„Es freut mich zu sehen, dass sich junge Menschen für Demokratie interessieren und dass sich ihre Wahrnehmung verändert. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, eine bessere Gesellschaft aufzubauen – als informierte Bürgerinnen und Bürger, die sich der politischen Entscheidungen bewusst sind“, erklärte Lydia Nava, Rektorin der Universidad Vasco de Quiroga (UVAQ), bei der Eröffnung einer weiteren Etappe der Demokratietour in Michoacán.
Der Bundesstaat Michoacán steht vor großen Herausforderungen im Hinblick auf seine demokratische Entwicklung. Laut dem Demokratie-Entwicklungsindex Mexikos (IDD-Mex) 2024 wurde Michoacán von der Kategorie „niedrige demokratische Entwicklung“ zurückgestuft und erneut in die Gruppe der Bundesstaaten mit minimaler demokratischer Entwicklung aufgenommen – eine Einstufung, in der sich der Staat bereits in früheren Jahren befand. Der Index, der Kriterien wie Bürgerrechte, institutionelle Qualität, politische Teilhabe und soziale Entwicklung berücksichtigt, zeigt eine Realität auf, die dringend politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit erfordert.
Während der Veranstaltung betonte Juan Pablo Campos, Projektleiter für Rechtsstaatlichkeit bei der Konrad-Adenauer-Stiftung Mexiko, dass der IDD-Mex nicht als Wettbewerbsranking verstanden werden sollte, sondern als soziales Gut, das Analyse, Entscheidungsfindung und aktive Bürgerschaft ermöglicht. „Es handelt sich nicht um eine Medaillenliste, sondern um ein Instrument, um eine verantwortungsvolle und informierte Bürgerschaft aufzubauen, die nicht bloß zuschaut“, so Campos.
Die teilnehmenden Studierenden trugen mit reflektierten Meinungen zu einem offenen Dialog über die Zukunft der Demokratie bei. Sie erklärten unter anderem: „Wir müssen Räume für Dialog schaffen“, „Ich wünsche mir Politiker, die mich wirklich repräsentieren“, „Man sollte informiert wählen“ und „Demokratie ist ein sensibles Thema“. Diese Aussagen spiegeln ein wachsendes Bewusstsein junger Menschen wider, das auf Vertrauen, Repräsentation und politische Verantwortung abzielt.
In einem Bundesstaat, dessen demokratische Indikatoren Rückschritte aufweisen, ist das Engagement junger Menschen ein hoffnungsvolles Signal. Wie mehrfach betont wurde, ist Demokratie ein kontinuierlicher Prozess, der auf informierter Beteiligung und gemeinschaftlicher Lösungsorientierung beruht – nicht nur zum eigenen Vorteil, sondern zum Wohl der gesamten Gesellschaft.