Veranstaltungsberichte

Vom Öl zum Lithium

von Christian Hübner , Hubertus Bardt
Perspektiven neuer Rohstoffkooperationen
Die deutsche Nachfrage nach energierelevanten Rohstoffen aus dem Ausland verändert sich mit Blick auf die Umsetzung der Energiewende nachhaltig. Lithium-, Zinn- und Co. werden bzw. sind für die deutsche Energiesicherheit bereits wichtiger als Öl und Gas. Die jüngste Debatte um die Elektromobilität und die Zukunft Deutschlands als weltweit führende Autoindustrienation befeuert diese Diskussion noch einmal. In einer politisch zunehmend weniger kalkulierbaren Welt sind deshalb gute Beziehungen zu stabilen Rohstoffregionen für Deutschland von besonderer Bedeutung.

Lateinamerika stellt im internationalen Vergleich eine solche Region dar. Vor allem Argentinien, Bolivien und Chile, die zusammen über die Hälfte der globalen Lithiumvorkommen verfügen, stehen dabei im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Ein fortschreitender globaler Klimaschutz und die Veränderung der Energieversorgung verschieben die Nachfrage nach energierelevanten Rohstoffen weltweit. Auf der einen Seite stehen die traditionellen Energierohstoffe, die als Brennstoffe eingesetzt werden (insbesondere Erdöl, Erdgas und Kohle, aber auch Uran und Biomasse). Daneben tritt ein zunehmender Bedarf nach bestimmten Metallen, die für Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien benötigt werden. Lateinamerika war dabei bisher als Lieferant von Brennstoffen, insbesondere Öl und Kohle, auf den internationalen Märkten präsent. Die daraus erzielten Einnahmen sind für die jeweiligen Volkswirtschaften und öffentlichen

Haushalte von besonderer Bedeutung. Die drei wichtigsten Ölförderländer Lateinamerikas, Brasilien, Venezuela und Mexiko, summierten 2015 zusammen gut neun Prozent der weltweiten Förderung auf sich (BP, 2016).

Wie sich die globale Nachfrage nach fossilen Rohstoffen weiter entwickeln wird, hängt heute u.a. von der Geschwindigkeit des weltweiten Ausbaus erneuerbarer Energien und der Entwicklung des globalen Energiebedarfs ab. Davon unabhängig ist schon jetzt zu erkennen, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien eine globale Nachfrage für Rohstoffe, die u.a. zur Batteriespeicherentwicklung in der Elektromobilität genutzt werden, artikuliert. Lateinamerika kann hier erneut, wie bereits bei den fossilen Energieträgern, eine

wichtige Rolle einnehmen.

Ansprechpartner

Dr. Christian Hübner

Dr

Leiter des Regionalprogramms Energiesicherheit und Klimawandel in Lateinamerika

christian.huebner@kas.de +51 1 320 2870
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Über diese Reihe

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