Zu dieser Veranstaltung waren die Senatoren Martha Cecilia López, Martha Lucía Ramírez, Gustavo Petro und der Präsident des Kongresses, Hernán Andrade eingeladen. Als Moderator fungierte Guillermo Perry, ehemaliger Minister und Mitarbeiter von Fedesarrollo sowie die Direktorin des ICP, Marcela Prieto Botero. In dieser Debatte sollten die Fortschritte und Rückschläge der Gesetzgebungsagenda 2008 analysiert werden, die zahlreiche Unvereinbarkeiten aufzuweisen hatte. Grund dafür war eine regelrechte Lähmung des Kongresses, wodurch einige für die sozialwirtschaftliche Entwicklung des Landes wichtige Gesetzgebungsprojekte nicht verwirklicht wurden.
Dr. Guillermo Perry erinnerte an eine ähnliche Debatte, die das ICP und Fedesarrollo zu Beginn der Legislaturperiode 2008-2009 durchgeführt haben, über den Stand der wichtigsten wirtschaftspolitischen Projekte, die damals im Kongress anstanden. Es wurden die negativen Resultate im Gesetzgebungsprozess analysiert, da die kolumbianische Wirtschaft sich in den Vorjahren in einem Aufschwung befand. Perry wies darauf hin, dass diese Indifferenz gegenüber solchen Projekten aufhören muss und die politischen Untersuchungen aus dem Jahr 2007 reformiert werden müssen ebenso wie die Problematik der institutionellen Angleichung und die Gesetzeslücken in sozialen Themen, die das Jahr 2008 hinterlassen hat. Ausserdem müsse an der Entwicklung wichtiger struktureller Reformen gearbeitet werden vor allem im Hinblick auf die juristische Sicherheit und die Agrarreform.
Diese Situation wurde von den Santorinnen Martha Cecilia López und Martha Lucía Ramírez angesprochen, die sich sehr besorgt darüber zeigten, dass von 384 Gesetzesinitiativen nur 80 verwirklicht wurden. Ausserdem dürfe die Regierung keine Projekte zulassen, die nicht die formellen Anforderungen erfüllen, wie zum Beispiel die Justizreform.
Diese Gesetzgebungskrise hat Projekte wie die politische Reform, die schon lange hätte verabschiedet werden müssen, in den Hintergrund gedrängt. Die Konzentration auf Projekte wie das Referendum, der Fall der sog. „Pyramiden“ und nun die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen 2010 sowie die mögliche Wiederwahl des Präsidenten Uribe, haben die Effizienz des Kongresses stark vermindert.
Die beiden Senatorinnen hoben hervor, wie wichtig es sei, die Institution aus ihrer Trägheit herauszuholen und Fehler zu beheben, wie zum Beispiel das Problem der Fraktionen, die die Parteien unterstützen sollten, um die Gesetzesvorhaben voran zu bringen. Der Senator Gustavo Petro hob die Notwendigkeit von Gesetzen hervor, die das Wirtschaftssystem Kolumbiens stärken, damit das Land auf die aktuelle Finanzkrise vorbereitet sei. Abschliessend präsentierte der Präsident des Kongresses, Hernán Andrade, am Beispiel einiger verabschiedeter Gesetze die Arbeit des Kongresses. Er zeigte aber auch seine Bereitschaft, die nötigen Änderungen vorzunehmen, um eine hocheffiziente Institution zu schaffen.