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Im Detail alles geändert

Amerikanische Wahlkampfexperten in der Akademie der KAS

Politische Beteiligung ist nur einen Mausklick entfernt – so lässt sich die ideale Internet-Kampagne aus Sicht der drei amerikanischen Wahlkampfexperten Mindy L. Finn, Terry Nelson und Philip A. Musser zusammenfassen. Im Gespräch mit dem Online-Experten der CDU Deutschlands, Stefan Hennewig, machten die drei Strategen in der Akademie der KAS in Berlin allerdings auch deutlich, dass eine virtuelle Kampagne nur funktionieren kann, wenn die Basis dafür offline gelegt wird.

Am Beispiel des US-Präsidenten Barack Obama machten die drei hochkarätigen Berater, die unter anderem für George W. Bush und John McCain gearbeitet haben, die Bedeutung von Emotionen für den Online-Wahlkampf deutlich. Eine mit viel Kreativität und Detailfreude durchgeführte Internet-Kampagne war ein wesentliches Standbein für Obamas Einzug ins Weiße Haus. Wichtige Komponente sei dabei der Ärger auf die Bush-Regierung und die damit verbundene Bereitschaft der Wähler gewesen, sich politisch zu engagieren. Zu diesem Engagement bot Obamas Online-Kampagne einen unkomplizierten Zugang – ein Schlüssel des Erfolgs.

Inzwischen seien es allerdings die Anhänger der Republikaner, die durch ihre vereinigende Wut auf die Obama-Regierung den virtuellen Raum beherrschen, sagte Terry Nelson: „Ärger und Emotionen sind wichtige Triebfedern für Online-Aktivisten.“ Auf der anderen Seite könne Ärger über die Politik durch kein Online-Werkzeug zerstreut werden, betonte Stefan Hennewig.

Philip A. Musser ging während der Diskussion vor allem auf die Veränderungen ein, die das Internet für politische Debatten gebracht hat: „Die Geschwindigkeit hat sich durch die Online-Debatten enorm erhöht, zudem ist es wichtiger denn je, dass Politiker authentisch auftreten, wenn sie sich des Internets bedienen.“ Mindy L. Finn riet in diesem Zusammenhang zur Schaffung eines Reaktionsteams bei politischen Kampagnen, um schneller auf Diskussionsbeiträge und Umfragen im Internet reagieren zu können.

Alle drei amerikanischen Experten stimmten darin überein, dass Sozialen Netzwerken und Bloggern eine besondere Bedeutung für die Online-Kampagnen zukommt. „Blogger gehören zu den Meinungsführern, die man möglichst früh von den eigenen Ideen überzeugen sollte, weil viele andere Medien sich auf sie berufen“, sagte Terry Nelson. Mindy L. Finn hob hervor, dass Kampagnen in Sozialen Netzwerken stets in einem positiven Nutzerumfeld stattfinden, da die User diese Plattformen vor allem zur Pflege von Kontakten und Freundschaften verwenden.

Stefan Hennewig wies aus deutscher Sicht darauf hin, dass eine systematische Auswertung der politischen Kommunikation im Internet aufgrund des hohen Aufwandes bisher immer nur in Wahlkampfzeiten möglich war. Dieses Problem sieht auch Mindy L. Finn auf die politischen Akteure zukommen: „Die Zahl der Online-Angebote, die man im Blick haben muss, wächst rasant.“ Dennoch zeigte sie sich abschließend von der großen Bedeutung des Internets für Wahlkampagnen überzeugt: „Das Internet hat im Großen und Ganzen nichts am Wahlkampf verändert, im Detail aber alles.“

Hören Sie sich auch den Audio-Mitschnitt der Debatte im Media-Player rechts oder hier zum Download an.

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