Veranstaltungsberichte

„Der GermanDream ist für alle, die in Freiheit leben wollen“

von Julia Rieger

Lesung und Diskussion mit Düzen Tekkal

Wie wollen wir als Gesellschaft zusammenleben? Mit dieser Frage hat sich die Journalistin, Autorin und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal in ihrem Buch „#GermanDream. Wie wir ein besseres Deutschland schaffen“ beschäftigt. Bei einer digitalen Lesung stellt sie einige Auszüge aus dem Buch vor und diskutiert mit den Zuschauerinnen und Zuschauern.

In ihrem Grußwort spricht Simone Habig, die Leiterin des Regionalbüros Rheinland, die vielen Perspektiven des Zusammenlebens an: „Auf die Frage, wie wir zusammen leben wollen, hat wahrscheinlich jeder Einzelne von Ihnen eine ganz andere Antwort, doch sie werden alle eine Gemeinsamkeit haben: Sie stützt sich auf die Werte, die in unserer Verfassung festgeschrieben sind.“ Diese gemeinsame Basis ist auch für Düzen Tekkal sehr wichtig: Sie plädiert für eine neue Art von Verfassungspatriotismus. Es müsse beides möglich sein – zurück und nach vorne zu schauen: „Aus der stets wachgehaltenen Erinnerung an die Vergangenheit entsteht eine Verantwortung, sich dafür einzusetzen, dass jeder Mensch ohne Angst leben kann.“

„Demokratische Werte gegen alle verteidigen, die sie abschaffen wollen“

Tekkal liest aus einem Kapitel in ihrem Buch und beschreibt, warum sie die von ihr mitgegründete Bildungsinitiative „GermanDream“ so genannt hat: „Ich wollte der ‚German Angst‘ einen positiven Begriff an die Seite stellen.“ Außerdem sei es wichtig, Träume zu entwickeln und zu verfolgen: „Wir dürfen die Bindungskraft von Träumen nicht unterschätzen.“ Der GermanDream sei für jeden, der in Freiheit leben möchte: „Die Grenzen verlaufen nur zwischen denen, die demokratische Werte annehmen und denen, die sie abschaffen wollen.“ Teil einer Gesellschaft zu sein ist laut Tekkal aber auch mehr, als sich an Normen zu halten – es brauche eine emotionale Verbindung.

„Ein wirklicher Dialog braucht Raum für Spontanität“

Diese Verbindung schafft die Bildungsinitiative durch Wertebotschafterinnen und Wertebotschafter, die mit Schulklassen in einen Wertedialog gehen. In einem weiteren Kapitel berichtet Tekkal von den Erfahrungen verschiedenster Botschafterinnen und Botschafter. Wichtig sei es, dass die Begegnungen auf Augenhöhe stattfinden und schwierige Themen diskutiert werden: „Die Jugendlichen haben ein Recht darauf, dass wir sie nicht in Watte packen.“ Durch ihre Arbeit will Tekkal Jugendliche dazu motivieren, selbst aktiv zu werden: „Wenn euch etwas stört, könnt ihr daran arbeiten.“ Das biete zwar Konfrontationsfläche, sagt Tekkal, „aber die Angst wird nicht kleiner, wenn man Herausforderungen ausweicht.“ Der GermanDream bedeute, sich von Niederlagen nicht klein machen zu lassen.

Role Models sichtbar machen

In der anschließenden Diskussion geht es um die Arbeit mit Jugendlichen. Tekkal hält es für wichtig, sich mit den großen Identitätsfragen der Jugendlichen auseinanderzusetzen, da sonst leere Räume entstehen, die von Extremisten ausgenutzt werden können. Es sei wichtig, den Jugendlichen transparent zu machen, dass sie viel schaffen können – anhand der verschiedenen Wege der Wertebotschafterinnen und Wertebotschafter: „Wir dürfen die Menschen nicht mit unerreichbaren Heldengeschichten konfrontieren.“ Eine Zuschauerin erzählt von ihrer eigenen Lebensgeschichte und dass sie immer wieder Diskriminierung erlebe. Tekkal erzählt, dass sie diese Erfahrung teile – daraus sei bei ihr eine „Jetzt erst recht“- Mentalität entstanden. Die vielfältige Gesellschaft sei mitten in einem Prozess. Deswegen sei es wichtig, dass ein Austausch in der Gesellschaft über die Werte entstehe – und zwar auf Augenhöhe: „Dafür brauchen wir eine mutige, laute Zivilgesellschaft, die sich auf die richtige Seite stellt.“

Ansprechpartner

Simone Gerhards

Simone Gerhards Passfoto

Leiterin Regionalbüro Rheinland, Politisches Bildungsforum NRW

Simone.Habig@kas.de +49 211 8368056-0 +49 211 8368056-9
Ansprechpartner

Frauke Kracht

Kracht-Homepage

Sachbearbeiterin Regionalbüro Rheinland, Politisches Bildungsforum NRW

frauke.kracht@kas.de 0211 8368056 - 7 0211 8368056 - 9

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.