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"Jeder dritte Student war während seines Studiums im Ausland“

Wissenschaft trifft Politik in Cadenabbia - Tag 1

Unter der Überschrift „Wissenschaft trifft Politik“ untersuchten Wissenschaftler und Politiker verschiedener Fachrichtungen im Rahmen einer Fachtagung vom 31. Oktober bis 02. November 2014 in Cadenabbia am Sommersitz Konrad Adenauers die aktuellen Entwicklungen und Innovationsstrategien in der internationalen Forschungs- und Wissenschaftslandschaft.

Den Auftakt machte der Impuls der Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen. Sie hob die Anstrengungen Deutschlands im Hochschulsektor hervor. In den vergangenen 10 Jahren habe das Land große Fortschritte bei der Internationalisierung gemacht. „Jeder dritte Student war während seines Studiums im Ausland“, sagte sie. Doch das Ziel von Bund und Länder in den kommenden Jahren sei es, die Mobilität der Studierenden zu erhöhen. Quennet-Thielen erklärte, dass bis 2020 die Zahl der ausländischen Studierenden in Deutschland auf 350.000 gesteigert werden solle. „Wir sind auf einem guten Weg nach den USA und England das attraktivste Land für ausländische Studierende zu werden.“

Darüber hinaus werde der Hochschulpakt fortgeführt. Aufgrund der steigenden Studierendenzahl werde er finanziell noch einmal deutlich aufgestockt. „Mit 20 Milliarden wird bis 2023 dieser Bereich finanziert und damit die Länder und die Hochschulen dabei unterstützt, qualitativ gute Ausbildung zu gewährleisten“, sagte die Staatssekretärin.

Damit sich die Hochschulen auch im Bereich Forschung international noch besser profilieren können, werde auch der Pakt für Forschung und Innovation weiter fortgeführt. Es solle eine 3-prozentige Steigerung jedes Jahr für die kommenden fünf Jahre geben.

Auch die Fortführung der Exzellenzinitiative an Unis bis zunächst 2018 sei ein wichtiger Schritt. „Damit ist eine wichtige Grundentscheidung getroffen worden, die allen Akteuren im Wissenschaftssystem in Deutschland weiterhin Ressourcen zur Verfügung stellt sowie Flexibilität und Planungssicherheit zugleich gewährt“, so Quennet-Thielen.

Als ein Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Forschungsentwicklung in Deutschland nannte die Staatssekretärin die Wissenschaftskooperationen. „50 Prozent der wissenschaftlichen Publikationen entstehen in internationaler Kooperation“, erläuterte Quennet-Thielen.

Prof. Sir Chris Llewellyn Smith, Chair Advisory Group Royal Society KNN, Oxford, stimmte ihr zu und beobachte dies auch auf globaler Ebene. Von 2002 bis 2012 habe sich die Finanzierung von Forschung um 58 Prozent in den OECD-Ländern erhöht und damit zu einem Wandel geführt. Besonders in den nicht OECD-Ländern sei die Zahl der zitierfähigen Dokumente extrem gestiegen. „Indien ist in den Top-Ten der zitierfähigen Dokumente“, sagte Smith. Mit den globalen Herausforderungen wie Tsunamis, dem Klimawandel oder den gesundheitlichen Gefahren steige auch die Dringlichkeit, dass Wissenschaft und Industrie zusammenarbeiten müsse. Er betonte, wie wichtig globale Wissenschaftskooperationen im 21. Jahrhundert seien. „Die internationale Zusammenarbeit bringt die besten Wissenschaftler hervor“, sagte Smith. Damit gemeinsam Antworten auf komplexe globale Probleme gefunden werden könnten, müssten politische Barrieren überwunden werden. Die Politik spiele somit eine wichtige Rolle.

Prof. Dr. Katja Windt, Präsidentin der Jacobs Universität in Bremen, ging in ihrem Impulsvortrag auf den Wissenschaftstransfer zwischen Universitäten und Wirtschaft ein. Sie erläuterte den Spagat den die Hochschulen im Gegensatz zu früher heute leisten müssten. „Universitäten müssen ihr Wissen weit mehr vermarkten als früher“, sagte Windt. Sie behielten zwar ihre Forschungsrolle, aber übernähmen nun auch Vermarktungsstrategien. Am Beispiel ihrer Universität erläuterte sie, wie Forschung und Industrie eng zusammenarbeiten. Aus gemeinsamen Thinktanks seien Produkte für die Wirtschaft entstanden. Ein weiteres Element, das für die Forschung wichtig sei, sei die Verzahnung verschiedener Disziplinen. „Wir bringen Maschinenbauer und Gesellschaftswissenschaftler zusammen um wissenschaftliche Prozesse besser zu optimieren“, so Windt. Sie geht davon aus, dass Universitäten sich in Zukunft noch mehr auf unternehmerische Aktivitäten konzentrieren müssten. Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, ehemaliger Minister für Bildung und Wissenschaft in Rheinland-Pfalz, bewertete aber das Hochschulsystem als gutes Beispiel. „Wir haben gute Voraussetzungen in der wissenschaftlichen Hochschullandschaft unter anderem mit dem Exzellenzprogramm geschaffen“, sagte er im Diskurs.

Prof. Dr. Peter Frankenberg, ehemaliger Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst von Baden-Württemberg, nannte Wissenschaft und Forschung als Schlüsselfaktoren für wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Entwicklung. Doch er mahnte, dass eine reine Förderung der Universitäten nicht der alleinige Garant für wirtschaftlichen und innovativen Erfolg sei. „Das duale Ausbildungssystem muss mehr etabliert und vertieft werden, reine Akademiker reichen nicht aus“, forderte Frankenberg. Das duale System dürfe nicht unter die Räder der Hochschulen geraten. Zudem forderte er mehr unternehmerische Aktivitäten von den Universitäten. „Wir brauchen unternehmerischen Geist im öffentlichen Sektor“, sagte Frankenberg.

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