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Länderberichte

Politische Kurzberichte der KAS-Auslandsbüros

Publikationen

IMAGO / NurPhoto

Vor den Parlamentswahlen 2027 - Polens Parteienspektrum rückt nach rechts

Die polnische politische Landschaft steht vor einer Phase des Wandels

Polens Parteiensystem steht Anfang 2026 an einem sensiblen Punkt. Die bekannte Polarisierung zwischen Bürgerkoalition (KO) und Recht und Gerechtigkeit (PiS) prägt zwar weiterhin die politische Auseinandersetzung, doch unter der Oberfläche geraten gewohnte Strukturen in Bewegung. Neue Formationen gewinnen an Sichtbarkeit, etablierte Parteien ringen mit strategischen und personellen Herausforderungen, müssen sich mit einem absehbaren Generationswechsel an der Führungsspitze auseinandersetzen und die Frage nach tragfähigen Mehrheiten rückt zunehmend in den Mittelpunkt.

Grafik mit KI Copilot generiert / Konrad-Adenauer-Stiftung

Das Playbook für Gesundheitsdesinformation und der Ebola-Ausbruch in der DR Kongo und in Uganda

Biowaffen, Big Pharma und einfache Heilmittel

Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda wird bereits wenige Stunden nach der WHO-Notfallerklärung von gezielter Gesundheitsdesinformation begleitet. Unser Bericht analysiert die Narrative, Akteure und Dynamiken dieser Informationsmanipulation – von Biowaffen-Behauptungen über Verschwörungserzählungen bis hin zu angeblichen „einfachen Heilmitteln“ und antiwestlichen Narrativen. Die Analyse zeigt: Ebola-Desinformation ist kein neues Phänomen, sondern folgt seit Jahrzehnten einem wiederkehrenden Muster. Viele der heute verbreiteten Narrative ähneln früheren Kampagnen über AIDS, Corona oder andere Epidemien. Besonders problematisch ist dabei die Verbindung aus Angst, politischer Instrumentalisierung und wirtschaftlichen Interessen: Gesundheitsdesinformation ist längst auch ein Geschäftsmodell geworden. Der Bericht ordnet die aktuelle Lage ein, beschreibt typische Narrative und zeigt auf, warum gerade Gesundheitskrisen besonders anfällig für Desinformation sind und welche Gegenmaßnahmen Politik, Behörden und Medien jetzt ergreifen sollten.

Credit IMAGO / Anadolu Agency

Bewährungsprobe für Boliviens Regierung

Knapp sechs Monate nach Amtsantritt von Präsident Paz gefährdet eine Protestwelle die Stabilität des Landes

Akute Versorgungsengpässe und Straßenblockaden prägen das Bild der bolivianischen Hauptstadt und lassen die Erinnerung an vergangene Krisen in Bolivien aufleben. Die Eskalation speist sich aus einer explosiven Mischung aus politischen Altlasten, sozialen Konflikten und wachsender Unzufriedenheit einflussreicher Gruppen. Die Regierung von Präsident Rodrigo Paz steht unter akutem Handlungsdruck, sieht sich jedoch von Beginn ihrer Amtszeit an mit einem doppelten strukturellen Problem konfrontiert: dem schweren Erbe der sozialistischen Ära sowie einer äußerst fragilen eigenen Machtbasis.

IMAGO / ITAR-TASS

Steht ein unmittelbarer Kriegseintritt von Belarus gegen die Ukraine bevor?

Seit Wochen warnt der ukrainische Präsident Selenskyj, Russland versuche, Belarus offen in den Krieg hineinzuziehen.

Laut Präsident Selenskyj haben ukrainische Geheimdienste den Bau von Straßen in Richtung der ukrainischen Grenze sowie die Vorbereitung von Artilleriestellungen in Belarus registriert. Russland ziehe demnach offensive Szenarien aus Belarus in Richtung Tschernihiw und Kyjiw in Betracht. Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte erklärte, der russische Generalstab prüfe Offensivoperationen aus dem Norden, um die Frontlinie zu strecken. Nach mehrheitlicher Einschätzung unabhängiger belarusischer Analysten sind bislang jedoch keine Truppenbewegungen zu beobachten, die diese Szenarien klar untermauern würden. Ein direkter belarusischer Kriegseintritt bleibt weiterhin wenig wahrscheinlich. Gleichwohl ist die Lage angesichts der engen militärischen Bindung an Russland und des hohen Militarisierungsgrades angespannt. Zuletzt führten Russland und Belarus gemeinsame Manöver mit nuklearer Dimension durch und bauten damit eine klare Drohkulisse auf. Am 25. Mai traf Sviatlana Tichanowskaja als führende Vertreterin der demokratischen belarusischen Opposition in Kyjiw ein – ein wichtiges politisches Signal der Ukraine, dass die ukrainisch-belarusischen Beziehungen stärker an der demokratischen Opposition ausgerichtet und von Machthaber Lukaschenko distanziert werden sollen.

Parlamentswahl in der Republik Zypern - Der Sieg der Vernunft

Die wichtigsten Erkenntnisee

Die Parlamentswahlen in Zypern fanden in einer Zeit großer Instabilität im östlichen Mittelmeerraum statt. Entgegen den Umfragen, die auf eine starke Zersplitterung hindeuteten, zeigte das Wahlergebnis eine deutliche Tendenz der Zyprer zu Stabilität, zugleich aber auch ein zurückhaltendes Bedürfnis nach einer Erneuerung der politischen Landschaft.

Atlantic Spotlight Series III

Entdecken Sie weitere Beiträge in unserer neuen Politikreihe „Atlantic Spotlight“, Tschornobyl und Saporischschja – es reicht!

