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Veranstaltungsberichte

Mesa KAS: Expertos en Diálogo

Debatte am Frühstückstisch zum Thema „Geopolitik im Indopazifik“

Am 26. Februar veranstaltete das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Argentinien seinen ersten runden Tisch der Politikanalyse in diesem Jahr. Die Gesprächsreihe mit dem Titel „Mesa KAS: Expertos en Diálogo“ dient dem fundierten Austausch zwischen Expertinnen und Experten zu strategisch relevanten politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in und für Argentinien.

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Als Impulsgeber begrüßte die Stiftung diesmal den deutsch-argentinischen Regionalwissenschaftler Dr. Christian E. Rieck von der Universität Potsdam, welcher sich aktuell mit den Möglichkeiten der Verbindung des indo-pazifischem und des euro-atlantischem Raums auseinandersetzt. Um die argentinischen Positionen im Hinblick auf diese Debatte besser zu verstehen und die Sichtweise auf bedeutende globale Player wie China und die USA zu diskutieren, waren darüber hinaus zehn interdisziplinäre Fachexpertinnen und -experten eingeladen. 

 

Gemeinsam diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche Rolle sowohl Argentinien als auch Deutschland bzw. die Europäische Union derzeit im Zusammenhang mit den vielschichtigen Entwicklungen im Indopazifik spielen und welche Herausforderungen, aber auch Chancen sich für diese Akteure perspektivisch auftun könnten.

Die unterschiedlichen fachlichen Hintergründe der eingeladenen Experten ermöglichten es, das Thema aus diversen Blickwinkeln zu betrachten. Im Fokus der Diskussion standen daher neben handels- und wirtschaftspolitischen Fragestellungen auch die Bereiche Ressourcenmanagement und Sicherheit. Während einerseits gemeinsame Werte, Instrumente sowie Interessen Argentiniens und Deutschlands im Hinblick auf den Indopazifik bzw. Themen wie die Sicherung von Wertschöpfungsketten und gegenseitige Abhängigkeiten geteilte Einschätzungen zwischen den Beteiligten hervorriefen, wurden andere Themen wie etwa der illegale Fischfang vor den Küsten Argentiniens durch China bzw. mögliche Dual-Use-Technologien und entsprechende Einrichtungen in Argentinien kontroverser diskutiert.

 

Zwar wächst insbesondere mit Blick auf China sowohl in Argentinien als auch in Europa das Interesse an stärker diversifizierten und stabileren Handels- und Investitionsbeziehungen; zugleich zeigen sich in beiden Ländern jedoch – insbesondere im wirtschaftlichen Bereich – unterschiedlich stark ausgeprägte pragmatische Tendenzen, um bestehende Partnerschaften nicht zu gefährden. 

Gleichzeitig wird auch die Politik der USA unter Präsident Donald Trump, einschließlich protektionistischer Handelsmaßnahmen, umstrittener (militärischer) Interventionen in anderen Ländern und kontrovers diskutierter außenpolitischer Positionierungen, zunehmend differenziert wahrgenommen und neu bewertet, was die Suche nach zusätzlichen internationalen Partnerschaften - wie bspw. im Indopazifik - weiter begünstigt.

 

Dortige Regionalmächte, wie Australien und Japan, bzw. die zunehmend wirtschaftsstärkeren ASEAN-Staaten bieten demnach möglicherweise sowohl in Sachen diplomatischer Zusammenarbeit als auch in Sachen Sicherheit und Handel eine Erweiterungsalternative zu den oben genannten Großmächten, die für Europa wie für Südamerika nicht zu unterschätzen ist. 

 

Eine Lösung für diese facettenreichen Entwicklungen auf der Welt wird sich nicht von heute auf morgen finden lassen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Diskussion waren sich jedoch einig: Aktuell ist der Indopazifik lediglich Nebenschauplatz in der außenpolitischen Ausrichtung Südamerikas und Europas. Langfristig werden jedoch sowohl Argentinien als auch Deutschland notwendigerweise eine Strategie entwickeln müssen, wie sie den Indopazifik künftig stärker in ihre politische und wirtschaftliche Planung einbeziehen wollen.

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Kontakt Susanne Käss
Susanne_Käss_2025
Leiterin des Auslandsbüros Argentinien
susanne.kaess@kas.de +54 11 4326-2552

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