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Monitor Wahl- und Sozialforschung

Bruchlinien der Öffentlichkeit – Politisches Informationsverhalten

Dr. Jochen Roose, Jonas Schwarzenberger

Repräsentative Umfrage zu politischem Informationsverhalten und der Bewertung von öffentlich-rechtlichen Sendern

Die politische Öffentlichkeit ist von zwei Bruchlinien durchzogen: Jüngere und Ältere haben unterschiedliche Wege, wie sie an politische Information kommen. Die Jüngeren nutzen Online-Medien, die Älteren Zeitung und Fernsehen. Zum anderen gibt es eine Bruchlinie entlang politischer Einstellungen: Menschen, die geringere Steuern bei geringeren Sozialleistungen, Wirtschaftswachstum vor Klimaschutz und mehr Einschränkungen für den Zuzug von Ausländern befürworten, fühlen sich deutlich schlechter in den öffentlich-rechtlichen Medien repräsentiert. Beide Bruchlinien erschweren die Verständigung über politische Fragen.

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Um 20 Uhr die Tagesschau, auf dem Weg zur Uni ein paar Videos auf TikTok, die Webseite der Tageszeitung – es gibt viele Wege, sich über Politik zu informieren. Die Konrad-Adenauer-Stiftung wollte es genauer wissen und hat in einer repräsentativen Umfrage das politische Informationsverhalten in Deutschland erkundet.

Unverändert ist das öffentlich-rechtliche Fernsehen von großer Bedeutung. Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten informiert sich hier regelmäßig über Politik. Aber auch Tageszeitungen mit ihren gedruckten Zeitungen und ihren Online-Angeboten sind für zwei von fünf Wahlberechtigten eine regelmäßige Quelle politischer Information. Dazu kommen eine ganze Reihe weiterer Quellen, die von einem Viertel bis zu einem Fünftel genutzt werden: Radio, soziale Netzwerke, Privatfernsehen oder auch die Nachrichten auf dem Startbildschirm des Browsers. Die Kanäle, über die Menschen politische Information beziehen, sind vielfältig.

Öffentlich-rechtliche Medien erreichen sehr viele, aber nicht alle. Wahlberechtigte unter 40 Jahren nutzen mehrheitlich nicht die öffentlich-rechtlichen Sender für politische Information. Stattdessen beziehen sie Nachrichten aus einer Vielfalt anderer Quellen. In dieser Gruppe gibt es eine nennenswerte Minderheit, die ausschließlich in sozialen Medien politische Informationen regelmäßig wahrnimmt. Damit gibt es eine Altersbruchlinie in der politischen Öffentlichkeit. Für die Älteren prägen die öffentlich-rechtlichen Medien ihre politische Information, während bei den Jüngeren die Quellen uneinheitlicher sind.

Die Glaubwürdigkeit der öffentlich-rechtlichen Sender ist insgesamt sehr hoch. Zweit Drittel der Wahlberechtigten halten die öffentlich-rechtlichen Medien alles in allem für glaubwürdig. Allerdings ist dieser Anteil in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.

Ein Glaubwürdigkeitsdefizit haben die öffentlich-rechtlichen Medien vor allem bei Menschen, die sich mit ihren Ansichten nicht in der Berichterstattung wiederfinden. Wahlberechtigte, die geringere Steuern bei geringeren Sozialleistungen, einen Vorrang von Wirtschaftswachstum gegenüber Klimaschutz und mehr Einschränkungen für den Zuzug von Ausländern befürworten, fühlen sich deutlich schlechter in den öffentlich-rechtlichen Medien repräsentiert. Zu hohen Anteilen wird von ihnen auch die Berichterstattung als nicht glaubwürdig wahrgenommen. Allerdings gibt es zu einem erheblichen Teil Zweifel an der Glaubwürdigkeit bei jenen, die öffentlich-rechtliche Sender nicht nutzen.

Details zu diesen Fragen und eine Analyse, in welcher Weise die sozialen Medien passiv und auch aktiv – also zur Kommentierung und Verbreitung eigener Inhalte – genutzt werden, finden Sie in der Publikation „Bruchlinien der Öffentlichkeit“ von Jochen Roose und Jonas Schwarzenberger. 

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Referent Wahl- und Sozialforschung
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О циклах публикаций

Die Publikationen des Monitors Wahl- und Sozialforschung sind Teil unserer Monitor-Publikationsreihe. Die Reihe Monitor behandelt übersichtlich jeweils ein Schwerpunktthema aus der Perspektive der KAS-Expertinnen und -Experten und ordnet es anhand weniger „Punkte zum Mitnehmen“ in den politischen und gesellschaftlichen Kontext ein.