Stimmengewirr erfüllt den Raum, als sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleinen Gruppen zusammenfinden. Zwischen Snacks und ersten Gesprächen wird schnell klar: Hier geht es nicht nur um Austausch, sondern um Perspektivwechsel.
Es kamen 61 Teilnehmende zum Regionaltag der Region Westfalen-Ruhr zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Studienförderung und Ausbildungsförderung stärker miteinander verzahnen lassen. Der Regionaltag bildete zugleich den Abschluss des Semesterprojekts der KAS mit dem Leitgedanken „Zuhören, verstehen und voneinander lernen“. Vorangegangene Besuche in handwerklichen und landwirtschaftlichen Betrieben hatten den Stipendiatinnen und Stipendiaten der Studienförderung bereits neue Einblicke jenseits ihrer universitären Erfahrungswelt eröffnet.
Das Organisationsteam um Sina Evermann, Jan-Eric Stein, Philipp Stass, Janik Zangerl, Kolja Juntermanns und Vincent Kühler stellte den Tag bewusst unter das Leitmotiv „Austausch“. Dabei blieb es nicht bei allgemeinen Diskussionen. Josef Trendelkamp, Vizepräsident der Handwerkskammer Münster, Babette Lichtenstein van Lengerich, Ratsfrau der Stadt Münster und Mitglied der AG Handwerk der CDU, sowie Henning Fockenbrock, Mitgründer der Ährenbrüder, brachten auf einem lebhaften Panel konkrete Perspektiven aus Praxis und Politik ein. Themen wie Nachhaltigkeit und Bürokratie wurden ebenso diskutiert wie die Rolle der Ausbildungsförderung als Brücke zwischen Betrieben, Auszubildenden und gesellschaftlichem Engagement.
Ein besonderer Fokus lag auf dem direkten Dialog zwischen den Förderprogrammen. Als Stipendiaten der Ausbildungsförderung stellten Janik Zangerl und Christian Schwartze diese vor. Sie berichteten über das Zusammenspiel von ihrem Ausbildungsalltag und dem neu geschaffenen Stipendium. Dabei wurde deutlich, dass die Stipendiatinnen und Stipendiaten der beiden Förderprogramme sich durch ihr gemeinsames Engagement und gleicher Lebenseinstellung auszeichnen. Lediglich Arbeits- und Studienalltag unterscheiden sich doch recht deutlich, wie die Stipendiatinnen und Stipendiaten herausstellten. Dies stellt eine Herausforderung für die Planung von gemeinsamen Semesterprogrammen und Seminaren dar, welche jedoch mit zunehmender Erfahrung und Vernetzung zu bewältigen ist.
Auch über die Stiftung hinaus setzte der Regionaltag Impulse. Für die Handwerkskammer eröffnet sich nun zum Beispiel perspektivisch die Möglichkeit, engagierte Auszubildende gezielt auf die Ausbildungsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung aufmerksam zu machen. Umgekehrt gewinnt die Stiftung wertvolle Einblicke in aktuelle Herausforderungen und Kompetenzbedarfe des regionalen Handwerks. Der Regionaltag wirkte hier als verbindende Plattform.
Am Ende des Regionaltags bleibt der Eindruck, dass echter Austausch dort entsteht, wo unterschiedliche Lebenswelten aufeinandertreffen. Die Verbindung von Theorie und Praxis – zwischen Landwirtschaft, Handwerk und Hörsaal – erwies sich für alle Teilnehmenden als besonders bereichernd. Für die Zukunft liegt darin eine klare Aufgabe: Gemeinsame Formate schaffen, die diesen Dialog dauerhaft ermöglichen.
Ein Veranstaltungsbericht von: Sina Evermann, Kolja Juntermanns, Vincent Kühler – Stipendiatinnen und Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung.
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