Krisen, hybride Bedrohungen und neue sicherheitspolitische Herausforderungen verlangen neue Antworten – auch auf kommunaler Ebene. Unser Seminar, das wir mit der Gesellschaft für Sicherheitspolitik e. V. in Düsseldorf anbieten, brachte Expertinnen und Experten aus Politik, dem Deutschen Roten Kreuz und Sicherheitsberatung zusammen. Mit Impulsen, Übungen und Austausch zeigten wir, wie Städte und Gemeinden widerstandsfähiger werden können.
Ferdinand Gehringer, ehemaliger Policy Advisor für Innere Sicherheit und Cybersicherheit der Konrad‑Adenauer‑Stiftung und seit 2026 bei FTI Consulting tätig, beschrieb eine Zunahme hybrider Einflussversuche. Er stellte die Frage, ob die NATO weiterhin in kritischen Situationen dauerhaft geschlossen reagieren werde. Anhand der russischen DDoS‑Angriffe auf ukrainische Banken kurz vor Beginn der Vollinvasion vor vier Jahren verdeutlichte er, dass digitale Angriffe darauf abzielen könnten, Vertrauen in grundlegende Infrastrukturen zu erschüttern. Nach seinen Ausführungen seien ähnliche Szenarien auch in anderen Staaten vorstellbar. Im deutschen Kontext hob er die Bedeutung der bestehenden Bundesgesetze hervor, die im Spannungs‑, Bündnis‑ oder Verteidigungsfall als rechtlicher Rahmen dienten. Entscheidend sei in solchen Situationen der enge "Schulterschluss" zwischen Wirtschaft und Bundesregierung.
Dr. Heike Spieker, Expertin im Bevölkerungsschutz und Leiterin des Bereichs Nationale Hilfsgesellschaft im DRK‑Generalsekretariat, erläuterte die internen Abläufe ihrer Organisation. Sie führte aus, dass der Krisenreaktionsmechanismus kontinuierlich überprüft werde, um auf neue Lagen vorbereitet zu sein.
Im Hinblick auf die staatlichen Strukturen betonte sie die Rollenverteilung zwischen Bund und Ländern: Während der Bund Zivilschutzgesetze beschließe, liege die Umsetzung überwiegend bei den Ländern. Der Katastrophenschutz falle fast vollständig in die Verantwortung der Länder, die ihre Systeme jeweils an regionale Anforderungen anpassten.
Jörg Dreger, Gründer der DREGER Group GmbH, stellte den Ansatz seines Unternehmens vor, das seit den 1990er‑Jahren Sicherheitsstrategien und Führungsstrukturen entwickelt. Er beschrieb hybride Kriegsführung als ein Feld, in dem verschiedene Formen von Einfluss und Störung ineinandergreifen können.
Nach seiner Darstellung besteht eine zentrale Aufgabe darin, Gefahren frühzeitig zu identifizieren, mögliche Szenarien abzuleiten und zu bewerten, um anschließend geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu planen und umzusetzen. Ziel sei es, Organisationen so vorzubereiten, dass sie in Alltags‑ wie in Krisensituationen funktionsfähig bleiben.
Das Seminar verdeutlichte, dass Resilienz sowohl staatliche Strukturen als auch zivilgesellschaftliche und unternehmerische Akteure betrifft. Technische, organisatorische und strategische Maßnahmen müssen ineinandergreifen, um auf hybride Bedrohungen und komplexe Krisenlagen angemessen reagieren zu können.
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