Armin Laschet am 15. August 2016 vor der CDU Parteizentrale in Berlin. Armin Laschet am 15. August 2016 vor der CDU Parteizentrale in Berlin. © dpa

Armin Laschet

Jurist, Journalist, Landesvorsitzender der CDU Nordrhein-Westfalen, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen 18. Februar 1961 Aachen-Burtscheid
von Stefan Marx

Rheinischer Katholik und Herzenseuropäer

Aachen, die Bischofsstadt im Herzen Europas, und der christliche Glaube sind die beiden großen Konstanten im Leben von Armin Laschet. Am 18. Februar 1961 kam er als erstes Kind des Bergmanns Heinrich Laschet und dessen Ehefrau Marcella, geborene Frings, im Aachener Stadtteil Burtscheid zur Welt. Sein Vater Heinrich, genannt Heinz, arbeitete bei der Geburt seines ältesten Sohnes Armin noch als Steiger unter Tage, Mitte der 1960er-Jahre absolvierte er jedoch eine Umschulung zum Lehrer und wurde schließlich Rektor einer Grundschule in Aachen. Das Beispiel seines Vaters hatte Armin Laschet vor Augen, als er als Ministerpräsident die Bildungspolitik zu einem wichtigen Themengebiet seiner Landesregierung erklärte. Der Staat sei dafür verantwortlich, dass jedes Kind „die besten Bildungschancen“ erhalte, denn „Aufstieg durch Bildung ist das große Versprechen einer offenen und demokratischen Gesellschaft“.

Mit seinen drei jüngeren Brüdern Remo, Carsten und Patrick wuchs Armin Laschet in einem Elternhaus auf, in dem die für die damalige Zeit übliche Rollenverteilung zwischen den Eheleuten praktiziert wurde. Während Vater Heinz für den Lebensunterhalt der Familie sorgte, kümmerte sich Mutter Marcella um den Haushalt und die vier Söhne. Mit ihrer Lebensfreude, ihrem Temperament und ihrer Tatkraft beeinflusste sie ihren ältesten Sohn nachhaltig. Wie seine Mutter engagierte sich Armin Laschet in der Burtscheider katholischen Pfarrgemeinde Sankt Michael, so war er in der Jugendgruppe seiner Pfarrgemeinde aktiv und sang im Kirchenchor mit.

Neben dem Katholizismus prägte Laschet auch die europäische Ausrichtung seiner Heimatstadt. Als Öcher, wie sich die Aachener in ihrem Dialekt nennen, sog er die Begeisterung für Europa praktisch mit der Muttermilch auf. Die Stadt Aachen, die seit 1950 Persönlichkeiten oder Institutionen mit dem Karlspreis für Verdienste um Europa und die europäische Einigung ehrt, liegt im Drei-Länder-Eck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Hier erfuhr Laschet bereits in jungen Jahren, was es heißt, über Grenzen hinweg zu denken und zu leben. Der Besuch des Freibads in Belgien und der Einkauf in den Niederlanden war für ihn schon als Schüler eine Selbstverständlichkeit. Das Eintreten für ein Europa der offenen Grenzen zieht sich wie ein roter Faden durch seine politische Laufbahn und die Forderung nach „mehr Europa“ stellt für ihn nicht allein ein Gebot politischer Notwendigkeit im Zeitalter der Globalisierung dar, sondern ist vor allem eine Herzensangelegenheit.

 

Mitgliedschaft in der CDU

Sein familiärer Hintergrund ließ nicht vermuten, dass Armin Laschet einmal den Weg eines Berufspolitikers einschlagen würde. Seine Eltern waren zwar treue Wähler der CDU, traten aber parteipolitisch nicht in Erscheinung. Ihr ältester Sohn wurde in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre politisiert. Es waren Jahre großer schulpolitischer Auseinandersetzungen in Nordrhein-Westfalen. Mit der erfolgreichen Durchführung eines Volksbegehrens gegen die Einführung der Kooperativen Schule, die als Vorläufer der Gesamtschule galt, feierte die CDU-Opposition 1978 einen großen landespolitischen Erfolg. Laschet trat in die Schüler-Union (SU) ein, übernahm für ein Jahr ihren Kreisvorsitz und wurde schließlich 1979 Mitglied der CDU.

Das christliche Menschenbild als das sittliche Fundament, auf dem sich Menschen oft sehr unterschiedlicher Herkunft in der Volkspartei CDU zusammenfinden können, bezeichnete er als „Dreh- und Angelpunkt meiner Politik“. Das „C“ als einigendes Band christlich-sozialer, liberaler und konservativer Strömungen in der CDU hat für Laschet bleibende Bedeutung, und „Politik aus christlicher Verantwortung“ ist für ihn kein bloßes Schlagwort.

 

Entscheidung für die Rechtswissenschaft

Christliche Werte als Maßstab politischen Handelns waren auch ein Thema in der Nachrüstungsdebatte Anfang der 1980er-Jahre, als in der Bundesrepublik Hunderttausende von Menschen den Aufrufen der sogenannten Friedensbewegung folgen und gegen den NATO-Doppelbeschluss protestierten. Laschet, der 1981 am Bischöflichen Pius-Gymnasium in Aachen sein Abitur ablegte, befand sich zu diesem Zeitpunkt im Übergang zu einem neuen Lebensabschnitt. Da er aus gesundheitlichen Gründen – er leidet am Morbus Scheuermann, einer Wachstumsstörung der jugendlichen Wirbelsäule, welche zu einer schmerzhaften Fehlhaltung führen kann – vom Wehrdienst freigestellt wurde, war es ihm möglich, unmittelbar nach dem Abitur mit seiner universitären Ausbildung zu beginnen. Der Gedanke an ein Studium der Theologie verfolgte er nicht weiter, konkreter waren Überlegungen für ein Lehramtsstudium, doch letztlich entschied er sich nach dem Besuch einer Rechts-AG in der 12. Klasse für Jura.

Das Studium führte ihn zunächst an die Ludwig-Maximilians-Universität nach München, später an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität nach Bonn. Seine Hochschulausbildung wurde durch ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung gefördert.

