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Megacity Kairo - politische Zukunftsszenarien für eine Millionenstadt

Kairo zählt mit seinen fast 20 Mio. Einwohnern längst zu den bevölkerungsreichsten Städten weltweit. Eine Fachkonferenz diskutierte die politischen Herausforderungen für die Politik und erarbeitete Handlungsempfehlungen und Zukunftsszenarien.

Ablauf

Die zweitägige Fachkonferenz war in drei Sitzungen unterteilt, wobei jede eine andere Facette in der Entwicklung von Zukunftsszenarien für die Millionenstadt beleuchtete. Bereits früh wurde deutlich, dass es zahlreiche unterschiedliche Herangehensweisen gibt, wenn es darum geht Stadtentwicklungskonzepte zu erarbeiten. In der ersten Sitzung referierten die Sprecher über Konzepte zur flächendeckenden Revitalisierung von Stadtgebieten. Die ersten beiden Vorträge konzentrierten sich auf das Stadtzentrum von Kairo, Downtown. Thematisiert wurden Probleme der zunehmenden Dezentralisierung der Stadt und die Auslagerung wichtiger Ministerien, welche diesen Trend verstärkten. Die darauf folgende Abwanderung der Bevölkerung und der Bedeutungsverlust des Stadtzentrums sollten, nach der Vorstellung der Referenten, mit Hilfe von Revitalisierungsprojekten aufgehalten werden, welche die Schaffung von Fußgängerzonen oder Grünflächen vorsahen. Bei der Planung wurden unterschiedliche Ansätze verfolgt, wie beispielsweise die Berücksichtigung alter Gebäude oder beliebter Routen von Fußgängern, um die Nutzung attraktiv zu machen.

Nach einer solchen vorangehenden Klassifizierung sollten dann umfassende Baumaßnahmen in Angriff genommen werden. Als Beispiel wurde hier ein Konzept für das Regierungsviertel vorgestellt. Dass ein Erfolg dieser Maßnahmen möglich sei, zeigte das Beispiel Beirut, das separat vorgestellt wurde. Allerdings wurde allgemein von den Referenten auf die Gefahr hingewiesen, dass Konzepte und Planungen unbedingt in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort erarbeitet werden müssten, da anderenfalls eine Akzeptanz durch die Bürger ausbleiben könnte. Die Zusammenarbeit zwischen Planern und der Bevölkerung war das Thema der zweiten Sitzung. Hier wurden von den Referenten Konzepte und Überlegungen vorgestellt, wie eine aktive Einbindung der Anwohner in den Planungsprozess erfolgen könnte. Nach Ansicht der Gäste müsste der Dialog dazu bereits auf dem Mikrolevel erfolgen und die Finanzierung direkt an Projekte gebunden werden, die den Menschen vor Ort zu Gute kommen. Geld nur für allgemein formulierte Konzepte bereitzustellen, sei nach Ansicht der Vortragenden weniger sinnvoll, da die Gefahr der Veruntreuung zu groß sein könnte. Ein Beispiel für die Einbindung der Anwohner wurde von mehreren Künstlern gegeben, die mit Hilfe eines dynamischen, aber detailtreuen Modells der Nachbarschaft sowie ausführlichen Interviews die Wünsche der betroffenen Bürger berücksichtigen wollten. Durch die hohe Partizipationsrate wurde diese Herangehensweise als Erfolg beurteilt, vor allem, da es den Bewohnern auch einen Eindruck von der Komplexität der Schaffensprozesse vermittelte sowie gleichzeitig Lösungsstrategien für Interessenskonflikte anbot. Eine weitere Möglichkeit für Planer, sich das notwendige tiefere Verständnis der Wünsche der Bewohner anzueignen, wurde von den beiden folgenden Referenten vorgestellt. Nach ihrer Überzeugung seinen Narrativen von älteren Zeitzeugen wichtig, um das passiv übertragene Verbundenheitsgefühl der Bewohner ihrer Nachbarschaft gegenüber zu verstehen. Als Beispiele wurden hier das Café Riche und der Midan Tahrir vorgestellt. Die letzte Sitzung thematisierte schließlich ausländische Ansätze in der Stadtentwicklung. Hierbei referierte ein deutscher Städteplaner zur Konzeptschaffung in seiner Heimat und versuchte damit den ägyptischen Kollegen Eindrücke über die Vorgehensweise im Ausland zu geben. Aufgrund der notwendigen Gegebenheit zur Genehmigung eines Umbauprojektes in Deutschland sei hier vor allem die detaillierte Planung im Fokus. Auch die Einbeziehung der Bevölkerung sei einer der ersten wichtigen Planungsschritte, da sonst rechtliche Hürden die Umsetzung des Projekts behindern könnten. Am Beispiel des Stadtumbaus in Mönchengladbach erklärte der Referent, wie eine Einbindung der Anwohner mittels Flyer, Workshops, Foren und Zeitungen erfolgen könne. Als Alternative zu staatlichen Initiativen wurde auch das nordamerikanische Konzept des „Urban Development Program“ vorgestellt. Hierbei würde eine vollkommene Einbeziehung der Bewohner erfolgen und die Kosten gerecht unter diesen aufgeteilt werden. Allerdings sei der Entscheidungsprozess aufgrund der Gleichberechtigung langwieriger. Als positive Beispiele wurden Projekte in Hamburg oder München vorgestellt.

Fazit

Die abschließende Diskussion zeigte, dass der fachliche Anspruch der Konferenz erreicht wurde. In den zwei Tagen konnten sich lokale und ausländische Experten über die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Konzeptplanung austauschen und diese kritisch diskutieren. Das Beispiel Kairo und die Beiträge der Referenten haben gezeigt, dass hierbei eine umsichtige Planung von Nöten ist, die auf keinen Fall an der Bevölkerung vorbei entschieden werden darf, wenn ein langfristiger Erfolg gewollt ist. Es wurde auch deutlich, dass speziell in dieser Stadt ein Hochseilakt zwischen Tourismus und lokalen Interessen erfolgen muss, um die teilweise divergierenden Interessen zusammenzubringen.

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erscheinungsort

Ägypten Ägypten