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Praktikumsbericht Nicolas Gräßlin

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Hallo, ich bin Nicolas Gräßlin, 27 Jahre alt und studiere Wirtschaftsgeographie und Raumentwicklungspolitik in Gießen. In den vergangenen drei Monaten durfte ich als Praktikant bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Mongolei arbeiten und gleichzeitig Land und Leute einer fremden Kultur kennenlernen. Ich habe mir überlegt, meinen Erfahrungsbericht zur Abwechslung in Form eines kurzen Selbstinterviews aufzubauen. Nachfolgend habe ich mir also Fragen gestellt, die sich auf die gesammelten Erfahrungen in der Mongolei beziehen.

1. Welche Erlebnisse bleiben mir von dem Auslandsaufenthalt in der Mongolei besonders in Erinnerung?

Gleich eine Woche nach meiner Ankunft fand das „Naadam“, ein großes nationales Volksfest der Mongolei, statt. Dabei werden die traditionellen mongolischen Sportarten Pferderennen, Bogenschießen und Ringen in Wettkämpfen zelebriert. Das ganze Land ist für eine Woche lahmgelegt und überall wird anlässlich der „mongolischen Olympiade“ gefeiert. Ich konnte bei der Eröffnungsfeier im Stadion in Ulaanbaatar dabei sein und den großen Pathos und Nationalstolz der Mongolen erleben. Das Fest ermöglichte mir schnell mit den Besonderheiten der mongolischen Kultur in Kontakt zu treten.

Außerdem bleibt mir der Besuch einer Nomadenfamilie auf dem Land in der Nähe von Erdenet in Erinnerung. Zur Begrüßung sollte ich dort Airag, ein traditionelles Nationalgetränk der Mongolen trinken. Die vergoren Stutenmilch schmeckt säuerlich und war deshalb etwas gewöhnungsbedürftig für mich. Als Zeichen der Gastfreundschaft wurde danach sogar extra ein Schaf geschlachtet und zubereitet. Für mich als Stadtmensch war die gesamte Prozedur, vom Einfangen des Schafes bis hin zum Verzehr, sehr beeindruckend und lehrreich. Im Nachhinein kann ich nur jedem Nicht-Vegetarier empfehlen so etwas Mal zu erleben, um ein Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln und den Tieren gegenüber respektvoller begegnen zu können.

Der Straßenverkehr in Ulaanbaatar war für mich anfangs eine große Herausforderung. Als Fußgänger muss jede Straßenüberquerung gut geplant sein, da Mongolen das Auto deutlich offensiver fahren als wir Deutsche es gewohnt sind. Obendrein wird die Hupe praktisch bei jeder Gelegenheit genutzt. Hinzu kommt, dass der Verkehr in der Hauptstadt völlig überlastet ist und dadurch Staus an der Tagesordnung sind. Bemerkenswert sind ebenfalls die hohe Anzahl an großen und teuren Geländewagen in der Stadt und die wild zugeparkten Kleinstraßen in der Stadt.

2. Wie war für mich die Arbeit als Praktikant bei der KAS?

Als Praktikant bekommt man einen guten Einblick in die Arbeit eines Auslandbüros der KAS. Zudem lernt man vieles über die wirtschaftliche und politische Situation in der Mongolei. Neben der Bearbeitung von Artikeln und Vorträgen sowie der Fortführung einer Video-Podcastserie, gehörten ebenso Besuche von Konferenzen und Kongressen zu meiner Arbeit. Besonders interessant war für mich die gemeinsame Dienstreise mit dem Team in die Wüste Gobi. Dort waren wir unteranderem auf einer Veranstaltung der Demokratischen Partei eingeladen. Außerdem besichtigten wir die Gold- und Kupfermine Oyu Tolgoi. Sie befindet sich in der Südgobi nahe der chinesischen Grenze und ist eine der größten der Welt.

Dadurch, dass der Umgangston im Team sehr locker und entspannt ist und mir generell die Arbeitsatmosphäre wirklich gut gefallen hat, habe ich mich während des Praktikums stets wohl gefühlt.

3. Welche Empfehlung habe ich für zukünftige Praktikanten?

Zunächst einmal ist es wichtig, dass man in der Lage ist sich auf eine völlig andere Kultur einzulassen und offen auf Menschen zugehen kann. Die Mentalität der Menschen ist geprägt von Spontanität, Temperament und Lebensfreude und im Alltag gibt es viele Bräuche, die zu beachten sind. Zum Einstieg macht es Sinn sich mit anderen Deutschen in der Stadt zu vernetzen. Ansonsten sollte man sich darauf einstellen, dass die Mongolei zu den extremsten Klimazonen der Welt gehört und die langen kalten Winter das Land in vielerlei Hinsicht prägen. Unbedingt zu empfehlen ist ein Ausflug auf das Land. Hektik, Lärm und Enge der Stadt stehen im kompletten Kontrast zur Ruhe auf dem weiten Land, wo es eine beeindruckende Naturvielfalt zu bestaunen gibt. In den Sommermonaten kann ich besonders Ausritte mit dem Pferd, Wanderungen und Camping an Seen empfehlen. Es gibt also genug Gründe sich auf das Abenteuer Mongolei einzulassen.

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Praktikant Nicolas Gräßlin

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