Über den Kreis der Stipendiaten der Adenauer-Stiftung und über seine Mitgliedschaft in den katholischen Studentenverbindungen Aenania München und Ripuaria Bonn ergaben sich für Laschet vielfältige Kontakte, unter anderem zum Bayerischen Rundfunkt und damit zum Journalismus, an dem ihn die Kombination aus Recherche und Darstellung faszinierte. Bereits in jungen Jahren betätigte er sich journalistisch, so schrieb er für die Schülerzeitung, gehörte zur Redaktion der Abizeitung und moderierte insbesondere Karnevalssitzungen. Es folgte während des Studiums die eigenverantwortliche Herausgabe einer Studentenzeitung mit dem Titel „Libertas“.

 

Berufliche Anfänge in Bonn

In Bonn setzte Laschet 1983 sein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften nach vier Semestern in der bayerischen Landeshauptstadt fort. Von 1983 bis 1987 war er als studentischer Mitarbeiter für den Aachener Bundestagsabgeordneten Hans Stercken tätig, der zu den führenden Außenpolitikern der CDU/CSU-Fraktion gehörte und von 1985 bis 1994 den Vorsitz im Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages ausübte. Stercken war für Laschet politischer Ziehvater und Lehrmeister in einer Person. Er führte ihn in die Außenpolitik der Bundesrepublik ein und lehrte ihn das Denken in internationalen Zusammenhängen. Gelegentlich durfte Laschet ihn auf Auslandsreisen begleiten. Stercken stand beispielhaft für die außenpolitischen Konstanten der Union seit der Kanzlerschaft Adenauers, also die deutsch-französische Freundschaft, die Einigung Europas, die Aussöhnung mit Israel und die Westbindung mit engen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika.

Mit dem ersten juristischen Staatsexamen, das er 1987 am Oberlandesgericht Köln ablegte, beendete Laschet seine Tätigkeit im Abgeordnetenbüro von Stercken. Anstatt sich um ein Referendariat zu bewerben und eine juristische Laufbahn einzuschlagen, entschied er sich dafür, Journalist zu werden. So nutzte er seine Münchener Kontakte und machte beim privaten Hörfunksender Radio Charivari ein Volontariat, das eher einem Trainee-Programm entsprach. Er arbeitete auch für den Bayerischen Rundfunk, unter anderem half er beim Aufbau eines Korrespondentenbüros des BR in Bonn mit. Neben seiner journalistischen Tätigkeit war er mit einer halben Stelle als Redenschreiber im Büro des Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger beschäftigt. Nachdem dieser im November 1988 wegen seiner missverstandenen Rede zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht von 1938 zurückgetreten war, übernahm seine Nachfolgerin Rita Süssmuth Laschet in ihren Stab.

 

Familiengründung und Rückkehr nach Aachen

Laschets berufliche Anfänge in Bonn fielen mit der Gründung einer eigenen Familie zusammen. Am 18. Mai 1985 heiratete er die ebenfalls aus Burtscheid stammende Susanne Malangré. Sie kannten sich seit ihrer Kindheit und waren sich über die katholische Jugendarbeit und insbesondere über den Kirchenchor nähergekommen. Susanne Laschet, von Beruf Buchhändlerin, ist eine selbständige und selbstbewusste Frau, die politisch interessiert ist und sich für gemeinnützigen Projekte wie einen Treffpunkt für Wohnungslose oder eine Hospizstiftung in ihrer Heimatstadt engagiert. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Johannes, der 1989 in Bonn geboren wurde, sowie Eva und Julius, die wie ihre Eltern in Aachen zur Welt kamen, wohin die junge Familie Laschet 1990 zurückkehrte.

Auch nach der Rückkehr in die Heimat blieben berufliche Verbindungen nach Bonn erhalten. Im Rahmen eines Werkvertrages nahm Laschet die Funktion eines Wissenschaftlichen Beraters der Bundestagspräsidentin Süssmuth wahr. Privat wie beruflich war aber zu Beginn der 1990er-Jahre Aachen der Lebensmittelpunkt von Laschet. 1990 trat er in die Redaktion der Kirchenzeitung für das Bistum Aachen ein und bereits ein Jahr später stieg er zum Chefredakteur auf. In seinen Editorials griff Laschet kirchenpolitisch umstrittene Themen wie den Umgang mit Geschiedenen, die Frage nach einer Zulassung von Ministrantinnen oder die Debatte um eine Abschaffung der Kirchensteuer auf. Vor Stellungnahmen zu brisanten tagespolitischen Fragen scheute er sich nicht, auch wenn innerhalb der eigenen Reihen heftiger Widerspruch zu erwarten war, etwa bei seiner Forderung nach Abschaffung des Pfingstmontags zur Finanzierung der Pflegeversicherung. Hier zeigte sich das ganze Selbstbewusstsein eines mündigen katholischen Laien, der von 2008 bis 2016 dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken angehörte.

 

Ratsherr in Aachen

Gleichzeitig trieb Laschet seine politische Karriere voran. Im Oktober 1989 zog er als jüngster Ratsherr in den Stadtrat ein, dem er bis zum Jahr 2004 ununterbrochen angehören sollte. Die Kommunalwahlen von 1989 stellten den bis dahin tiefsten Einschnitt in der Geschichte der Aachener CDU seit 1945 dar, denn die Partei verlor nicht nur ihre absolute Mehrheit im Stadtrat, mit Jürgen Linden, der sich auf eine rot-grüne Ratsmehrheit stützen konnte, wurde erstmals auch ein Sozialdemokrat in das Amt des Oberbürgermeisters gewählt. Nach dieser historischen Wahlniederlage kam es in der CDU Aachen zu einem politischen Neuanfang, den unter anderem Armin Laschet verkörperte, der sich in kurzer Zeit zu einer festen Größe in der Aachener Kommunalpolitik entwickelte.

Im Stadtrat fiel er als guter Debattenredner auf, der messerscharf argumentieren konnte. Viel Anerkennung erfuhr er für die „Nacht der Einheit“, die er zur Feier der Wiedervereinigung Deutschlands vom 2. auf den 3. Oktober 1990 auf dem Marktplatz in Aachen organisierte, nachdem sich die rot-grüne Mehrheit im Stadtrat als unfähig erwiesen hatte, eine würdige Einheitsfeier zu veranstalten.

