Die Einweihung wurde von Hans-Hartwig Blomeier, Repräsentant der KAS in Mexiko, geleitet, der betonte, dass Ergebnisse wie die des mexikanischen demokratischen Entwicklungsindex (IDD-MEX) 2024 nicht als Medaille oder Medieninput gesehen werden sollten, sondern als ein Instrument, das zeige, dass "die perfekte Demokratie nicht existiert". Aus dieser Perspektive betonte Blomeier, dass es nicht ausreiche, wählen zu gehen, sondern auch, um bürgerliche Pflichten zu erfüllen und demokratische Kultur aus dem Alltag heraus zu stärken. Marcos del Rosario Rodríguez, Direktor der Abteilung für sozialpolitische und rechtliche Studien des ITESO, betonte, dass in diesem Raum "wir zielgerichtet zuhören, debattieren und lernen; Unsere Schülerinnen und Schüler nehmen dank unserer engen Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Mexiko-Stiftung an einem Raum des Dialogs und der Reflexion über Demokratie teil."
In diesem Sinne stellte Juan Pablo Campos González, Projektleiter des Themenbereichs Rechtsstaatlichkeit der KAS, eine provokative Frage, um den Dialog mit den Studierenden zu eröffnen: Erleben wir den schlimmsten Moment der Demokratie oder vielleicht den besten? Die Antworten waren nicht schlüssig, aber sie waren aufschlussreich: In einem stark polarisierten Kontext wurde deutlich, dass sich viele junge Menschen im heutigen öffentlichen Raum nicht repräsentiert fühlen.
Eine der eindringlichsten Botschaften des Treffens war die Notwendigkeit, die Rolle der jungen Menschen zu überdenken. "Warum sollte man vorsichtig mit dem Wort Träumer sein?", fragte ein Teilnehmer. "Von einer anderen Demokratie zu träumen, impliziert keine Naivität, sondern eine kritische Sicht auf die aktuellen Strukturen." Die Studierenden betonten, dass es ohne soziale Gerechtigkeit, menschenwürdigen Wohnraum und faire Renten keinen Wohlstand gibt und dass es neben dem Fordern auch notwendig ist, zu handeln und Teil der Transformation zu sein.
Das Forum wurde mit den Student Dialogues fortgesetzt, einer horizontalen Übung des Gedankenaustauschs. Unter den angesprochenen Themen kristallisierten sich zentrale Bedenken heraus:
Rund um die Arbeit:
- Reduzieren Sie die Arbeitszeit, ohne die Produktivität zu beeinträchtigen.
- Priorisieren Sie die Lebensqualität durch bessere Arbeitsleistungen.
Zur Migration:
- Die Kriminalisierung von Menschen auf der Durchreise rückgängig machen.
- Die Rolle Mexikos als Aufnahmeland anerkennen und die Würde der Auswanderer schützen.
- Um den schmalen Grat zwischen Autorität und Kriminalität in bestimmten Regionen des Landes zu hinterfragen.
Was die Demokratie betrifft:
- Soziale Netzwerke sollten den direkten Kontakt mit den Bürgern nicht ersetzen.
- Demokratie wird nicht mit Klicks oder Algorithmen aufgebaut.
- Wir müssen aufhören, Gewalt zu normalisieren, und uns mit ihren strukturellen Ursachen befassen.
- Dissens kann ein legitimer Weg sein, um einen Konsens zu finden.
Die Teilnahme von Pedro Palomar Kuri, Mónica Minerva, Contreras Rodríguez und Raquel Johannsen bereicherte die Debatte mit kritischen und engagierten Positionen.
Über die akademische Analyse hinaus bot das Forum auch einen Raum für kollektives Bauen. Einige Studenten äußerten, dass diese Art von Treffen "mehr bereichert als ein traditionelles Forum", da sie es ihnen ermöglicht, verschiedene Perspektiven anzuhören und zu verstehen, dass "die Realität nicht schwarz oder weiß ist, sondern auch Nuancen gibt".
In seiner Abschlussbotschaft lud Campos González die Jugendlichen ein, sich auf "andere Zeiten" vorzubereiten, die neue Wege des Regierens und des demokratischen Widerstands erfordern. Er räumte ein, dass in der Zeit des demokratischen Übergangs in Mexiko Fehler bei der demokratischen Entwicklung gemacht worden seien, versicherte aber auch, dass es immer noch möglich sei, den Kurs zu korrigieren: "Die Rolle der Jugend ist von grundlegender Bedeutung. Von diesem Graben aus können wir mit der Hoffnung dazu beitragen, es noch viel besser zu machen."