Veranstaltungsberichte

Projekt : Zukunft. Europa

von Martin Reuber
Der europäische Binnenmarkt und die Spitzenforschung standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung, an der FH-Studenten aus Deutschland und Spanien eine knappe Woche lang in Brüssel, Köln und Eichholz teilnahmen.

Zu Eröffnung der Tagung vermittelte der ehemalige Forschungsdirektor der Europäischen Kommmission, Dr. Christian Patermann, einen Blick in die Zukunft Europas. Was der europäische Binnenmarkt für ein Start-up der Biotechnologie-Branche bedeutet und welche Rolle interkulturelle Kommunikation für den geschäftlichen Erfolg spielt, konnten die Ökonomen, Wirtschaftsingenieure und Betriebswirte im einem Gespräch von dem Gründer Dr. Matthias Eberius und von Nadja Rohrbach vom EUROSTARS, dem europäischen Förderprogramm für KMU, erfahren.

Über die weltweit führende Rolle Europas beim Transfer von Ergebnissen der Weltraumforschung in die Humanmedizin informierten sich die Studierenden im Luft- und Raumfahrtzentrum in Köln. Vom ESA-Kontrollzentrum aus war es möglich, einen Blick auf die Flugbahn der ISS zu werfen, die soeben Europa überflogen hatte.

Schwerpunkt der Gespräche in Brüssel war das Verhältnis von Politik und Wirtschaft. Dr. Peter Liese, Gesundheitspolitiker im Europäischen Parlament, erläuterte sein Verhältnis zu Interessenvertretern und wie er am Ende eines Informationsprozesses selbst zu einer politischen Entscheidung findet. Dagegen skizzierte der Leiter der Siemens-Vertretung, Dr. Peter Witt, die Aufgaben der Lobbyarbeit und die Möglichkeiten, Einfluss auf die Politik zu nehmen.

Vorbereitet wurden die Studierenden auf diese Exkursion durch ein Simulationsspiel, in dem es um die politische Entscheidungsfindung in zwei zentralen Fragen der Europapolitik ging. Am Beispiel der Dienstleistungsrichtlinie wurde das Verhältnis von Liberalisierung und Strukturreformen einerseits und sozialen Aspekten andererseits debattiert. Das Thema Gentechnik schlug die Brücke zum Start up-Unternehmen und stellte das Verhältnis von Forschung und Grundwerte heraus.

Durch das neu entwickelte Entscheidungsspiel zur Euro-Stabilisierung setzten sich die FH-Ökonomen mit alternativen politischen Szenarien zum Umgang mit der Verschuldungskrise auseinander.

Ob die Auslandsrekrutierung von Fachkräften für die Unternehmen ein vielversprechender Weg ist, diskutierte Dr. Vera Erdmann vom IW Köln mit den Teilnehmern. Komplementär zur Öffnung der EU für legale Einwanderung muss aber der Kampf gegen illegale Migration verstärkt werden. Mit Fragen, wie Europa auf die Risiken für die innere Sicherheit, die mit seinem stärkeren internationalen Engagement einhergehen, reagieren soll, setzte sich der Terrorismusforscher Dr. Kai Hirchmann auseinander.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Martin Reuber

Prof. Dr

Referent Europa- und Bildungspolitik, Büro Bundesstadt Bonn

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