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Wilhelm Hankel: "Monetäres Grundrecht"

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Berbagi

Wie in der Bundesrepublik vor 42 Jahren gehört die Währungsneuordnung an den Anfang der Reformen und nicht an ihr Ende. Nur: Anders als in der Bundesrepublik kann jetzt in der DDR mit einer vollkonvertiblen DM durchgestartet werden. Und dies ist ein Wert, der sich sowohl in der D-Mark-Eröffnungsbilanz wie - immateriell -jenseits von ihr niederschlägt.

In der Bilanz wäre zu verbuchen, dass der internationale Standard der DM alles erleichtert: den privaten Ressourcentransfer aus dem Inland wie aus dem Ausland sowie die Beseitigung von Kaufkraftüberhängen, die aus einer möglicherweise zu großzügigen Ausstattung der DDR-Bürger mit DM resultieren könnten. Das Ausland würde mit seinen Importen in die Bresche springen. Die Bundesbank wäre nicht einmal gezwungen ... die Zinsen drastisch zu erhöhen.

Jenseits dieser Bilanz aber steht, dass der DDR-Bürger zum ersten Mal in seiner Lebenszeit und -übersicht aus dem monetären Gefängnis - man könnte auch sagen: der monetären Leibeigenschaft - entlassen würde.

Quelle: Handelsblatt vom 26. März 1990

abgedruckt in: Gerhart Maier, Die Wende in der DDR

Bundeszentrale für Politische Bildung, 2. aktual. Auflage 1991, Bonn, S. 95

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