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Konrad-Adenauer-Stiftung veröffentlicht Demokratie-Index Lateinamerika 2011

Eine multimediale Zeitreise im Dokulive-Format

Details

Anlässlich des 50. Todestages Konrad Adenauers luden das Politische Bildungsforum Thüringen und die Point Alpha Stiftung zu einer multimedialen Präsentation über das Leben des Staatsmannes ein. Diese wurde von Ingo Espenschied, Politologe und Journalist, präsentiert und beleuchtete das bewegte Leben Adenauers.

Nach einem Grußwort der Direktorin der Point Alpha Stiftung, Ricarda Steinbach, hieß auch Daniel Braun, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Politischen Bildungsforums Thüringen, die Gäste herzlich willkommen.

Jurastudium und Kölner Oberbürgermeister

Mit hilfe vieler Bilder und einzelner Videoausschnitte referierte Espenschied zu den wichtigsten Ereignissen im Leben Adenauers.

Konrad Adenauer wurde am 05. Januar 1876 in Köln geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Bis zum Abitur besuchte er das humanistische Apostelgymnasium in Köln. Nachdem der junge Konrad Adenauer von 1894 bis 1897 Rechtswissenschaften in Freiburg im Breisgau, München und Bonn studiert hatte und am Ende sein juristisches Staatsexamen ablegte, trat er 1906 der katholischen Zentrumspartei bei. Elf Jahre später wurde Adenauer Oberbürgermeister von Köln und behielt dieses Amt bis zu seiner Amtsenthebung durch die Nazis inne. In dieser Zeit realisierte er diverse Projekte wie die Neugründung der Universität zu Köln, die Erweiterung des Rheinhafens und andere.

Nationalsozialismus und Parlamentarischer Rat

Eine Begebenheit, welche die Antipathie Konrad Adenauers gegenüber Hitler verdeutlicht, ist nach Espenschied ein Moment im Jahre 1933, als Adenauer Hitler in Köln empfangen sollte. Nachdem er die Hakenkreuzfahnen auf einzelnen Gebäuden entfernen ließ weigerte er sich später, Hitler am Flughaben zu begrüßen. Zum Ende des Naziregimes wird Adenauer von der Gestapo mehrere Monate festgehalten.

1948 wurde Adenauer zum Präsidenten des Parlamentarischen Rates gewählt und nahm so Teil an der Schaffung eines neuen Grundgesetztes für die BRD.

Bundeskanzler und Westintegration

Am 15. September 1949 wurde Konrad Adenauer mit 73 Jahren zum Bundeskanzler gewählt. Dieses Amt hatte er für 14 Jahre inne und legte in dieser Zeit durch die Westintegration besondere Schwerpunkte in seiner Politik. Hauptinhalte waren hier zum einen die Westbindung der BRD was sicherheitspolitische Gesichtspunkte anging, zum anderen die Westintegration selbst, welche die Einigung mit den westlich orientierten Regierungen in Europa zum Ziel hatte. An dieser Stelle erwähnt Espenschied besonders die Grundsteinlegung für die Europäische Union mit der Montanunion im Jahr 1951, der Unterzeichnung der Römischen Verträge 1957 und den großen Beitrag zur Aussöhnung und Freundschaft mit dem ehemaligen „Erbfeind“ Frankreich, der mit der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages 1963 erfolgte.

Das Vermächtnis Adenauers

Am Ende seines Vortrages formuliert Espenschied einige wichtige Aspekte, welche für uns heute noch wichtig sind, wenn wir über Adenauers Vermächtnis nachdenken. Zum Einen ist es die Westbindung, außerdem die soziale Marktwirtschaft und zum anderen die guten Beziehungen zu Frankreich und der Beginn der Aussöhnung mit Israel.

Diskussion

Das anschließende Gespräch zwischen Ricarda Steinbach und Ingo Espenschied wurde auch für das Publikum geöffnet und die Gäste konnten Fragen stellen oder Anmerkungen machen. Unter anderem wurde nachgefragt, ob es in unserer heutigen Zeit an starken Persönlichkeiten mit klaren Worten mangele. Espenschieds Antwort hierauf war die Forderung nach jemandem, der zwar Visionen hat, diese jedoch mit einem gesunden Pragmatismus vereinen solle, ganz nach dem Vorbild Adenauers.

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Publikation

Demokratie-Index Lateinamerika 2011: Indice de Desarrollo Democrático Latinoamericano (IDD-Lat)
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