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Veranstaltungsberichte

Abschlussseminar des Sur-Place-Stipendienprogramms 2025/2026

Ukraine auf dem Weg in die EU: Internationale Zusammenarbeit für die europäische Zukunft

Vom 10. bis 12. Juli 2026 fand auf Initiative der Konrad-Adenauer-Stiftung Ukraine in Kyjiw das Abschlussseminar für die diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten des Sur-Place-Stipendienprogramms statt. Die Veranstaltung bot eine Plattform für den Austausch über die europäische Integration der Ukraine, ihre wirtschaftliche Entwicklung sowie gesellschaftliche Herausforderungen und Zukunftsperspektiven.

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Die dreitägige Veranstaltung unter dem Titel „Die Ukraine auf dem Weg in die EU: Internationale Zusammenarbeit für eine europäische Zukunft“ brachte die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Programms zusammen, um über die zentralen Herausforderungen und Perspektiven der europäischen Integration der Ukraine, den Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg sowie die Rolle der jungen Generation in diesen Prozessen zu diskutieren.

In seinem Grußwort betonte der stellvertretende Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Ukraine, Dr. Jan Philipp Wölbern, die Bedeutung der aktiven Beteiligung der jungen Generation am Aufbau einer demokratischen, starken und europäischen Ukraine.

3.11

Im Mittelpunkt des ersten Seminartages stand der Vortrag von Dmytro Lyvch, Partner bei CIVITTA Ukraine, Vorstandsvorsitzender von EasyBusiness und Mitgründer des Center for Economic Recovery. Unter dem Titel„Regionale Wirtschaftsentwicklung und wirtschaftliche Aspekte der europäischen Integration“ analysierte er die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskrieges und zeigte auf, welche Chancen die europäische Integration für die langfristige Entwicklung der Ukraine eröffnet. Dabei betonte er, dass der Wiederaufbau nicht allein auf internationalen Hilfsleistungen beruhen könne, sondern vor allem durch Investitionen, regionale Entwicklung und die stärkere Einbindung ukrainischer Unternehmen in europäische Wertschöpfungsketten getragen werden müsse. Die EU-Mitgliedschaft sei dabei nicht nur ein politisches Ziel, sondern ein entscheidender Motor für wirtschaftliche Modernisierung, Wettbewerbskraft und nachhaltiges Wachstum.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der Besuch der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Kyjiw. Im Gespräch mit Stefan Raffeiner, Erstem Botschaftssekretär des politischen Referats, diskutierten die Stipendiatinnen und Stipendiaten aktuelle politische Entwicklungen, die europäische Sicherheitsordnung sowie die Rolle Deutschlands bei der Unterstützung der Ukraine auf ihrem Weg in die Europäische Union.

Der zweite Seminartag eröffnete eine andere, ebenso wichtige Perspektive auf den europäischen Weg der Ukraine. Kateryna Datsenko, Mitgründerin der NGO „Vshanuj“ und zivilgesellschaftliche Aktivistin, sprach über„Erinnerungskultur und ihre Bedeutung für die ukrainische Gesellschaft“. Anhand zahlreicher Beispiele zeigte sie, wie sich das Gedenken an die Gefallenen des russischen Angriffskrieges in der heutigen Ukraine wandelt und neue Formen annimmt. Erinnerung, so Datsenko, sei nicht nur ein Blick in die Vergangenheit, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe, die Identität stiftet, Solidarität stärkt und Verantwortung für die Zukunft schafft. Die Diskussion verdeutlichte, dass eine lebendige Erinnerungskultur ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Resilienz und gesellschaftlichen Zusammenhalts ist.

Im Anschluss sprach Jaroslaw Teleschun, Professor an der Taras-Schewtschenko-Universität Kyjiw, über die Bedeutung der Korruptionsbekämpfung für die nachhaltige Entwicklung und die europäische Integration der Ukraine. Dabei wurde deutlich, dass transparente Institutionen, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftliches Vertrauen zentrale Voraussetzungen für den erfolgreichen EU-Beitrittsprozess sind

Besonders aktiv waren die Stipendiatinnen und Stipendiaten während der Gruppenarbeit zum Thema„Die Rolle der ukrainischen Jugend im Prozess der europäischen Integration der Ukraine“. In gemeinsamen Diskussionen entwickelten sie Ideen und Lösungsansätze für die Herausforderungen des Landes und reflektierten über ihren eigenen Beitrag zu Reformen, gesellschaftlichem Engagement und europäischer Zusammenarbeit.

 

Den feierlichen Abschluss des Tages bildete die Übergabe der Teilnahmezertifikate. Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer markierte dieser Moment nicht nur das Ende eines erfolgreichen Stipendienjahres, sondern auch den Beginn eines neuen Kapitels als Teil eines engagierten Netzwerks junger Menschen, die die Zukunft der Ukraine aktiv mitgestalten wollen.

Der letzte Seminartag war der historischen Dimension der europäischen Entscheidung der Ukraine gewidmet und endete mit einem gemeinsamen Austausch über das Programm sowie mit gegenseitigen Zukunftswünschen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Das Abschlussseminar machte deutlich: Der europäische Weg der Ukraine ist weit mehr als ein politischer Integrationsprozess. Er ist zugleich ein Projekt des wirtschaftlichen Wiederaufbaus, der demokratischen Erneuerung und der gesellschaftlichen Selbstvergewisserung. Die Sur-Place-Stipendiatinnen und Stipendiaten haben in diesen drei Tagen nicht nur wertvolle Impulse von hochkarätigen Expertinnen und Experten erhalten, sondern auch gezeigt, dass sie bereit sind, Verantwortung für die Zukunft ihres Landes zu übernehmen.

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Tetiana Perednia

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Projektmanagerin
tetiana.perednia@kas.de +380 44 4927443

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