Einzeltitel

"Europa geht es besser, wenn die Länder Südosteuropas schnell in bestehende Strukturen integriert werden"

von Christian Spahr

Medienexperte Christian Spahr im Interview mit Inforadio

Die europäischen Errungenschaften erschöpften sich nicht in offenen Grenzen zwischen den Ländern, sondern zeigten sich auch auf gesellschaftlicher Ebene, etwa in Form einer ausgeprägten Medienlandschaft, die Politik kontrolliert und erklärt, sagt Christian Spahr im Interview mit Inforadio. Seine Aufgabe sehe er darin, den Transformationsprozess der Länder Südosteuropas zu begleiten, Experten zusammenzubringen und deutsche Erfahrungen in den Dialog einzubringen, so der Leiter des Medienprogramms Südosteuropas der Konrad-Adenauer-Stiftung.

"Südosteuropa ist eine hybride und interessante Region, wo einige Länder schon Mitglied der EU sind und andere darauf warten, Mitglied zu werden. Im Zuge dieses Transformationsprozesses bei der Demokratisierung ist zum einen der funktionierende Rechtsstaat wichtig und zum anderen aber auch die Medienlandschaft", sagt Christian Spahr. Das heißt, es müsse Medien geben, die ihre Kontrollfunktion und ihre Erklärungsfunktion für Politik ernst nehmen. "Das wollen wir begleiten."

Auch in Deutschland habe die Demokratieentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg eine Weile gedauert und sei durch Hilfe der USA und anderer begleitet worden. "Wir sagen heute auch nicht, hier ist ein Rezept aus Deutschland, das in allen Ländern Südosteuropas angewandt werden muss, aber wir geben Anregungen, wenn es etwa um Mediengesetzgebung, Journalistenausbildung oder Selbstregulierung geht." Neben der Weitergabe eigener Erfahrungen sei ihm vor allem auch der Erfahrungsaustausch zwischen den Ländern Südosteuropas wichtig, die sich oftmals ähnlicher seien, als sie denken und mit den gleichen Problemen zu kämpfen hätten. "Da ist es sinnvoll, wenn wir als regionales Programm, das zehn Länder umfasst, Experten aus der Region zusammenbringen."

Neben dem Austausch wirkten politische Stiftungen im Ausland, wie die Konrad-Adenauer-Stiftung, vor allem durch gedruckte Publikationen und Online-Präsenz. "Bislang ist das in erster Linie über die Homepage der Konrad-Adenauer-Stiftung, wo man etwa politische Analysen und Materialien findet und wo wir auch Experten aus der Region zu Veranstaltungen einladen", so Spahr. Das Ziel sei jedoch, mittelfristig eine Plattform zu schaffen, die für alle Medienexperten und Journalisten in der Region als Orientierung diene und wo man auf einen Klick Informationen zur Medienlandschaft der einzelnen Länder, einen Terminkalender mit Konferenzen und so etwas wie Toolkits oder Handreichungen für Journalisten finde.

Das komplette Interview mit Christian Spahr finden Sie hier (externer Link).