Veranstaltungsberichte

1945 - 2015

von Anna-Lina Wildermuth (geb. Meyer)

70 Jahre demokratischer Neubeginn in Deutschland

Anlässlich des 139. Geburtstages Konrad Adenauers versammelten sich am 05. Januar 2015 Freunde, Familie und Wegbegleiter des Gründungskanzlers auf dem Waldfriedhof in Rhöndorf zur Kranzniederlegung. Bei der anschließenden Veranstaltung auf dem Petersberg stand der demokratische Neubeginn, 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, im Vordergrund.
Dr. Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident a.D., begrüßte als Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus die 250 Teilnehmer der Veranstaltung. Dabei erinnerte er daran, dass nicht nur 2014 ein Erinnerungsjahr war, sondern auch 2015 ein Jahr der Erinnerungen werden würde. Das Jahr 1945 sei nicht nur das Jahr des Kriegsendes, sondern auch das Jahr des Neubeginns Deutschlands gewesen. Adenauer forderte damals: „Wir wollen, dass Deutschland neu entsteht“.

Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte, Professor für Politikwissenschaft und Direktor der NRW School of Governance an der Universität Duisburg-Essen, fragte in seiner Rede, wie viel Adenauer heute noch in der CDU stecke und verglich die „Adenauer-Union“ mit der „Merkel-Union“. Dabei benannte er sieben Annäherungen zu den Gemeinsamkeiten zwischen den Parteivorsitzenden Konrad Adenauer und Angela Merkel.

1.Die Union ist sicherheitskonservativ.

2.Die Union hat ein positives, aber realistisches Bild vom Menschen.

3.Die Union wird vorwiegend über den Vorsitzenden wahrgenommen.

4.Die Union ist ein „Kanzlerwahlverein“.

5.Die Union profitiert vom Antagonismus von Weltanschauungen und politischen Ideen.

6.Die Union steht für Soziale Marktwirtschaft.

7.Die Union zeichnet sich durch eine „unaufgeregte“ Führung aus.

Als Fazit schloss er, dass das Christliche, Soziale, Liberale, Wertkonservative und Wertorientierte immer zu erkennen sei.

Hildigund Neubert, Staatssekretärin a.D. und stellv. Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, dankte den Teilnehmern und den beiden Rednern dafür, dass sie durch den Besuch am Grab und die Vorträge an Konrad Adenauer erinnerten und ihn ehren. Sie legte ihren Schwerpunkt auf den Gestaltungsanspruch der CDU zur DDR-Zeit und den Geist Adenauers in der Ost-CDU. Sie setzte sich dabei kritisch mit der Anpassung vieler CDU-Mitglieder und Funktionäre an die SED auseinander, gab aber auch zu bedenken, dass die CDU eine starke Kraft hatte und wichtige Impulse in der Tradition ihrer Gründer gab.

Die Veranstaltung wird traditionell von der Konrad-Adenauer-Stiftung zusammen mit der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus durchgeführt und vom Grandhotel Petersberg unterstützt.