Jahresberichte

Jahresbericht 2003

Die Konrad-Adenauer-Stiftung legt Bilanz vor

In gewohnter Weise berichtet der Jahresbericht 2003 über die Aktivitäten der Konrad-Adenauer-Stiftung im In- und Ausland. Die Kapitel Highlights, Die Stiftung und ein umfangreicher Anhang mit Bilanzen, Namen und Fakten sowie den Neuerscheinungen informieren umfassend über Wissenswertes und Interessantes aus der Stiftung.

Editorial

Auf erfolgreiche Arbeit zurückblicken zu können, ist nicht nur Genugtuung und Lohn für viel Mühe, sondern immer auch Ansporn für weitere Anstrengungen. Wir legen die Messlatte bewusst hoch und müssen uns daran immer wieder neu bewähren. Dass uns das auch im Jahr 2003 gelungen ist, davon hoffen wir Sie mit diesem Bericht überzeugen zu können. Und dies, obwohl die Zeiten für die politischen Stiftungen im Allgemeinen und die Konrad-Adenauer-Stiftung im Besonderen keineswegs leichter geworden sind.

Deutschland befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, das geringste Wirtschaftswachstum in der Europäischen Union, über die Ufer tretende öffentliche Haushalte, instabile Sozialversicherungssysteme sowie eine wachsende Enttäuschung der Bürger über die Politik erfordern Nachdenken über die richtigen Lösungen. Die Notwendigkeit stärkeren bürgerschaftlichen Engagements, die Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung, eine zunehmende Differenzierung der Lebensformen sowie deutliche Defizite im Bildungssystem erfordern eine Neuorientierung des Verhältnisses von Staat und Bürger.

Auch in der Außenpolitik haben sich deutliche Verschiebungen ergeben. Der Zuwachs um zehn weitere Mitgliedsstaaten in 2004 hat die europäische Diskussion 2003 maßgeblich bestimmt. Der nicht gelungene Abschluss des Verfassungsprozesses hat dabei den massiven Aufwuchs der innereuropäischen Probleme schmerzlich bewusst werden lassen. Gleichzeitig ist das transatlantische Verhältnis, aber auch die außen- und sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas nicht aus der Krise herausgekommen. Deutschland muss seine internationalen Interessen klar definieren und dabei darauf achten, dass die europäische Einigung und die transatlantische Partnerschaft zueinander gehören.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat ihre Arbeit entlang dieser innen- und außenpolitischen Rahmenbedingungen inhaltlich und strukturell angepasst und konzentriert. Die zuvor in zwei Hauptabteilungen aufgeteilte internationale Arbeit wurde in einer Hauptabteilung zusammengeführt und wegen der erfor derlichen Nähe zum politischen Entscheidungszentrum und den diplomatischen Vertretungen nach Berlin verlegt. Zugleich wurde die Außenstelle in Brüssel zum Europabüro ausgebaut, um der wachsenden Bedeutung der europäischen Ebene besser gerecht werden zu können.

Als Konsequenz aus dem Auftrag zu einer weiteren Stärkung der politischen Beratungskompetenz der Stiftung sind wesentliche Teile der früheren Hauptabteilung Innenpolitik und Soziale Marktwirtschaft in die neue Hauptabteilung Politik und Beratung überführt worden. Sie hat im Berichtsjahr ebenfalls ihre Arbeit in Berlin aufgenommen.

Die Hauptabteilung Politische Bildung hat ihre Arbeit neu konzipiert und regional konzentriert. So ist insbesondere mit der Verlegung von Bildungswerken in die jeweiligen Landeshauptstädte begonnen worden, um die Verpflichtungen der politischen Bildungsarbeit noch effizienter erfüllen zu können. Zugleich hat die Stiftung mit dem Neuaufbau der Abteilung Politische Kommunikation dem Umstand Rechnung getragen, dass die Nachfrage nach praxisorientierter Weiterbildung von engagierten Bürgerinnen und Bürgern in der Mediendemokratie deutlich zugenommen hat.

Um dem Erfordernis von optimaler Kommunikation unserer Arbeit und ihrer Ergebnisse trotz enger werdender finanzieller Spielräume gerecht werden zu können, hat die Konrad-Adenauer-Stiftung in 2003 eine strategische Umorientierung hin zu verstärkter elektronischer Kommunikation begonnen. So ist insbesondere das inhaltliche Angebot über Internet erheblich ausgeweitet worden. Flankierend dazu baut die Stiftung kontinuierlich ihre E-Mail-Verteiler aus, um noch zielgerichteter Interessenten über unsere Arbeit informieren zu können. Unseren Jahresbericht werden Sie allerdings auch künftig wie gewohnt in gedruckter Form erhalten.

Die finanzielle Entwicklung gibt mittlerweile Anlass zu ernster Sorge. Der Trend des Abschmelzens der Zuwendungsmittel hat sich 2003 dramatisch verstärkt. Trotz der überjährigen Verpflichtungen in vielen Bereichen wird die Konrad-Adenauer-Stiftung ihre bisherigen Aufgaben nicht in vollem Umfang beibehalten können. Zwar haben die frühzeitig begonnenen Bemühungen um Ressourcenkonzentration und die Erschließung von Effizienzpotenzialen bereits erste Früchte getragen. Doch reichen sie noch nicht aus, um die absehbar weiter absinkenden Mittel längerfristig kompensieren zu können. Umso dankbarer sind wir dafür, dass das Spendenaufkommen in 2003 deutlich zugenommen hat. Der Freundeskreis der Konrad-Adenauer-Stiftung zählt mittlerweile weit über tausend Mitglieder. Für ihre Treue und ihr Engagement möchten wir uns ganz besonders herzlich bedanken.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung sind wir zur Erfüllung unserer Aufgaben verstärkt darauf angewiesen, in größerem Umfang Drittmittel einzuwerben. So werden wir den in 2003 erfolgreich beschrittenen Weg, bei bestimmten Projekten und Veranstaltungen mit Partnern und Sponsoren zusammenzuarbeiten, intensiv fortsetzen. Wir würden uns freuen, wenn dieser Jahresbericht mit zu der Überzeugung beiträgt, dass es sich lohnt, unsere Arbeit zu unterstützen.

Diese Arbeit wäre ohne das unermüdliche Engagement, die Kreativität und die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch unter schwierigen Bedingungen nicht denkbar. Ihnen gilt unser besonderer Dank, denn sie sind es, die die Konrad-Adenauer-Stiftung zu dem machen, was sie nach wie vor ist: eine der renommiertesten Institutionen ihrer Art weltweit. Dieser Bericht wird ihrer Leistung nur ungenügend gerecht, weil er wieder nur eine Auswahl zeigen kann aus der Vielfalt der Stiftungsarbeit. Wir haben dennoch darauf geachtet, einen möglichst repräsentativen Überblick zu ermöglichen. In diesem Sinne wünschen wir eine anregende und interessante Lektüre.

 

Den gesamten Bericht können Sie als pdf herunterladen.