Veranstaltungsberichte

“Politisch-soziale Entwicklung 2016: Herausforderungen und Chancen”

3. Gesprächsforum von ACDE

Am 1. Juni 2016 fand das zweite Gesprächsforum der Christlichen Vereinigung von Unternehmensleitern (ACDE) und der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) statt. Dabei hielt Eduardo Fidanza, Direktor der Politikberatung Poliarquía, einen Vortrag über die aktuelle politische Situation Argentiniens.

Juan Pablo Simón Padrós, Präsident von ACDE, eröffnete das Forum mit kurzen Begrüßungsworten und stellte den Redner vor. Anschließend übernahm Fidanza das Wort. Sein Vortrag war in sieben Abschnitte unterteilt: Der erste Teil behandelte die aktuelle Stimmungslage der Gesellschaft, der zweite von den Charakteristika der Wählerschaft, dem Übergang sowie der politischen Agenda und der dritte von der Beurteilung der neuen Regierung. Anschließend referierte er darüber, wie unterschiedlich die Öffentlichkeit die wichtigsten aktuellen politischen Akteure wahrnehme sowie über die sozialen sowie die wirtschaftlichen Erwartungen. Abschließend präsentierteer seine Schlussfolgerungen.

Der Soziologe berichtete, dass seinen Forschungen zufolge 56% der berücksichtigten Argentinier der Meinung sind, dass sich das Land positiv entwickle. Dagegen sei fast die Hälfte (45%) der Überzeugung, dass Argentinien auf dem Weg in eine Krise sei; 51% fürchte der Verlust des Arbeitsplatzes. Außerdem gebe es eine generelle Unzufriedenheit bezüglich der Korruption, der Inflation sowie der Unsicherheit. Insofern stellte Fidanza fest, dass nicht einmal ein Fünftel (15%) der Befragten uneingeschränkt zufrieden mit der aktuellen Lage des Landes ist.

Schließlich wies der Politikberater darauf hin, dass der Übergang vom Modell der Kirchner-Regierung zu dem der Macri-Regierung ein komplexer Prozess mit ungewissem Ausgang sei. Die größte Herausforderung in diesem Zusammenhang stelle es daher dar, die Wirtschaft so anzupassen, dass sie keine einschneidenden Auswirkungen auf das Allgemeinwohl hätten. Anschließend beantwortete er Fragen über die Rolle der Gewerkschaften und der Jugend, über den politischen Diskurs von Macri sowie über dessen Beziehungen zum Papst. Zuletzt betonte Fidanza, dass die einzige Möglichkeit, eine postmoderne Regierung wie die Macris zu etablieren, darin bestünde, das Konzept der Bürgerschaft aufrecht zu erhalten. Dies bedeute, Bildung, wirtschaftliches Allgemeinwohl sowie den Pluralismus innerhalb der Gesellschaft zu garantieren.

Ansprechpartner

Olaf Jacob

Olaf Jacob

Leiter des Auslandsbüros Argentinien

Olaf.Jacob@kas.de +54-11 4326 2552
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