Paul Franken

Historiker, Dozent, Regierungsdirektor Dr. phil. 19. Dezember 1903 Mönchengladbach 15. Dezember 1984 Bonn
von Brigitte Kaff

Mit seinem Beitritt zur NSDAP 1933 verband Franken die Absicht, den Druck der Nationalsozialisten auf den KV zu vermindern. In den folgenden Jahren hielt er regelmäßigen Kontakt zu Konrad Adenauer und informierte ihn über die politische Entwicklung und den Widerstandskreis christlicher Gewerkschafter, der sich in Bonn bei Heinrich Körner traf. Wegen seiner Kontakte zu Walther Hensel in Düsseldorf wurde Franken 1937 des Hochverrats angeklagt, für 15 Monate inhaftiert und 1938 aus der NSDAP ausgeschlossen. 1943 wurde er zur Wehrmacht einberufen und diente in Rom als Verbindungsmann des militärischen Widerstands zum Vatikan. Als langjähriger Direktor hat Franken die Bundeszentrale für Bildung zu einer staatlichen, aber überparteilichen Institution auf- und ausgebaut. Mit modernen publizistischen Mitteln, Magazinen, Massenpublikationen, audiovisueller Literatur und der von ihm herausgegebenen Wochenzeitung „Das Parlament“ wollte er vor allem Lehrer und Schüler über das politische Geschehen informieren und sie für demokratische Tugenden, Gemeinsinn, Freiheit und Menschenwürde, sensibilisieren, um Vorurteile abzubauen. Franken, ein überzeugter Demokrat und begeisterter Pädagoge, hat mit Prinzipientreue und Toleranz die politische Bildung und die gesellschaftliche Pluralität in Deutschland entscheidend geprägt.

Lebenslauf

  • 1923–1930 Studium von Geschichte, Philosophie und Staatsrecht in Berlin und Bonn
  • 1930–1936 Angestellter bzw. Geschäftsführer des Kartellverbandes Katholischer Studentenvereine (KV)
  • 1949–1952 Dozent an der PH in Vechta
  • 1952–1968 Leiter der Bundeszentrale für Heimatdienst bzw. für politische Bildung in Bonn.