Prilozi o priredbama

Beispielhafte Toleranz

Fachkonferenz über das multireligiöse Zusammenleben in Aserbaidschan

In der Menschheitsgeschichte gibt es nur wenige Phasen, in denen das friedliche Zusammenleben der Religionen funktioniert hat. Vor dem Hintergrund des islamistisch motivierten Terrorismus ist das Konfliktpotential religiöser Auseinandersetzungen auch im 21. Jahrhundert gegenwärtig. Dabei gibt es heute einige Länder, in denen das religiöse Zusammenleben auf vorbildliche Weise funktioniert. Eines dieser Länder ist Aserbaidschan, das 2008 ein Kulturjahr in Deutschland initiiert hat. Die Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung hat daher in Zusammenarbeit mit der aserbaidschanischen Botschaft eine Fachkonferenz über das multireligiöse Zusammenleben in der kleinen Republik zwischen Russland und dem Iran durchgeführt.

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Mugaddas Payizov, Abteilungsleiter für Internationale Zusammenarbeit im Amt der Moslems vom Kaukasus

Die überwiegende Mehrheit der Einwohner Aserbaidschans ist dem Islam zugehörig. 90 Prozent der Bevölkerung sind muslimisch, die übrigen 10 Prozent setzen sich aus christlichen und jüdischen Gemeinden sowie anderen Glaubensgruppen zusammen. Als Vertreter der drei größten Glaubensrichtungen sprachen auf der Konferenz unter anderem Mugaddas Payizov, der Abteilungsleiter für Internationale Zusammenarbeit im Amt der Moslems vom Kaukasus, Semyon Ichilov, der Vorsitzende der Bergjuden von Baku, und der russisch-orthodoxe Yepiskop Alexander Isheyin. Sie betonten alle gleichermaßen die lange Tradition des religiösen Zusammenlebens in Aserbaidschan. Der Muslim Payziov zitierte zahlreiche Suren des Koran, die Toleranz und Religionsfreiheit unterstützen. Er äußerte die Hoffnung, dass Aserbaidschan als Vorbild für das Zusammenleben und die Zusammenarbeit der Religionen dienen kann: „Aserbaidschan sollte nicht nur sein Öl, sondern auch seine Toleranz exportieren.“

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Semyon Ichilov, Vorsitzender der Bergjuden von Baku

Der jüdische Vertreter Ichilov betonte, dass die Juden in Aserbaidschan niemals unter antisemitischen Übergriffen zu leiden hatten. Er führt dies auf die Tradition der Toleranz in seiner Heimat zurück. „Hier sieht man Muslime in die Kirche gehen und Sunniten mit Schiiten zusammen in einer Stätte beten“, berichtetete auch die Bonner Professorin Eva Maria Auch bei ihrem abendlichen Vortrag über das multikulturelle Zusammenleben in Aserbaidschan aus deutscher Sicht.

Im aserbaidschanischen Recht ist die Religionsfreiheit gesondert in einem Paragraphen verankert. „Es gibt sogar ein Diskriminierungsverbot“, sagte Auch. Einen Rahmen für das religiöse Miteinander würde außerdem bereits durch die Trennung von Religion und Staat in der Präambel und in einem weiteren Artikel festgelegt. „Auf dem Papier sind das sehr schöne Gesetze, allerdings muss die Rechtspraxis teilweise noch wirksamer gemacht werden“, stimmte die Professorin für osteuropäische Geschichte allerdings auch kritische Töne an.

Im Anschluss an die Fachkonferenz wurde die Ausstellung „Biblische Motive“ des aserbaidschanischen Malers Ashraf Geibatov eröffnet. Diese ist bis zum 17. Juni immer werktags von 8 bis 20 Uhr in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Tiergartenstraße 35 zu besichtigen.

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Rabea Brauer

Rabea Brauer

Leiterin des Länderprogramms Japan und des Regionalprogramms Soziale Ordnungspolitik in Asien (SOPAS)

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