An der Podiumsdiskussion nahmen 30 weibliche Führungspersönlichkeiten, Vertreterinnen der Zivilgesellschaft, Aktivistinnen und politisch interessierte Frauen teil. Darüber hinaus waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche der Yarmouk-Universität anwesend. Den Vorsitz der Veranstaltung führte Professor Ruba Bataineh, Vizepräsidentin der Yarmouk-Universität. Zu den weiteren Podiumsgästen gehörten Dr. Batoul Al Muhaisen, Direktorin des Princess Basma Centers, Hala Al Jarrah, stellvertretende Sprecherin des jordanischen Abgeordnetenhauses, sowie Jamal Abu Obeid, Vorsitzender des Gemeindekomitees von Ramtha. Ebenfalls auf dem Podium saßen Ali Fayyad, Geschäftsführer von Partners Jordan, und Luna Obeidat, Expertin für Reformen und Entwicklung im öffentlichen Sektor. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Tariq Al Nasser, stellvertretender Direktor des Princess Basma Centers.
In ihrer Eröffnungsrede betonte Professor Bataineh, dass die Stärkung von Frauen in der kommunalen Politik und Verwaltung längst keine Option mehr sei, sondern „eine grundlegende Voraussetzung für eine ausgewogene Vertretung und eine leistungsfähige Verwaltung“. Die Diskussion über Kommunalverwaltung sei zugleich eine Diskussion über Entwicklung, die das tägliche Leben der Menschen unmittelbar betreffe. Jordanische Frauen hätten ihre Führungsqualitäten und ihren positiven Beitrag auf kommunaler Ebene bereits vielfach unter Beweis gestellt.
Professor Bataineh erklärte weiter, dass die Yarmouk-Universität mit dem Princess Basma Center for Jordanian Women’s Studies und in Partnerschaft mit der Konrad-Adenauer-Stiftung den Schritt von bloßer „Repräsentation“ hin zu tatsächlichem Einfluss fördern wolle. Die eigentliche Herausforderung bestehe heute darin, strukturelle und kulturelle Hindernisse abzubauen, die die Mitwirkung von Frauen weiterhin einschränken könnten.
Professor Bataineh hob hervor, dass praktische Handlungsempfehlungen entwickelt werden müssten, die zentrale Fragen beantworten: Was wurde bereits erreicht? Welche Herausforderungen bestehen weiterhin? Und wie gelingt der Übergang von gesetzlicher Gleichstellung zu einer umfassenden institutionellen und gesellschaftlichen Teilhabe im Einklang mit den Modernisierungs- und Entwicklungsinitiativen von König Abdullah II. und Kronprinz Hussein? Ziel der Veranstaltung sei es nicht nur, diese Fragen aufzuwerfen, sondern auch einen geschützten Raum für kritisches Nachdenken und den Austausch zwischen den Generationen zu schaffen. Gleichzeitig sollten die Erfahrungen von Fachleuten aus der Politik und Kommunalverwaltung und dem Engagement für Frauen sichtbar gemacht und ihre Rolle als Mitgestalterinnen der Zukunft hervorgehoben werden.
Dr. Batoul Al Muhaisen, Direktorin des Princess Basma Centers, erklärte in ihrem Beitrag, dass die Herausforderungen im Bereich der politischen Teilhabe von Frauen auf der kommunalen Ebene nur durch einen gemeinsamen Ansatz bewältigt werden könnten, der wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen verbindet. Das Zentrum sei überzeugt, dass die Stärkung von Frauen untrennbar mit der Stärkung der Gesellschaft insgesamt verbunden sei und dass Investitionen in das gesellschaftliche Bewusstsein zugleich Investitionen in Stabilität und Fortschritt seien.
Die Podiumsgäste und Teilnehmerinnen diskutierten verschiedene Aspekte der Rolle von Frauen in der kommunalen Politik und Verwaltung, die als wesentliche Grundlage für eine umfassende Entwicklung und eine an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientierte Entscheidungsfindung gilt. Sie verwiesen darauf, dass die gesetzlichen Reformen in Jordanien Frauen mehr Möglichkeiten eröffnet hätten, Führungsaufgaben auf kommunaler Ebene zu übernehmen. Dies habe sich positiv auf die kommunale Planung und die Berücksichtigung der Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ausgewirkt. Zugleich betonten sie die Bedeutung unterstützender politischer Maßnahmen und langfristiger Qualifizierungsprogramme, um die Präsenz und Wirksamkeit von Frauen in der Kommunalverwaltung weiter auszubauen, die Grundsätze guter Regierungsführung zu stärken und zu einer ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung beizutragen.