 

Wahl in den Deutschen Bundestag

Bei der parteiinternen Kandidatenaufstellung für die Bundestagswahl 1994 setzte sich Laschet deutlich gegen seinen Mitbewerber Dieter Bischoff, dem Vorsitzenden der örtlichen Mittelstandsvereinigung der CDU, durch. Seinen Erfolg verdankte er auch der Unterstützung einflussreicher CDU-Politiker. Leo Frings, der 1988 an der Spitze der Aachener CDU trat, setzte bei der Neuwahl des Kreisvorstandes Lachet als stellvertretenden Parteivorsitzenden durch und ermöglichte ihm damit einen wichtigen Karrieresprung; Franziska Neumann, die von 1985 bis 1992 die CDU-Fraktion im Stadtrat führte, hatte Laschets politische Begabung erkannte und ihm Raum zur politischen Entfaltung in der Fraktion und im Stadtrat ermöglicht; Hans Stercken, die seinerzeit herausragende Persönlichkeit der Aachener CDU, warf sein ganzes politisches Gewicht für den Ziehsohn in die Waagschale.   

Nach einem engagierten Wahlkampf, den er mit dem Slogan „Zuhören. Entscheiden. Handeln“ bestritt, wurde Armin Laschet am 16. Oktober 1994 mit einem Erststimmenanteil von 46,2 Prozent als Abgeordneter aus dem „Wahlkreis Karls des Großen“ in den Deutschen Bundestag gewählt.

 

Parlamentarier in Bonn und schwarz-grüne Gedankenspiele

Die Außenpolitik wurde das Aufgabengebiet des neuen Bundestagsabgeordneten aus Aachen. Laschet wurde ordentliches Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union sowie stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss. In der Unionsfraktion gehörte er einem Gesprächskreis junger Außenpolitiker an, der sich im September 1995 gründete und zu dem unter anderem die Bundestagsneulinge Peter Altmaier, Hermann Gröhe, Andreas Krautscheid, Friedrich Merz und Gerd Müller zählten.

Seine Jungfernrede im Deutschen Bundestag hielt Laschet am 22. September 1995 in der Debatte über das Lateinamerika-Konzept der Bundesregierung, das er lobte, weil es zeige, „dass Politik Entwicklungen auch befördern kann, dass nicht nur in der Krise gehandelt wird, sondern auch dann, wenn ein Partner auf gutem Wege ist.“ Für größeres Aufsehen sorgte er mit seinem leidenschaftlichen Engagement für die Einführung der Europäischen Währungsunion am 1. Januar 1999. Gemeinsam mit seinem Trierer Fraktionskollegen Franz Peter Basten gab er unter der Überschrift „Anregungen zur Diskussion über die Europäische Währungsunion“ eine Argumentationshilfe heraus. Gleichzeitig wendete er sich in einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung Die Zeit gegen „Verschiebungsszenarien für den Euro“ und kritisierte an dieser Stelle die Ministerpräsidenten Edmund StoiberKurt Biedenkopf und Gerhard Schröder.

Aufmerksamkeit erlangte Laschet auch durch seine Teilnahme an regelmäßigen Treffen in dem italienischen Restaurant Sassella im Bonner Stadtteil Kessenich. Dort versammelten sich in lockerer Atmosphäre junge Abgeordnete von CDU und Grünen und gaben sich dabei auch schwarz-grünen Gedankenspielen hin. Als diese Zusammenkünfte öffentlich bekannt wurden, war fortan von der Pizza-Connection die Rede. Zu dem Gesprächskreis zählten auf CDU-Seite unter anderem Ronald Pofalla, Hermann Gröhe, Norbert Röttgen, Peter Altmaier, Thomas Rachel und Eckart von Klaeden. Bei den Grünen handelte es sich unter anderem um Andrea Fischer, Volker Beck, Matthias Berninger, Oswald Metzger, Christine Scheel und Cem Özdemir.

Nach 16 Jahren Kanzlerschaft Helmut Kohls endete Laschets Karriere im Bundestag vorerst. Ulla Schmidt eroberte für die Sozialdemokraten das Direktmandat in Aachen, während Laschet mit Platz 40 auf der Landesliste der nordrhein-westfälischen CDU den Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag verfehlte.

 

Wechsel ins Europäische Parlament

Neben der Ausübung seines Bundestagsmandats war Laschet seit 1995 auch als Verlagsleiter und Geschäftsführer des katholischen Einhard-Verlags tätig. Der Verlust seines Abgeordnetenmandats hatte deshalb für ihn keine einschneidenden finanziellen Konsequenzen. Vorerst engagierte sich Laschet nurmehr ehrenamtlich in der Politik, als Ratsherr in Aachen. Am 20. November 1998 konnte er sich dann im Kolpinghaus in Düren in einer Stichwahl mit 54 zu 53 Stimmen gegen den Heinsberger Hans-Josef Heuter durchsetzen, womit er sich einen Platz für den Bezirksverband Aachen auf der Landesliste der CDU-Kandidaten für die Europawahl sicherte.

Bei den fünften Direktwahlen zum Europäischen Parlament am 13. Juni 1999 erzielten die Unionsparteien nach Zugewinnen von fast zehn Prozentpunkten einen Stimmenanteil von 48,7 Prozent. Die CDU/CSU-Gruppe war mit 53 Abgeordneten in Straßburg vertreten, darunter auch Armin Laschet, der sich in seinem neuen parlamentarischen Amt als Sachwalter des europäischen Erbes von Helmut Kohl verstand. Nur wenige Monate nach der Europawahl beherrschte der Alt-Kanzler in Deutschland die Schlagzeilen. Die CDU-Spendenaffäre wurde aufgedeckt, zu der Laschet Ende Januar 2000 in einem Gastbeitrag für die Aachener Zeitung Stellung nahm. In diesem Beitrag spiegelte sich das ganze Dilemma wider, in dem sich die Mitglieder der CDU seinerzeit befanden. Das Verhalten von Kohl, der unter Verweis auf sein gegebenes Ehrenwort die Namen der Spender nicht nennen wollte, sei „nicht akzeptabel, auch nicht für einen der größten deutschen Staatsmänner des Jahrhunderts."„Und dennoch bleibt sein Bild in meinem Büro hängen“, lautete der abschließende Satz der Stellungnahme von Laschet.

Im Mai 2000 begrüßte Laschet ausdrücklich die Europa-Rede des Außenministers Joschka-Fischer, die dieser im Mai 2000 an der Berliner Humboldt-Universität hielt, denn sie habe „endlich wieder Bewegung in die bisweilen nahezu verstummte öffentliche Diskussion über die langfristige Zukunft des Modells Europas“ gebracht. Laschet verstand sich in jenen Jahren als ein Wegbereiter schwarz-grüner Bündnisse über die Kooperation beider Parteien auf der kommunalen Ebene hinaus. Auch vor diesem Hintergrund waren die anerkennenden Worte für die Europapolitik des grünen Außenministers zu verstehen. Nach der knapp verlorenen Bundestagswahl von 2002 forderte der Aachener Europaabgeordnete seine Partei auf, „sich aus der babylonischen Fixierung auf die FDP [zu] lösen.“

 

Landesminister in Nordrhein-Westfalen

Doch in Nordrhein-Westfalen blieb zunächst die FDP der erste Ansprechpartner für die CDU, die nach dem deutlichen Sieg bei der Landtagswahl vom 22. Mai 2005 mit der FDP eine Koalition bildete und damit die SPD nach 39 Jahren ununterbrochener Regierungsverantwortung in die Opposition schickte.     

Als der Wahlsieger Jürgen Rüttgers sein Landeskabinett zusammenstellte, wurde Laschet zum Minister mit Zuständigkeit für das neu geschaffene Ressort „Generationen, Familie, Frauen und Integration“ berufen. Als „erster Integrationsminister Deutschlands“ erlangte Laschet schnell bundesweite Bekanntheit. In wichtigen Printmedien wie der Süddeutschen Zeitung oder der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen Porträts von ihm, was für einen Landesminister eher ungewöhnlich war.

Bereits in seinem ersten Amtsjahr legte Laschet einen „Aktionsplan Integration“ vor, bei dem die Bildung und Erziehung der nachwachsenden Zuwanderergeneration im Mittelpunkt standen. Die Bildung sei schließlich „der Schlüssel zur Integration“, angefangen bei der vorschulischen Sprachförderung schon bei Vierjährigen über den Ausbau der Angebote für Ganztagsschulen bis zu modernen Angeboten für das Zusammenleben in den Kommunen. Neben der Verbesserung der Integration in Ausbildung und Beruf sei auch eine erfolgreichere gesellschaftliche Integration wichtig, wozu auch und insbesondere der Schutz von Frauen vor Zwangsverheiratung zähle. Laschet sprach von einem „bundesweit einzigartigen Programm“, mit dem das Land Nordrhein-Westfalen „den Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft auch in der Integrationspolitik nachvollziehen“ wolle.

Mit diesem Aktionsplan, der auch die Forderung nach einem Bleiberecht für seit Jahren nur geduldete Ausländer beinhaltete, stieß er auch und gerade in der eigenen Partei nicht nur auf Zustimmung. So wurde unter anderem Kritik laut, dass der Minister andere Aufgaben seines Ressorts nur halbherzig verfolge. Genannt wurde das Kinderbildungsgesetz, ein zentrales Anliegen der Regierung Rüttgers, bei dem von der Vorlage des Referentenentwurfs bis zur parlamentarischen Verabschiedung des Gesetzes in der Tat nicht alles glatt lief. Gleichwohl stieg Laschet zwischen 2005 und 2010 zum populärsten Landesminister auf, wurde von der Rheinischen Post bereits im September 2006 zum Kronprinzen von Ministerpräsident Rüttgers ausgerufen und gewann mit der erstmaligen Wahl in den Bundesvorstand der Partei im Jahr 2008 auch Gewicht in der CDU.

 

Im zweiten Anlauf – Landes- und Fraktionsvorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen

Bei der Landtagswahl vom 9. Mai 2010 verlor die CDU 10,2 Prozentpunkte und fuhr mit einem Stimmenanteil von 34,6 Prozent ihr bis dahin schlechtestes Ergebnis ein. Die Gründe für das Wahldebakel waren vielfältig, eine Ursache war, dass die CDU bei der ersten Landtagswahl nach der Bundestagswahl vom September 2009 in Nordrhein-Westfalen für den Fehlstart der schwarz-gelben Bundesregierung abgestraft wurde. Hinzu kamen Verunsicherungen durch die milliardenschwere, vom Steuerzahler getragene Griechenlandhilfe und Verwirrungen um die CDU-Landesgeschäftsstelle mit der Ablösung von Hendrik Wüst als Generalsekretär wenige Monate vor der Landtagswahl.

Nach der Landtagswahl kam es zur Bildung einer rot-grünen Minderheitsregierung unter Führung der Sozialdemokratin Hannelore Kraft und die CDU musste den Gang in die Opposition antreten. Beim personellen Neuanfang der Partei musste Armin Laschet zwei bittere Niederlagen hinnehmen. Zunächst unterlag er bei der Wahl des neuen Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion denkbar knapp mit 32 zu 34 Stimmen dem bisherigen Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann. Danach scheiterte er bei dem Versuch, Jürgen Rüttgers als Landesvorsitzender nachzufolgen. In einer Mitgliederbefragung über den neuen Landesvorsitzenden verlor er gegen Bundesumweltminister Norbert Röttgen, für den 54,8 Prozent der teilnehmenden Parteimitglieder votierten. Laschet blieb die Rolle des Stellvertreters – in der Landespartei wie in der Landtagsfraktion. Hinzu kam das Amt des Parlamentarischen Geschäftsführers. Doch mit der Aufgabe des Fraktionsmanagers konnte er sich nicht anfreunden. Gedanken über einen Ausstieg aus der Politik kamen auf, er zeigte jedoch Durchhaltevermögen und schaffte es im Sommer 2012 im zweiten Anlauf an die Spitze des mitgliederstärksten Landesverbandes der CDU.   

Nach einem missglückten Wahlkampf erlitt die CDU bei der vorgezogenen Landtagswahl am 13. Mai 2012 eine historische Wahlniederlage. Ein Stimmenanteil von 26,3 Prozent bedeutete das schlechteste Landtagswahlergebnis seit 1947. Spitzenkandidat Norbert Röttgen übernahm die politische Verantwortung und legte den Landesvorsitz nieder. Zu seinem Nachfolger wurde am 1. Juli 2012 auf einem Landesparteitag in Krefeld Laschet gewählt, der Röttgen im Dezember 2012 auf dem 25. Parteitag der CDU Deutschlands in Hannover auch in der Funktion des stellvertretenden Bundesvorsitzenden folgte.

In Nordrhein-Westfalen musste sich Laschet mit dem wiedergewählten Fraktionsvorsitzenden Laumann die Macht zunächst teilen. Nach der Bundestagswahl 2013 holte Bundeskanzlerin Angela Merkel Laumann als beamteten Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit und Beauftragten der Bundesregierung für Pflege und Patienten nach Berlin. Im Hintergrund hatte Peter Hintze die Fäden gezogen. Der einflussreiche Vorsitzende der nordrhein-westfälischen Landesgruppe in der Unionsfraktion und Merkel-Vertraute war über die Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Ratgeber Laschets geworden. Als er im November 2016 starb, verlor Laschet einen treuen Freund und verlässlichen Ratgeber. Der Tweet, den Laschet anlässlich des 70. Geburtstags von Hintze am 25. April 2020 verfasste, sprach für sich: „Wenn mir etwas schmerzhaft fehlt im persönlichen und politischen Leben, dann sind es die Begegnungen und langen Telefonate mit Peter Hintze. Er war inspirierend, anregend, abwägend, klug, offen, diskursfreudig, humorvoll und vor allem verschwiegen.“

 

Neuaufstellung der CDU in Nordrhein-Westfalen

Nach dem Wechsel Laumanns nach Berlin saß „Laschet allein im Cockpit der NRW-CDU“, wie es die Rheinische Post in einer Schlagzeile formulierte. Er nutzte diese Möglichkeit, um die Landespartei und die Landtagsfraktion personell und inhaltlich neu aufzustellen. In der CDU-Landesgeschäftsstelle übertrug er die Leitung der Abteilung Politik und Strategie dem Historiker Guido Hitze. Hitze, der von der Landeszentrale für politische Bildung in die Wasserstraße gekommen war, unter Rüttgers in der Staatskanzlei tätig gewesen war und viele Jahre für die Konrad-Adenauer-Stiftung gearbeitet hatte, war insbesondere für die programmatische Erneuerung der Partei verantwortlich. Dieser Prozess fand 2015 mit der Verabschiedung eines Grundsatzprogramms auf dem Landesparteitag in Essen seinen Abschluss. Das Programm, das unter der Überschrift „Aufstieg, Sicherheit, Perspektive – Das Nordrhein-Westfalen-Programm“ die programmatischen Grundsätze der nordrhein-westfälischen CDU zusammenfasste, ist das erste Grundsatzprogramm in der Geschichte des 1986 gegründeten Landesverbandes.

Als personalpolitischer Glücksgriff Laschets erwies sich 2014 die Berufung von Nathanael Liminski zum Fraktionsgeschäftsführer. Der 1985 in Bonn geborene Historiker und Politikwissenschaftler konnte trotz seiner Jugend auf eine bereits beachtliche berufliche Erfahrung verweisen: Redenschreiber beim hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, Referent in den Leitungsstäben des Bundesministeriums der Verteidigung und des Bundesministeriums des Innern. Liminski wurde der Chefstratege auf dem Weg zum Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen 2017 und entwickelte sich dabei zum wichtigsten Mitarbeiter des Partei- und Fraktionsvorsitzenden der CDU in Nordrhein-Westfalen. Die Rheinische Post beschrieb ihn als „Armin Laschets Schattenmann“, der Cicero sah in ihm gar „Laschets Kanzlermacher“.

Ohne die Staatskanzlei in Düsseldorf aus dem Blick zu verlieren, trat Laschet nun verstärkt auf der politischen Bühne in Berlin in Erscheinung. Vor allem zur Flüchtlingspolitik, dem großen Thema dieser Zeit, bezog er Position. Als Vorsitzender des bedeutenden CDU-Landesverbands Nordrhein-Westfalen stellte er sich schützend vor die Bundesvorsitzende Kanzlerin Angela Merkel, deren Kurs in der Flüchtlingspolitik er ausdrücklich unterstützte. In der Presse wurde er als „Prätorianer der Kanzlerin“(Die Welt) bezeichnet. Für ihn als gläubigen Christen gab es keine Alternative zu einer humanitären Flüchtlingspolitik; sie war für ihn ein Gebot christlicher Nächstenliebe. Laschet warb in der emotional aufgeladenen öffentlichen Debatte für einen Perspektivwechsel: „Weg von der Betonung der Probleme – hin zu einer Entdeckung der Potenziale“. Auch warnte er angesichts der globalen Herausforderungen vor einem „Rückzug ins nationale Schneckenhaus“ und unterbreitete deshalb im Februar 2016 Vorschläge für „einen neuen Schritt europäischer Integration“ in zentralen Politikfeldern.

 

Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

Nach der Landtagswahl vom 14. Mai 2017 stieg Laschets Gewicht in der Union weiter. Nach Zugewinnen von fast sieben Prozentpunkten wurde die CDU mit einem Stimmenanteil von 33,0 Prozent wieder stärkste politische Kraft und schaffte mit der FDP, die ihren Stimmenanteil auf 12,6 Prozent steigern konnte, den Regierungswechsel. Wie schon bei den Wahlen im Saarland und in Schleswig-Holstein wenige Wochen zuvor befand sich die SPD in einem allgemeinen Abwärtstrend und verlor fast acht Prozentpunkte gegenüber der Wahl von 2012. Weitere Gründe für das Wahlergebnis waren eine diesmal geschlossen auftretende CDU sowie eine schwache rot-grüne Regierungsbilanz mit großen Baustellen in der Schul- und Verkehrspolitik sowie eine sozialdemokratische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die Anzeichen von Amtsmüdigkeit zeigte.

Die seit Jahren boomende Wirtschaft mit sprudelnden Steuereinnahmen begünstigte den Start der neuen Landesregierung, die zentrale Wahlkampfversprechen wie eine bessere personelle und sachliche Ausstattung der Polizei einlösen konnte. Für ebenfalls gute Schlagzeilen sorgte, dass die Regierung Laschet 2018 den ersten schuldenfreien Landeshaushalt seit 1973 vorlegen konnte. Mit seinem Regierungsstil, der dem kleineren Koalitionspartner Gestaltungs- und Darstellungsmöglichkeiten ließ, trug der Ministerpräsident wesentlich dazu bei, dass die Zusammenarbeit in der christlich-liberalen Koalition geräuschlos verlief. Wie schon in den Koalitionsregierungen mit der CDU unter den Ministerpräsidenten Franz Meyers und Jürgen Rüttgers erwies sich die FDP als zuverlässiger Partner. Wie das erfolgreiche Düsseldorfer Beispiel zeigte, stellten christlich-liberale Koalitionen unverändert eine Alternative zu schwarz-grünen Bündnissen dar.

 

Auf der bundespolitischen Bühne

Der Wahlsieg und die Übernahme des Ministerpräsidenamtes in dem bevölkerungsreichsten Bundesland stärkte auch innerparteilich das politische Gewicht von Laschet. Ausgelöst durch die Wahlerfolge der AfD und eigene, bisweilen schmerzhafte Verluste auf allen politischen Ebenen wurden in der CDU nach der Bundestagswahl von 2017 verstärkt Richtungsdebatten geführt. Dabei warnte Laschet seine Partei vor einem Rechtsruck und betonte den Charakter der CDU als Volkspartei der Mitte. „Dass der Markenkern der Christlich Demokratischen Union eben nicht das Konservative ist, sondern dass das christliche Menschenbild über allem steht“, ist eine Position, die er immer wieder betonte.

Als Angela Merkel im Oktober 2018 nach großen Verlusten der CDU bei den Landtagswahlen in Thüringen und Hessen ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur für den Parteivorsitz auf dem bevorstehenden Bundesparteitag in Hamburg ankündigte, wurde Laschet von dieser Entscheidung überrascht. Während die Generalsekretärin der Partei, Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der frühere Vorsitzende der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Friedrich Merz, sofort ihr Interesse für den Parteivorsitz bekundeten, zögerte Laschet und verzichtete schließlich auf eine eigene Kandidatur. Zu groß schien ihm zu diesem Zeitpunkt die Gefahr, bei einer Niederlage auch in Nordrhein-Westfalen beschädigt zu werden, oder im Falle einer Wahl im Schatten der Kanzlerin die drei langen Jahre bis zur nächsten Bundestagswahl zwischen seinen Aufgaben in Düsseldorf und denen in Berlin zu verschleißen.

Anders stellte sich für ihn die Situation im Februar 2020 dar, nachdem Annegret Kramp-Karrenbauer – zermürbt von innerparteilichen Querelen – ihren Rücktritt als Parteivorsitzende erklärte, verbunden mit dem Verzicht auf eine Kanzlerkandidatur. Inzwischen war der Zeitraum bis zur nächsten Bundestagswahl überschaubar, und die Wahlaussichten schienen größer zu sein als zwei Jahre zuvor, zumal es Laschet gelungen war, mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen chancenreichen Kandidaten für eine Teamlösung zu gewinnen. Spahn verzichtete auf eine eigene Kandidatur für den Parteivorsitz, unterstützte vielmehr die Bewerbung von Laschet und sollte dafür zu einem der Stellvertreter des neuen Parteivorsitzenden gewählt werden. Laschet ließ keinen Zweifel daran, dass er im Falle seiner Wahl zum neuen Vorsitzenden der CDU Deutschlands auch für eine Kanzlerkandidatur der Unionsparteien zur Verfügung steht.

 

Beim virtuellen Parteitag der CDU am 16. Januar 2021 wurde Armin Laschet unter Vorbehalt zum neuen Bundesparteivorsitzenden der CDU gewählt. Er setzte sich in einem zweiten Wahlgang gegen seinen Konkurrenten Friedrich Merz mit 521 gegen 466 Stimmen durch.

Für ein verbindliches und rechtssicheres Wahlergebnis wird anschließend eine schriftliche Schlussabstimmung per Briefwahl erfolgen. Am Freitag, den 22. Januar 2021, werden die Stimmen ausgezählt - und am gleichen Tag wird das Ergebnis der Briefwahl verkündet werden.

   

Lebenslauf

  • 18.2.1961        geboren in Aachen-Burtscheid, römisch-katholisch
  • 1979                Mitglied der CDU
  • 1981                Abitur am Bischöflichen Pius-Gymnasium in Aachen
  • 1981–1987      Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn
  • 1983–1987      Studentischer Mitarbeiter beim Bundestagsabgeordneten Hans Stercken in Bonn
  • 1986–1988      Ausbildung zum Journalisten in der Münchner Zeitungsgruppe sowie bei Radio Charivari in München
  • 1987                Erstes juristisches Staatsexamen am Oberlandesgericht Köln
  • 1987–1994      Journalistische Tätigkeit für Radio Charivari, den Bayerischen Rundfunk und weitere Medien in München und Bonn
  • 1987–1988      Wissenschaftlicher Angestellter im Referat Kommunikation beim Bundestagspräsidenten Philipp Jenninger in Bonn
  • 1988–1989      Wissenschaftlicher Angestellter im Referat Kommunikation bei Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth in Bonn
  • 1988–1990      Ständiger Mitarbeiter der Redaktionsgruppe Aktuelles und Report beim Bayerischen Rundfunk in München und Bonn
  • 1989–2004      Mitglied des Rates der Stadt Aachen
  • 1990–1994      Werkvertrag als Wissenschaftlicher Berater der Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth in Bonn
  • 1990–1995      Redakteur und (ab 1991) Chefredakteur der Kirchenzeitung für das Bistum Aachen
  • 1994–1998      Mitglied des Deutschen Bundestages
  • 1995–1999      Verlagsleiter und Geschäftsführer der Einhand-Verlags GmbH, Aachen
  • 1999–2005      Mitglied des Europäischen Parlaments
  • 1999–2015      Lehrbeauftragter des Europastudienganges der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen
  • 2001–2012      Kreisvorsitzender der CDU Aachen
  • 2005–2010      Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, ab 2010 zugleich Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien
  • 2008–2016      Mitglied der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
  • seit 2008         Mitglied im Bundesvorstand der CDU Deutschlands
  • seit 2010         Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen
  • 2010–2012      Erster stellvertretender Vorsitzender und Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen und stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Nordrhein-Westfalen
  • seit 2012         Landesvorsitzender der CDU Nordrhein-Westfalen und stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU Deutschlands
  • 2013–2017      Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Nordrhein-Westfalen
  • seit 2017         Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
  • seit 2019         Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit    

Veröffentlichungen

1. Monografien

  • Rechenschaftsbericht des Bundestagsabgeordneten der Stadt Aachen Armin Laschet 1994–1997, Aachen 1997.
  • Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance, Köln 2009.

 

2. Aufsätze

  • Der Maastrichter Vertrag und die katholische Soziallehre. Gedanken zur Wiederentdeckung der Subsidiarität, in: Ders./Peter Pappert (Hrsg.): Ein Kontinent im Umbruch. Perspektiven für eine europäische Außenpolitik. Festschrift für Hans Stercken, Berlin-Frankfurt am Main 1993, S. 91–103.
  • Plädoyer für eine globale Politik, in: Wolfgang Schäuble/Rudolf Seiters (Hrsg.): Außenpolitik im 21. Jahrhundert. Die Thesen der Jungen Außenpolitiker, Bonn 1996, S. 249–258.
  • Der Euro und die deutsche Seele – Erfahrungen in einer Stimmungsdemokratie, in: Ders./Friedbert Pflüger (Hrsg.): Der Euro und Europa. Karlspreisträger 2002: Der Euro, Monschau 2002, S. 133–146.
  • Die demokratische Kontrolle der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Wie das Europäische Parlament die ESVP transparenter gestaltet, in: Ders./Michael Langer (Hrsg.): Unterwegs mit Visionen. Festschrift für Rita Süssmuth, Freiburg im Breisgau-Basel-Wien 2002, S. 39–409.
  • Die Erweiterung der Europäischen Union – Investition in die Zukunft, in: Oliver Dreute (Red.): Wir in Europa. Ihre Europaabgeordneten aus NRW, Monschau 2004, S. 25–27.
  • Auslandsinvestitionen aus der Sicht der Entwicklungspolitik, in: Rudolf Dolzer/Matthias Herdegen/Bernhard Vogel (Hrsg.): Auslandsinvestitionen. Ihre Bedeutung für Wirtschaftswachstum, Armutsbekämpfung und Rechtskultur, Freiburg im Breisgau-Basel-Wien 2006, S. 24–33.
  • Bildung ist der Schlüssel zur Integration. Integrationspolitik für ein Land neuer Chancen, in: Kommunalpolitische Blätter 58 (2006) 8, S. 16–19.
  • Mehr Bildung, mehr Betreuung, mehr Qualität. Neues Kindergartengesetz in NRW, in: Kommunalpolitische Blätter 59 (2007) 4, S. 8–10.   
  • Europa braucht Integration – Integration braucht Europa, in: Florian Melchert/Fabian Magerl/Katrin Rauer/Micha Kreitz/Fabian Schalt (Hrsg.): Vereinigte Staaten von Europa – Vision für einen Kontinent, Berlin-München 2007, S. 451–462.
  • Migration und Entwicklung – Neue Perspektiven für eine Weltinnenpolitik, in: Ders./Friedbert Pflüger (Hrsg.): Europa und seine Außenpolitik. Karlspreis 2007 an Javier Solana Madariaga, Monschau 2007, S. 77–83.
  • Wenn das Volk schrumpft, in: Ders./Friedbert Pflüger (Hrsg.): Deutschland in Europa. Karlspreis 2008 an Angela Merkel, Monschau 2008, S. 137–144.
  • Grundzüge einer Generationenpolitik am Beispiel Nordrhein-Westfalen, in: Gerhard Naegele (Hrsg.): Soziale Lebenslaufpolitik, Wiesbaden 2010, S. 268–278.
  • Für die Aufsteigerrepublik. Gleiche Chancen – und die Freiheit als Fundament, in: Michael Rutz (Hrsg.): Gerechtigkeit ist möglich. Worauf es in Deutschland und der Welt ankommt, Freiburg im Breisgau-Basel-Wien 2015, S.92–102.
  • Weg von der Betonung der Probleme – hin zu einer Entdeckung der Potenziale. Plädoyer für eine Neuausrichtung der Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa, in: Entscheidung 63 (2015) 3-4, S. 18–19.
  • Wider den Rückzug ins nationale Schneckenhaus. Zehn Thesen zur Zukunft der Europäischen Integration, in: Entscheidung 64 (2016) 5-6, S. 18–19.
  • Schluss mit Zonen unterschiedlicher Sicherheit in Deutschland. Der Fall Amri und die Schlussfolgerungen für unsere Innere Sicherheit, in: Entscheidung 65 (2017) 1-2, S. 10–11.
  • Mehr Europa in Zeiten globaler Herausforderungen, in: Bodo Hombach/Edmund Stoiber (Hrsg.): Europa in der Krise. Vom Traum zum Feindbild?, Marburg 2017, S. 159–166.
  • Integration gestalten. Gesellschaftlichen Zusammenhalt vor Ort fördern, in: Philipp Lerch/Melanie Piepenschneider (Hrsg.): Kommunalpolitik – was uns prägt – was uns eint, Münster 2017, S. 123­–129.
  • Christliches Menschenbild ermutigt zur Gestaltung der Welt, in: Nikolaus Schneider (Hrsg.): Glaube, Liebe, Hoffnung. Die Bibel der Politikerinnen und Politiker, Hamburg 2018, S. 27–31.
  • Innere Sicherheit als Gemeinschaftsaufgabe für Bund, Länder und die Europäische Union: ein Beitrag aus nordrhein-westfälischer Perspektive, in: Jahrbuch des Föderalismus 19 (2018), S. 21–33.
  • Christlich und europäisch denken, in: Michael Kühnlein (Hrsg.): Konservativ?! Miniaturen aus Kultur, Politik und Wissenschaft, Berlin 2019, S. 239–241.
  • Das Erbe der Bonner Republik. Zukunft „made in Nordrhein-Westfalen“, in: Die Politische Meinung 64 (2019) 555, S. 37–41.

 

3. Zeitungsbeiträge

  • Keine Entwicklungshilfe für Minenleger, in: „Die Welt“ vom 15. Oktober 1996.
  • Slowenien gehört in die Nato, in: „Die Welt“ vom 4. Juli 1997.
  • Keine Zeit mehr für Kleinstaaterei, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 25. Juli 1997.
  • Edmund Stoiber will alleine bleiben. Euro bei 3,0 oder 3,1: Die Mathematisierung der deutschen Europapolitik führt in die Irre, in: „Die Zeit“ vom 21. November 1997.
  • Der falsche Kandidat. Die Außenminister der EU – mit Ausnahme Griechenlands – haben empfohlen, der Türkei den Status des Beitrittskandidaten zu geben, in: „Rheinischer Merkur“ vom 10. Dezember 1999.
  • Was tun mit Kohl?, in: „Aachener Zeitung“ vom 27. Januar 2000.
  • Fischer verleiht Integrationsidee Dynamik, in: „Frankfurter Rundschau“ vom 19. Mai 2000.
  • Abstieg in die zweite Liga in letzter Minute aufhalten. Plädoyer für eine starke europäische Sicherheitspolitik, in: „Focus“ vom 14. August 2000.
  • Die CDU muss sich aus der FDP-Fixierung lösen. Die Grünen sind in vielen Punkten eine Alternative zu den Liberalen, in: „Die Welt“ vom 17. Oktober 2002.
  • Ein Bündnis bei Kerzenschein, Romantik und Wein, so sollte es sein. Aber aus der eingetragenen Partnerschaft wurde nichts: Deutschlands schwarz-grüne Liebesleute dürfen sich nicht länger im Keller verstecken, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 6. Juni 2003.
  • Länger beraten als eine Zigarettenpause lang, in: „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ vom 30. Juni 2004.
  • Im „Melting Pott“. Einwanderung und Integration in NRW, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 16. August 2006.
  • Islamisten verletzen Gefühle der Christen, in: „Rheinische Post“ vom 25. September 2006.
  • Wer wegschaut, macht sich schuldig. Besserer Schutz für Kinder in NRW, in: „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom 1. Februar 2007.
  • Deutsche Muslime und der Holocaust, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 19. November 2008.
  • Die dritte deutsche Einheit. Sozialer Aufstieg war ein Leitgedanke der ersten Regierung Konrad Adenauers. In der Bundesrepublik Deutschland mussten damals die Flüchtlinge und die Vertriebenen eingegliedert werden. Nach der Vereinigung Deutschlands vor zwanzig Jahren steht als nächste große Aufgabe die Integration der Mitbürger mit einer Einwanderungsgeschichte an. Gelingen wird das nur, wenn auch für sie in Deutschland Aufstieg möglich ist, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 21. Oktober 2009.
  • Wir müssen jetzt die Politische Union in Europa vollenden. Eine europäische Verfassung ist längst überfällig, in: „Handelsblatt“ vom 22. August 2011.
  • Papa ante portas. Die Papstkritiker im Parlament sind ignorant und kleinkariert, in: „Die Welt“ vom 20. September 2011.
  • Der „Islamische Staat“ würde heute in Damaskus sitzen, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 26. August 2014.
  • Welcher Linksruck? Ein Grund für den Erfolg von Pegida ist angeblich, dass sich die CDU programmatisch nach links bewegt habe. Das ist Unsinn, wie ein Blick auf zehn Politikfelder zeigt, in: „Die Welt“ vom 5. Januar 2015.
  • Der Bund soll die Länder angemessen ausstatten, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 10. November 2017.
  • Schluss mit der Zögerlichkeit, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 7. Dezember 2017.

Literatur

1. Monografien

  • Tobias Blasius/Moritz Küpper: Der Machtmenschliche. Armin Laschet. Die Biografie, Essen 2020.

 

2. Porträts

  • Martin Lohmann: Querdenker mit Charme. Jung, katholisch und engagiert als Politiker in Bonn, in: „Rheinischer Merkur“ vom 15. März 1996.
  • Hans-Jörg Heims: Armin Laschet. Integrationsminister der CDU, liberal und multikulturell, in: „Süddeutsche Zeitung“ vom 19. April 2006.
  • Peter Schilder: Der Minister für Einwanderer. Armin Laschet sorgt in der CDU für Aufsehen, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 14. Juli 2006.
  • Hans-Jörg Heims: Der Spott ist vorbei. Armin Laschet, NRW-Minister für Integration – und Frauen, in: „Süddeutsche Zeitung“ vom 29. August 2006.
  • Gerhard Voogt: Der Kronprinz. Vor einem Jahr war er in der Polit-Szene weitgehend unbekannt – jetzt zählt Armin Laschet (CDU) zu den populärsten Ministern im Landeskabinett, in: „Rheinische Post“ vom 7. September 2006.
  • Reiner Burger: Der Aufstieg des netten Herrn Laschet. Der Minister in Rüttgers‘ Kabinett will Integration zu einem Gewinner-Thema für die CDU machen. Und nebenbei auch die Grünen bezirzen, in: „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ vom 28. März 2010.
  • Der Freundliche. Der CDU-Reformer Laschet bekommt Zustimmung nicht nur von MigrantInnen, in: „Die Tageszeitung“ (taz) vom 28. April 2010.
  • Reiner Burger: Integrator, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 29. Mai 2012.
  • Bernd Dörries: Im vierten Frühling. Als Landeschef und nun Fraktionsvorsitzender ist Armin Laschet der starke Mann der CDU in Nordrhein-Westfalen. Anders gesagt: Nach all den Schlappen der vergangenen Jahre war keiner mehr da, gegen den er verlieren könnte, in: „Süddeutsche Zeitung“ vom 21. Dezember 2013.
  • Wilfried Goebels: Rhetorische Allzweckwaffe. Armin Laschet, Chef der Landes-CDU, legt sich ungern fest. Klar ist nur: Er will Kraft ablösen, in: „General-Anzeiger“ (Bonn) vom 23. April 2014.
  • Kristian Frigelj: Der lange Marsch am Rhein. Armin Laschet, Oppositionschef der NRW-CDU, will den Kampf mit Hannelore Kraft aufnehmen. Friedrich Merz hat er schon ins Team geholt, in: „Welt am Sonntag“ vom 19. Oktober 2014.
  • Fidelius Schmid: Herr Laschet will nach oben. CDU – Oppositionschef Armin Laschet galt als chancenlos. Die Flüchtlingskrise ist sein Thema, aber zugleich auch sein Risiko. Kann er Hannelore Kraft gefährlich werden?, in: „Der Spiegel“ vom 27. Februar 2016.
  • Kathrin Witsch: Der ewig Zweite. Die NRW-CDU sackt in den Umfragen ab. Schuld daran ist allerdings nicht nur der Schulz-Effekt, in: „Handelsblatt“ vom 18. April 2017.
  • Stefan Willeke: „Armin, greif an!“. Der CDU-Politiker Armin Laschet will Ministerpräsident werden, nur der Wahlkampf liegt ihm nicht – Porträt eines ungewöhnlichen Spitzenkandidaten, in: „Die Zeit“ vom 27. April 2017.
  • Reiner Burger: Pechpilz und Glücksrabe. Armin Laschets Karriere stand lange unter keinem guten Stern. Nur wenn es der Union in Nordrhein-Westfalen schlechtging, lief es für ihn gut. Diesmal sieht das anders aus, in: „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 7. Mai 2017.
  • Jan Bielicki: Der Dauerläufer. