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Kriegs- und Krisenherd Nahost – Hoffnungslose Zukunft?

Felix Kraft

Bericht vom Fuldaer Gespräch am 14.4.2026

Dr. Rainer Hermann schilderte die Fronten und Interessen in der Region und skizzierte mögliche Szenarien.

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Nach Begrüßung und Einführung durch Felix Kraft führte Dr. Rainer Hermann anhand von zehn Bausteinen aus, wie sich die komplexe Gemengelage im Nahen Osten derzeit darstelle:

 

  1. Der aktuelle Irankrieg.

Die Kernfragen beträfen zum einen die Blockaden der Straße von Hormus, zum anderen, ob es eine Einigung im Streit um das Atomprogramm geben werde. Die Tür zur Diplomatie sei weiter offen, jedoch auch der Ausgang des Krieges: Deal, Intensivierung der US-Angriffe oder Einstellung derselben seien mögliche Szenarien.

 

  1. Die Feindschaft zwischen Iran und Israel.

Irans Hauptziel sei die Zerstörung Israels und daher habe das Regime einen „Ring aus Feuer“ mit Proxys um Israel gelegt. Israels bzw. Netanjahus Ziele seien hingegen, dass Iran keine Bedrohung mehr sein und es keinen Staat Palästina geben dürfe. Netanjahu sei es nun bereits das zweite Mal gelungen, US-Präsident Trump in einen Krieg gegen den Iran hineinzubringen.

 

  1. Die Resilienz der Islamischen Republik Iran.

Der Irankrieg sei taktisch gut geplant (Geheimdienstinformationen zur Ausschaltung der iranischen Führungsriege) gewesen, laufe aber strategisch desaströs. Der Iran habe die Initiative übernommen, stürzte die Welt in eine Wirtschaftskrise; er sei vorbereitet gewesen auf einen asymmetrischen Krieg. Hinzu komme, dass das Regime über ein tiefes System verfüge und somit dessen Strukturen stabil seinen – nach innen und außen.

 

  1. Die Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten.

Die asymmetrische Kriegsführung des Irans richte sich gegen die Golfmonarchien, die für ihre Transformationsprozesse eigentlich eine stabile Region benötigten und verwundbar seien (z.B. bei der Wasserversorgung).

 

  1. Die volatile Situation der Golfaraber.

Diese Angriffe forderten das Geschäftsmodell am Golf heraus: die Wirtschaft breche dramatisch ein, es entstehe Wut auf die verbündeten USA und die aufkeimenden Beziehungen zu Israel würden beschädigt. Konsequenz sei das Streben nach einer neuen Sicherheitsarchitektur, einer stärkeren Koordinierung untereinander.

 

  1. Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern.

Nach dem barbarischen Massaker vom 7. Oktober 2023 verfolge Israe nun eine „aktive Prävention“ mit Inkaufnahme von Kollateralschäden. Die Entwicklungen reichten allerdings selbstverständlich bis weit in die Vergangenheit zurück.

 

  1. Die Rolle der Religionen.

Während der Iran eine Militärdiktatur mit religiösem Anstrich sei, stecke Israel mitten in einem Kulturkampf um die Ausrichtung des eigenen Staates. Es gehe um die Balance zwischen säkularer und jüdischer Identität. Grundsätzlich gelte: Werde Religion zur politischen Handlungsgrundlage, führe das in den Extremismus.

 

  1. Die Achsen einer möglichen neuen Ordnung.

Auf der horizontalen Achse konkurrieren die arabische Welt, der Iran und Israel um die Vormachtstellung. Die aktuelle Rolle Israels als Hegemon wanke, denn vertikal arbeite eine sunnitische Achse aus Saudi-Arabien und der Türkei gegen Israel – die einen als Verbündete der Atommacht Pakistan, die anderen mit neoosmanischen Ambitionen.

 

  1. Die externen Akteure USA und China.

Die USA erlitten weiteren Ansehensverlust in den Golfstaaten und würden innenpolitisch perspektivisch zum Rückzug aus der Region gezwungen. In Zukunft werde daher China immer mehr Einfluss gewinnen.

 

  1. Die Region als Brennglas einer Welt der Verwerfungen.

Wir sähen hier die Kumulation der weltweit zu beobachtenden Entwicklungen: Die Erosion des Völkerrechts, die Rückkehr des Revisionismus sowie den „Kampf der Kulturen“.

 

Zum Schluss lenkte Dr. Hermann noch den Blick auf Deutschland, das in der arabischen Welt an Glaubwürdigkeit und Einfluss eingebüßt habe und auf Syrien, das er als „Schlüsselstaat“ bezeichnete: Wird es zu einem Zentralstaat oder erfolgt eine Kantonisierung? Die zukünftige Staatlichkeit definiere Syriens Rolle als eigenständiger Akteur, aber auch im Kräfteverhältnis verbündeter Ideologien.

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联系

Felix Kraft

Felix Kraft
Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung und Leiter des Politischen Bildungsforums Hessen
felix.kraft@kas.de +49 611 – 15 75 98 13

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