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Normative Grundsatzdebatte über Fragen der Zukunft

Ausländische Direktinvestitionen im Agrarbereich

Für die Einen bergen sie ein großes Entwicklungspotential armer Weltregionen, für die Anderen repräsentieren sie gierige Enteigner ländlicher Besitztümer in verschiedenen Weltregionen – ausländische Direktinvestitionen. Über Vor- und Nachteile diskutierten Experten bei der ADLAF-Tagung in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Bei den Fragen, die aktuell rund um das Thema „land grabbing“ gestellt werden, handele es sich um eine Debatte, bei der sehr grundsätzliche Fragen gestellt werden, sagte Prof. Dr. Michael Kirk. „Markt vs. Zivilgesellschaft, Rohstoffverbrauch vs. Klima oder lokal vs. global - wir sehen heute einen ausgeprägten normativen Dissens um wichtige Fragen der Zukunft“, so der Ökonom am Institut für Entwicklungskooperation in Entwicklungsländern der Philipps-Universität Marburg. Es gelte, grundsätzliche Fragen zu klären, etwa ob Direktinvestitionen bei der Armutsbekämpfung helfen können, welche Bedeutung die Gewinnung von Bioenergie in Abwägung zur Frage der globalen Ernährung habe, oder die Klärung der Frage, was Land eigentlich sei: Produktionsfaktor oder Kulturelement.

„Wir forschen seit mittlerweile vier Jahren“, sagte Kerstin Nolte in Ihrer Präsentation. Und es zeige sich, dass bessere Daten und verstärkte Forschungsanstrengungen benötigt werden, sowie, dass Regierungen der Zielländer und Investoren die Transparenz der Transaktionen erhöhen sollten, so die Wissenschaftliche Mitarbeiterin am GIGA Institut für Afrika-Studien. Ihre Arbeit basiere auf Daten der 'Land Matrix', in die Forschungs-, Regierungs- und Medienberichte einfließen, sowie auf eigenen Recherchen. Da die Verhandlungen zu Direktinvestitionen jedoch nicht statisch, sondern dynamisch abliefen, sei eine Erfassung in Datenbanken zwecks Auswertung sehr schwierig. „Dabei sprechen wir heute bereits über Landtransfers in einer Größenordnung von 35,9 Millionen Hektar. Das entspricht zirka zwei Prozent der global bewirtschafteten Fläche oder der Gesamtgröße Deutschlands. Und die Nachfrage steigt weiter.“

Vor allem Kleinbauern gehörten zu den Verlierern und unter ihnen besonders diejenigen, die auf gemeinschaftlich verwaltetem Land leben und arbeiten, so Nolte. Davon seien in besonderer Weise Kleinbauern in Afrika und Lateinamerika betroffen. Diesen Punkt hob auch Kirk kritisch hervor. Nachdem die biopolare Weltordnung Ende der 1990er Jahre überwunden war, sei es auf internationaler Ebene zu zahlreichen Neustrukturierungen gekommen. „Es entstanden jedoch kaum einklagbare Rechte für Kleinbauern in armen, von Agrarwirtschaft geprägten Weltregionen.“

Prof. Dr. Harald von Witzke gab einen Überblick über die historische Entwicklung der weltweiten Preise für Agrarprodukte, um auf die heutige Situation hinzuführen. „Bis zirka 1820 stiegen die Agrarpreise weltweit an, danach wurde immer mehr Nahrung für immer mehr Menschen benötigt, doch durch technische Fortschritte wurde Nahrung billiger“, so der Agrarökonom der Berliner Humboldt-Universität. Seit 2000 seien die Preise jedoch tendenziell wieder angestiegen, weil die Nachfrage schneller anschwoll, als das Angebot wachsen konnte. Dies habe zum einen mit der weiter wachsenden Weltbevölkerung zu tun, die laut Berechnungen bis zum Jahr 2050 auf zehn Milliarden Menschen anwachse und andererseits mit der positiven Wirtschaftsentwicklung großer Schwellenländer und dem damit verbundenen höheren Nahrungsbedarf.

Dort, wo der Hunger weltweit am größten sei, müsse die Produktionstechnik vor Ort gestärkt werden, damit Bauern mindestens über die elementarsten Agrartechnologien verfügen, so Witzke. „Ausländische Direktinvestitionen bergen dabei ein großes Entwicklungspotential für die beschleunigte Entwicklung eines Landes. Allerdings müssen sie einhergehen mit durchsetzbaren und wohldefinierten Eigentumsrechten.“

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