Read articles of the 2025/2026 period, and we invite you all to read publications, and write any feedback/opinions you might have!

KAS

Malaysias Sonderwirtschaftszonen

Wachstumsmotor und ökonomischer Ausgleichsmechanismus

Malaysia gilt als „upper middle-income economy“ und ist auf dem besten Weg, den Status „higher-income“ zu erlangen. Mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum für das Jahr 2026 zwischen vier und fünf Prozent, das von einer robusten Binnennachfrage und einer starken Exportleistung getragen wird 1 , nimmt Malaysia eine besondere Stellung in Südostasien ein. Strategisch liegt es günstig an den wichtigsten Seehandelsrouten zwischen dem Indischen Ozean und dem Südchinesischen Meer.2 Angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen den Großmächten und den wiederholten Blockaden der Straße von Hormus, deren Folgen die globalen Handels- und Lieferketten erheblich belasten, ist Malaysias Position als „middle power“, gelegen an der Straße von Malakka, längst nicht mehr nur eine bloße geografische Randnotiz. Vielmehr entwickelt sich die Region zunehmend zu einem strategischen Schlüsselraum des internationalen Handels. Durch die Straße von Malakka verkehren jährlich Güter im Wert von Billionen von Euro. Sie gilt als meist befahrene Meerenge der Welt, durch die etwa 25 bis 40 Prozent des Seehandels transportiert werden.3

IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Evika Siliņa tritt zurück: Lettlands Vorwahlphase beginnt mit Regierungskrise

Vienotiba zwischen Koalitionsbruch, Wahlkampf und Parlamentswahl

Ministerpräsidentin Evika Siliņa (Jaunā Vienotība / EVP) hat am 14. Mai ihren Rücktritt erklärt. Anlass war der erzwungene Rücktritt von Verteidigungsminister Andris Sprūds (Progresīvie) am 10. Mai nach Drohnenvorfällen in Lettgallen — die nachträglich als ukrainische, durch russische elektronische Kriegsführung umgelenkte Flugkörper identifiziert wurden. Damit endet die seit September 2023 amtierende Dreierkoalition aus JV, ZZS und Progresīvie — knapp fünf Monate vor der Parlamentswahl am 3. Oktober. Am gleichen Vormittag wurde Landwirtschaftsminister Armands Krauze (ZZS) im Rahmen der „Holzindustrie-Affäre" durch das Antikorruptionsbüro KNAB festgenommen. Siliņa führt die Amtsgeschäfte geschäftsführend weiter; Staatspräsident Edgars Rinkēvičs nimmt am 15. Mai Konsultationen mit allen Saeima-Fraktionen auf. Es gibt drei Szenarien für die Übergangsphase.

IMAGO / Anadolu Agency

Strategische Wette: Wie Deutschland die Türkei neu entdeckt

Von bilateraler Annäherung zur gemeinsamen Sicherheitsarchitektur

Für den 18. Mai 2026 ist eine Wiederaufnahme des strategischen Dialogmechanismus zwischen Deutschland und der Türkei geplant. Bereits seit dem Antrittsbesuch des Bundeskanzlers Friedrich Merz in Ankara Ende Oktober 2025 befinden sich die deutsch-türkischen Beziehungen in Aufbruchsstimmung. Beide Länder sehen derzeit eine greifbare Möglichkeit, konkrete Fortschritte in der gemeinsamen Zusammenarbeit zu erzielen. Die Türkei ist aus deutscher Perspektive verstärkt als sicherheitspolitischer Partner in den Fokus gerückt. Der anstehende NATO-Gipfel 2026 in Ankara im Juli dieses Jahres bietet eine wertvolle Gelegenheit, die verteidigungs- und rüstungspolitische Kooperation mit der Türkei zu stärken. Wichtige inhaltliche Impulse kann zudem die bevorstehende 18. Istanbul Security Conference® geben.

IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Reaktionen und Hintergründe zur Reduzierung der US-Truppen in Deutschland durch die Trump-Regierung

Rückzug auf Raten oder neue Strategie?

Nur wenige Tage nach der Ankündigung durch Präsident Donald Trump, 5.000 amerikanische Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen, bestätigte Verteidigungsminister Pete Hegseth am 1. Mai 2026, dass die USA innerhalb von sechs bis 12 Monaten diesen Abzug umsetzen wollten. Über das erste Maiwochenende legte der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte weiter nach und erläuterte, dass diesem Abzug weitere folgen würden, aus Deutschland, und möglicherweise auch aus Spanien und Italien. Seitdem dominieren zahlreiche Erklärungsversuche den öffentlichen Raum, inwiefern eine aus Trumps Sicht mangelnde Unterstützung des Iran-Krieges durch die Bundesregierung und in diesem Zusammenhang geäußerte Vorbehalte von Seiten des Bundeskanzlers Friedrich Merz und des Verteidigungsministers Boris Pistorius bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt haben mögen. Ähnliches könnte das Weiße Haus auch dem spanischen Premier Sanchez und Italiens Ministerpräsidentin Meloni als Erklärung entgegenhalten: Truppen-Abzug als Revanche für Sympathie-Entzug. So könnte man es sehen, dieser Ansatz greift aber zu kurz.

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Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in rund 110 Ländern auf fünf Kontinenten mit einem eigenen Büro vertreten. Die Auslandsmitarbeiter vor Ort können aus erster Hand über aktuelle Ereignisse und langfristige Entwicklungen in ihrem Einsatzland berichten. In den "Länderberichten" bieten sie den Nutzern der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung exklusiv Analysen, Hintergrundinformationen und Einschätzungen.

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Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.