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Stipendienprogramme als Beitrag zur Prävention von Flucht und Migration

od Dr. Nils Abraham
Stipendien für ausländische Studierende und Nachwuchswissenschaftler bilden einen Mosaikstein in den deutschen entwicklungspolitischen Bemühungen. Sie sind eine wichtige Investition in junge Menschen, die sich mittel- bis langfristig „auszahlen“ wird. Sie sind eine „Investition in die Zukunft“.

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Der Zusammenhang zwischen den internationalen Stipendienprogrammen deutscher Institutionen und einer Politik, die präventiv auf die Bekämpfung von Ursachen für Flucht und Migration zielt, scheint auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt mit öffentlichen Mitteln eine Reihe von Stipendienprogrammen für ausländische Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Der größte deutsche Stipendiengeber ist der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), der zugleich auch die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern ist. Allein im Jahr 2014 wurden durch den DAAD über 48.000 Personen aus dem Ausland in verschiedenen Programmen gefördert. Auch die beiden großen Kirchen in Deutschland unterhalten Stipendienprogramme für ausländische Studierende, vor allem aus Entwicklungsländern. So unterstützte der Katholische Akademische Ausländer-Dienst (KAAD) im vergangenen Jahr 458 ausländische Stipendiatinnen und Stipendiaten. 188 Stipendien vergab „Brot für die Welt“, der Evangelische Entwicklungsdienst, im Jahr 2014.

Weitere wichtige Institutionen in diesem Bereich sind die politischen Stiftungen, die wie die Konrad-Adenauer-Stiftung Stipendien an ausländische Studierende und Nachwuchswissenschaftler für Studien und Forschungsaufenthalte an einer deutschen Hochschule vergeben. Der Großteil der Mittel für die internationalen Stipendienprogramme wird der Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik der Bundesrepublik Deutschland durch das Auswärtige Amt zur Verfügung gestellt. Studierende in vielen Ländern werden zudem mit „Sur-Place-Stipendien“ durch die Konrad-Adenauer-Stiftung im Rahmen ihrer europäischen und internationalen Zusammenarbeit unterstützt – vor allem mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Das Stipendienprogramm der Ausländerförderung der Begabtenförderung trägt einerseits zur Internationalisierung der deutschen Hochschullandschaft bei, andererseits entfaltet es auch eine entwicklungspolitische Wirkung – durch die Geförderten, die in ihre jeweiligen Heimatländer zurückkehren. Regionale Schwerpunkte in der Stipendienvergabe sind vor allem Länder in Mittel- und Osteuropa, Asien, Afrika und Lateinamerika, die sich in einem politischen Transformationsprozess befinden oder zum Kreis der Entwicklungsländer gehören.

Nach dem politischen Umbruch im ehemaligen Ostblock wurde bei der Vergabe der Stipendien in den vergangenen 20 Jahren ein Fokus auf die Länder Mittel- und Osteuropas gelegt und dort regelmäßig Auswahltagungen durchgeführt. Schwerpunktländer waren vor allem Polen und Russland, u.a. auch die baltischen Staaten und später die Ukraine, aus der aufgrund der aktuellen politischen Lage zurzeit verstärkt junge Menschen in die Förderung aufgenommen werden. Im Rahmen eines Nordafrika-Projekts unterstützt die Konrad-Adenauer-Stiftung durch ein Stipendienprogramm den Transformationsprozess in den nordafrikanischen Staaten. Die nächste Auswahltagung dieses Programms findet im November 2015 in Tunesien statt. Mit der finanziellen und ideellen Förderung von aktuell ca. 250 ausländischen Studierenden und Graduierten leistet die Ausländerförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung einen Beitrag zur wissenschaftlichen, politischen und persönlichen Ausbildung künftiger Führungskräfte, die durch ihre Zeit an einer deutschen Hochschule zudem international vernetzt werden. Darüber hinaus werden für die internationale Zusammenarbeit auf diesem Weg Ansprechpartner in vielen Ländern der Welt gewonnen.

Die Stipendien bedeuten nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern vor allem auch eine ideelle Förderung. Diese ist gekennzeichnet durch ein interdisziplinäres Seminarprogramm zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen, die Einbindung in regionale Hochschulgruppen der Stipendiaten sowie durch die persönliche Betreuung durch Referenten und Vertrauensdozenten vor Ort an den Universitäten. Besonders durch dieses ideelle Förderprogramm, in das die ausländischen Studierenden und Promovierenden fest integriert sind, wird ein aktiver Beitrag zur Sicherung und zum Ausbau der Demokratie in ihren Herkunftsländern, zur wirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Einhaltung der Menschenrechte dort geleistet. Denn viele von unseren mittlerweile über 2.300 internationalen Alumni übernehmen nach der Rückkehr in ihren Ländern Führungspositionen in der Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft.

Mit unseren Alumni hält die Konrad-Adenauer-Stiftung auch noch nach ihrem Studium in Deutschland Kontakt. Sie sind Teil unseres internationalen Netzwerkes und haben als Dialogpartner zudem eine wichtige Bedeutung für unsere Außen- und Sicherheitspolitik. Über diese Alumni entfalten die internationalen Stipendienprogramme in den jeweiligen Ländern ihre entwicklungspolitische Wirkung und beugen vor Ort präventiv Ursachen von Flucht und Migration vor. Die Stipendien für ausländische Studierende und Nachwuchswissenschaftler bilden somit einen Mosaikstein in den deutschen entwicklungspolitischen Bemühungen. Sie sind eine wichtige Investition in junge Menschen, die sich mittel- bis langfristig „auszahlen“ wird. Sie sind eine „Investition in die Zukunft“.

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