbaren Stadt“ zu fördern. Dies schafft neue Lebensräume und begünstigt die Artenvielfalt im städtischen Verdichtungsraum. Es entstehen multifunktionale, gemeinschaftlich bewirtschaftete und identitätsstiftende Grünflächen.