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Demokratie nicht garantiert: Die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Antisemitismus in Deutschland

od Heike Zimmermann
Bericht über den einleitenden Vortrag und die Podiumsdiskussion auf der Jubiläumsveranstaltung des American Jewish Committee (AJC) und der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) anlässlich des 25jährigen Bestehens ihres Austauschprogramms.

Der Hörsaal der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Berlin war bis auf den letzten Platz besetzt. Nicht nur honorige Mitglieder, Freunde und Förderer des American Jewish Committee (AJC) und der KAS waren zur Podiumsdiskussion „Bekämpfung von Rechtsextremismus und Antisemitismus in Deutschland“ gekommen, sondern auch junge Menschen, vielleicht Söhne und Töchter derjenigen, die bereits vor Jahren am Austauschprogramm von AJC und KAS teilgenommen haben. Vor mir bedankt sich eine Amerikanerin bei Professor Dr. Ernst Cramer, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer Stiftung, dafür, dass sie ihn kennen lernen durfte, als sie auf Einladung der KAS in Deutschland war.

Der Austausch mit dem American Jewish Committee bildet das Kernstück des Dialogs der Konrad-Adenauer-Stiftung mit der jüdischen Gemeinde in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Hunderte amerikanischer Juden besuchten als Gäste der Stiftung Deutschland und ebenso viele deutsche Gruppen waren mit dem AJC in den USA und machten „a life-changing experience“.

Seit 25 Jahren gibt es das Austauschprogramm von AJC und KAS, vom 29. Juni bis 1. Juli 2005 feiern die beiden Institutionen in Berlin ihr Jubiläum.

Dr. Wolfgang Schäuble MdB, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Außen-, Sicherheits- und Europapolitik, sieht die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Antisemitismus in Deutschland als die Voraussetzung dafür, dass Deutschland nach 1945 eine Chance bekommen hat und in Zukunft bekommt. Beides, so Schäuble in seinem einleitenden Vortrag zur Podiumsdiskussion, seien Angriffe auf die Grundlagen des Zusammenlebens einer offenen Gesellschaft.

Antisemitismus und Rechtsextremismus sind in Deutschland weniger ein Problem bei älteren Menschen – ein Ergebnis erfolgreicher Aufklärung - sondern bei jüngeren. Schäuble macht dafür unterschiedliche Ursachen aus: eine Form von Geschichtslosigkeit: nur wenn man sich mit der Vergangenheit beschäftigt, kann man Zukunft gewinnen. Hinzu komme fehlendes Wissen über das Fremde und der Wunsch der Jugend, Tabus zu brechen und Aufmerksamkeit zu erregen. Außerdem gebe es, besonders in den neuen Bundesländern, hohe Frustration und Perspektivlosigkeit – ein Nährboden für Rechtsextremismus und Antisemitismus.

Obwohl wir viel zu wenig Kinder haben, schaffen wir es nicht einmal, viele dieser Kinder in einer einigermaßen ordentlichen Form zu erziehen, so Schäuble. Als wichtigen Punkt bei der Bekämpfung von Rechtsextremismus und Antisemitismus sieht er die Stärkung der Familie und Institutionen wie Schule, Vorschule oder von ehrenamtlichen Einrichtungen, die die Gesellschaft befähigen, Freiheit zu sichern.

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Deidre Berger

Unter der Moderation von Deidre Berger, Managing Director AJC Office Berlin, diskutieren Nathan Kalmanowicz, Mitglied des Präsidiums des Zentralrats der Juden in Deutschland und Vizepräsident der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, die Publizistin Dr. Sylke Tempel und Wolfgang Schäuble Ausprägungen und Grenzen von Antisemitismus und Rechtsextremismus.

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Dr. Sylke Tempel
Antisemitismus, so Sylke Tempel, gebe es sowohl im rechten, als auch im politisch linken Spektrum. Man müsse dies bei der Bekämpfung des Antisemitismus beachten, denn „with all different forms of appearances we have to look for different forms of combating this“.

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Nathan Kalmanowicz
Nathan Kalmanowicz sieht Antisemitismus als ein Problem von 85 Millionen Deutschen und nicht der Juden in Deutschland. Zwei Ausprägungen machen ihm Sorge: die Anfälligkeit der Jugend für Antisemitismus und ein hoffähig gewordener, antisemitistischer Sprachgebrauch – auch der politischen Elite. Er betont die transatlantische Allianz und bestärkt Deutschlands Vorbildfunktion für Osteuropa im Kampf gegen Antisemitismus.

51% der Deutschen vergleichen die Haltung Israels gegenüber den Palästinensern mit den Taten der Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg – diese Tatsache führt zu Diskussionen. Ist Antisemitismus oder viel eher der Rechtsextremismus (Schäuble) ein Problem in Deutschland? Wo beginnt Antisemitismus, fragt Tempel, wo endet er? Der Vergleich zwischen Israel und den Nationalsozialisten, so die Publizistin, ist eindeutig antisemitisch. Aber nicht jede Kritik an Israel darf als antisemitisch missverstanden werden. Kalmanowicz, der den Vergleich ebenfalls als antisemitisch empfindet, wendet ein, dass die Befragten nicht gleich Antisemiten seien. Die Mehrzahl der Deutschen seien Demokraten.

Wie gestaltet sich die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Antisemitismus in Deutschland? Die Deutschen wissen, so Deidre Berger, zu wenig über Israel. Das Hintergrundwissen fehle, nachfolgende Generationen beschäftigen sich immer weniger mit der Geschichte Israels und den Verbrechen der Nazizeit. „We need to re-talk“, in Familien, Schulen und Universitäten, denn Demokratie ist nicht garantiert. Wir müssen etwas dafür tun.

Sdílet

Pressemitteilungen
27. června 2005
Pressemitteilung
Einzeltitel
17. června 2005
„A Life-Changing Experience“ (dt.)

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