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Kyoto war nur Peanuts

Welche Herausforderungen die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen mit sich bringt

Es sind nur noch wenige Tage bis zur UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Die Erwartungen an den Gipfel sind groß, das Ziel die Klimaerwärmung auf 2°C zu begrenzen – bis 2020. In einer Diskussionsveranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung waren sich Experten aus Politik, Klimaforschung und Industrie schon einmal einig: Es gilt zu handeln und zwar sofort.

Die Umweltministerin von Baden-Württemberg, Tanja Gönner, betonte in Hinblick auf diese Konferenz die Rolle Deutschlands und Europas: „Deutschland muss Verantwortung übernehmen und innerhalb der EU eine Vorreiterrolle einnehmen, aber auch mit Europa.“ Weltweit schaue man auf uns und unser Handeln. Immerhin ist Europa die einzige Region, die bis 2006 ihre Emission entsprechend der ausgehandelten Vorgaben in Kyoto verringert hat. Die Notwendigkeit des Handelns sei dabei nicht zu übersehen. „Wenn wir nicht handeln, wird es nicht bei dem Eisbär auf der schmelzenden Eisscholle bleiben. Die einen werden vor dem Wasser flüchten, die anderen ihm hinterherrennen. Kämpfe um Land sind zu erwarten und damit entsteht ein internationales Sicherheitsrisiko“, hob die Umweltministerin hervor.

Milliarden Ausgaben zu erwarten

Um das sogenannte Ziel „2020“ zu erreichen, also die Klimaerwärmung bis zum Jahr 2020 auf 2°C zu begrenzen, liegt noch einiges an Arbeit vor den einzelnen Ländern. „Kyoto haben wir mühselig hinter uns gebracht, doch das war gegen die zukünftigen Aufgaben nur Peanuts“, sagte Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender und Mitbegründer von Germanwatch. Mit Hochrechnungen zu den Kosten des Planes verdeutlicht der umweltpolitische Berater diese Ansicht. So würde allein die Reduktion des Treibhausgases die UN-Staaten insgesamt etwa 160 Milliarden Euro pro Jahr im Zeitraum von 2013 bis 2017 kosten. Auf Deutschland kommen bis 2020 Kosten in Höhe von sieben Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich zur Entwicklungshilfe zu.

Der Druck auf die Wissenschaftler

Das erste Mal basieren wichtige politische Entscheidungen und der Einsatz von Milliarden Euro gänzlich auf den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien. Der ehemalige Klimaberater der Bundeskanzlerin Angela Merkel, Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, weiß um diese unangenehme Verantwortung der Forscher. „Es ist eine Last, den globalen Schiedsrichter spielen zu müssen, schließlich steht unendlich viel auf dem Spiel. Wenn wir uns irren, wurden Millionen Gelder an der falschen Stelle investiert“, sagte der Direktor des Instituts für Klimafolgenforschung in Potsdam. Auch betont der Klimaforscher, dass der Richtwert 2°C nur eine Art Brandschutzmauer darstellt: „Wenn das Feuer ausbricht, wird sehr viel zerstört, nur wichtige Teile können gerettet werden.“ Am besten wären daher 0°C Erderwärmung, aber aktuell läge man schon bei 0,8°C. „Wenn die Welt die 2°C schaffen will, wird das schon schwer genug“, sagte Schellnhuber.

Die Industrie wird einbezogen

Die UN sieht für Kopenhagen neben der Reduktion der Treibhausgase - wie in Kyoto beschlossen - weitere vier Punkte vor, über die Abkommen getroffen werden sollen. Dazu gehören die milliardenschwere Anpassung an den Klimawandel, finanzielle Unterstützung schwächerer Staaten, Waldschutz und der Umgang mit Patent- und Eigentumsrechten für klimafreundliche Technologien.

Der letzte Punkt sowie die Anpassung an den Wandel bezieht nun auch die Industrie und Wirtschaft schwerpunktmäßig in den Klimaschutz mit ein. Dr. Werner Schnappauf, der Hauptgeschäftsführer vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), befürwortet das: „Eine Lösung des Problems ist nur mit der Industrie möglich, denn die Reduktion von Emissionen funktioniert über neue, innovative Technologien.“ Die Wirtschaft in Deutschland sei in den vergangenen Jahren konstruktiv und aktiv auf dem Feld des Klimaschutzes gewesen. Wirtschaft und Industrie hätten maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland das Kyoto-Ziel der CO2-Reduktion um 20 Prozent sogar mit 21 Prozent übererreicht hat.

Das Überleben ist nicht verhandelbar

Mit der Konferenz in Kopenhagen beginnt nach Kyoto ein neues Kapitel des internationalen Klimaschutzes. In diesem sieht Klaus Milke auf die wirtschaftsstarken Länder eine gesonderte Verantwortung zukommen: „Die verursachenden Industrieländer mit ihren Altlasten haben voran zu marschieren und müssen die Entwicklungs- und Schwellenländer auf den Weg mitnehmen. Wenn nicht die einen den großen Schritt machen, macht ihn schließlich keiner. Aber das Überleben ist nicht verhandelbar.“

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