Veranstaltungsberichte

Religion und Rechtsstaat im Nahen Osten

Gemeinsamkeiten hervorheben – Unterschiede respektieren. In diesem Tenor eröffnete SKH Prinz El Hassan bin Talal die internationale Konferenz „Religion und Rechtsstaat im Nahen Osten“ vom 27. bis 28. Februar 2008 in Amman. Zum Auftakt sprachen darüber hinaus Kamal Nasser, Jordaniens Minister für politische Entwicklung, und Frank Spengler, stellv. Hauptabteilungsleiter Internationale Zusammenarbeit der KAS. SKH Prinz Hassan hob in seiner Eröffnungsrede hervor, dass die „Kultur des Hasses“ der Extremisten auf einer Ablehnung jeder etablierten Ordnung beruhe.

Zu der Konferenz des KAS Regionalprogramms Nahost/Mittelmeer und des Royal Institute for Inter-Faith Studies kamen eine Vielzahl renommierter Fachleute aus Europa und der gesamten Nahost-Region nach Amman. Unter den Teilnehmern der Konferenz wurden Themen des interreligiösen Dialogs und der Auswirkungen von Religion auf die Rechtsstaatlichkeit lebhaft diskutiert. Beispiele aus unterschiedlichen Ländern der Nahost/Mittelmeer-Region standen dabei im Mittelpunkt - vom Iran bis zur Türkei.

http://www.kas.de/upload/auslandshomepages/amman/amman_02-27-2008_450.jpg
Eröffnen die Konferenz: Dr. Hardy Ostry, KAS; SKH Prinz El Hassan bin Talal; Minister Kamal Nasser; Frank Spengler, KAS

Im Vorfeld der Konferenz informierte sich der stellv. Hauptabteilungsleiter Internationale Zusammenarbeit der KAS, Frank Spengler, in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten über die Arbeit der Stiftung und die Möglichkeiten der Rechtsstaatsförderung in der Region. Daneben führte er Gespräche mit politischen Akteuren über die Zukunft des Nahost-Friedensprozesses. Spengler sprach unter anderem mit dem palästinensischen Außenminister Riad al-Malki über die Aussichten, noch in 2008 den Rahmen für eine dauerhafte Zwei-Staaten-Lösung zu schaffen. Deutschlands Möglichkeiten zur Vermittlung in diesem Rahmen wurden diskutiert. In Israel sprach Spengler mit dem Integrationsminister Jakov Edery und wurde von der Präsidentin der Knesset, Dalia Itzik, offiziell im Plenum begrüßt. Itzik würdigte die Arbeit der KAS insbesondere vor dem Hintergrund des 60jährigen Jubiläums Israels.

Im Rahmen ihrer gesamtregionalen Ausrichtung leistet die Konrad-Adenauer-Stiftung durch ihre gezielten Projekte in den Bereichen Rechtsstaat, politische Bildung und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen einen wesentlichen Beitrag zu Entwicklung und Konfliktlösung im Nahen Osten. In verschiedenen Gesprächen mit den Partnern der KAS aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sagte Spengler die Fortsetzung dieser Zusammenarbeit gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Situation zu.

Im Anschluss an die Konferenz in Amman trafen sich die Auslandsmitarbeiter der KAS in der Region, um über die weitere Arbeit der Stiftung im Bereich Rechtsstaat im Nahen Osten zu diskutieren.