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Entwicklungszusammenarbeit: Chance oder Hürde?

od Sabine Gerhardt

9. Bonner Frühstücksforum der Konrad-Adenauer-Stiftung

Die bisherige Bilanz internationaler Entwicklungszusammenarbeit fällt umstritten aus. Das gilt auch und vor allem für Subsahara-Afrika. Auf der Suche nach den daraus zu ziehenden Konsequenzen gehen die Meinungen auseinander. Weltweit sind heute ganze Herscharen von Experten auf der Suche nach neuen Ideen und innovativen Konzepten, um den „traditionellen” Herausforderungen aber auch neuen Fragen – wie etwa dem Klimawandel oder auch der Internationalen Finanzkrise – besser begegnen zu können.

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James Shikwati

Dem kenianischen Journalisten und Ökonom James Shikwati gehen diese Überlegungen nicht weit genug. Mit Sätzen wie „Wer Afrika helfen will, darf kein Geld geben“, „Streicht diese Hilfe“ oder „Kein Platz für Entwicklungshilfe“ hat der Kenianer es in den vergangenen Jahren auch in Deutschland zu einer erheblichen Prominenz in der entwicklungspolitischen Debatte gebracht hat. Die Konrad-Adenauer-Stiftung lud Shikwati daher im Rahmen des 9. Bonner Frühstücksforums zur Diskussion seiner Thesen mit rund 25 deutschen EZ-Experten.

„Afrika muss sich selber neu erfinden, um sich zu entwickeln“, so die Kernbotschaft Shikwatis. Entwicklung hänge maßgeblich davon ab, wie sie durch das Individuum wahrgenommen werde und welche Maßnahmen dieses entsprechend setze. Die internationale Entwicklungszusammenarbeit hätte einen solchen Prozess bis heute verhindert. Der Westen habe Afrika auf eine Weise interpretiert, die den Afrikaner ihrer Würde beraubt hätte. Und genau diese möchte Shikwati wieder herstellen: „Was nützen all die neuen Straßen, was die Häuser und Brunnen“, wenn es dem Menschen an seiner Würde fehlt“, fragt er. Entwicklungshilfe sei nichts weiter als eine „life support machine“ und unterstütze das globale Image von Afrika als hilflosem und armem Kontinent.

Als Beispiel zog Shikwati die Millenniumsentwicklungsziele heran: Sie dienten dem Westen in erster Linie als immer neuer Grund für weitere Hilfsleistungen. Den kleinen Entwicklungsschritten, die von vielen Afrikanern durchaus wahrgenommen würden, würde so kaum Rechnung getragen.

Stattdessen müsse sich Afrika selber entwickeln! Dazu seien laut Shikwati vor allem drei Schritte notwendig: Erstens müsse der Aufbau der Institutionen vorangetrieben werden. Dazu gehöre auch, dass die post-kolonialen Verfassungen neu geschrieben würden. Von Afrikanern für Afrikaner. Zweitens müsse das Bildungssystem reformiert werden. Das beinhalte auch eine kritische Prüfung der Lehrinhalte. Nicht das Erlernen der englischen Sprache sei von höchster Priorität, sondern das Wissen um die eigenen Bedürfnisse und Herausforderungen. Und drittens sei ein wettbewerbsfähiges Finanzsystem zu schaffen, das auch der zunehmenden Urbanisierung der Gesellschaften Rechnung trage.

Was solle nun Deutschland tun, um Afrikas Weg bestmöglich zu unterstützen, fragten viele der Teilnehmer in der Diskussion. Shikwatis Antwort war eindeutig: Den Dialog pflegen und eine Plattform zum Gedankenaustausch bereitstellen, auch um die eigenen Interessen beider Seiten zu diskutieren. Das sei wahre Solidarität, nicht die Verteilung von Geldern. Seine Thesen zur „unterlassenen Hilfeleistung“ als Gebot und nicht Verbot vermochten nicht alle Experten zu überzeugen, in jedem Fall aber sorgten sie für einen regen Gedankenaustausch und lassen auf weitere erfrischend neue Debatte hoffen.

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