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Das Haus der Migranten in Tijuana

Ein sicherer Ort, der Migranten verschiedener Nationalitäten angesichts humanitärer und struktureller Herausforderungen an der Nordgrenze Unterkunft, Ausbildung und Beratung bietet.

Das Haus der Migranten in Tijuana bietet Menschen auf der Flucht menschenwürdige Pflege, rechtliche Begleitung und Integrationsinstrumente. Ein Beispiel für gelebtes soziales Engagement.

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Jenseits von Statistik und Diskursen wird Migration gelebt. Und in der Casa del Migrante in Tijuana finden Hunderte von Menschen inmitten von Verkehr, Warten und Ungewissheit Halt.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung in Mexiko würdigt die Arbeit von Räumen wie der Casa del Migrante in Tijuana, die auf direkte und humane Weise auf die Herausforderungen reagieren, mit denen Menschen in Mobilitätssituationen konfrontiert sind. Diese Einrichtung empfängt täglich Migrantinnen und Migranten aus verschiedenen Ländern und Kontexten und bietet eine umfassende Betreuung mit dem Fokus auf Würde, Sicherheit und die Schaffung von Chancen.

Vom Eingang an spiegelt das Haus seine multikulturelle Berufung wider: Die Regeln des Zusammenlebens sind auf Spanisch, Englisch und anderen Sprachen verfasst. Diese Pluralität spiegelt die aktuelle Realität der Migrationsströme wider. Es sind nicht mehr nur Mexikaner, die die nördliche Grenze überqueren wollen, sondern eine Vielzahl von Nationalitäten – Venezolaner, Haitianer, Menschen vom afrikanischen Kontinent und andere – die mit neuen Hindernissen konfrontiert sind, um bessere Lebensbedingungen zu erhalten.

Die aktuelle Zahl von 49 untergebrachten Personen steht im Gegensatz zu den Zahlen der Vorjahre. Die Komplexität des Phänomens bleibt jedoch bestehen. Seit dem 20. Januar 2025, mit der Verschärfung der Einwanderungspolitik in den Vereinigten Staaten, hat die Stadt Tijuana eine neue Rolle übernommen: Von einem Transitpunkt ist sie für viele zu einem vorübergehenden Ziel geworden. Für manche sogar endgültig.

Das Haus bietet grundlegende Dienstleistungen wie Verpflegung, Unterkunft, Begleitung bei Einwanderungsverfahren und schulischer Wiedereingliederung sowie Beratung bei der Eingliederung in Unternehmen des tertiären Sektors. Darüber hinaus unterrichtet sie Workshops mit einer Dauer von sechs Wochen in Bereichen wie Elektrizität, Grundkenntnissen in Englisch, Excel, Barista und Arrangements mit Luftballons. Diese Ausbildung zielt darauf ab, Migranten echte Werkzeuge an die Hand zu geben, um sich produktiv zu integrieren oder selbstständig zu handeln.

Die Herausforderungen sind jedoch erheblich. Im ersten Quartal des Jahres wurden Gehaltskürzungen aufgrund des Entzugs der finanziellen Unterstützung gemeldet. Obwohl die Unterstützung von Bürgern und Unternehmen weiterhin in Form von Sachleistungen erfolgt, ist der Bedarf an konstanten wirtschaftlichen Ressourcen eine dringende Realität.

Ein weiterer kritischer Punkt ist das Risiko, dem Migranten durch das organisierte Verbrechen ausgesetzt sind. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen der Grenzübertritt bis zu 15.000 Dollar kosten kann. Diese Situation stellt nicht nur eine unerträgliche wirtschaftliche Belastung dar, sondern gefährdet auch ihre körperliche und seelische Unversehrtheit.

Bei der KAS Mexiko sehen wir die Arbeit der Casa del Migrante als direkten Aufruf zum Handeln: Wie können wir die Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Privatsektor und öffentlichen Institutionen stärken, um nachhaltige Lösungen anzubieten? Sind wir bereit, uns angesichts einer Krise, die nicht allein durch Außenpolitik bewältigt werden kann, aktiv zu engagieren?

Migration erfordert verantwortungsvolle, humane und koordinierte Reaktionen. Gleichgültigkeit darf keine Option sein.

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Kontakt Maximilian Strobel
Maximilian Strobel
Referent Recht und Globale Ordnung
maximilian.strobel@kas.de

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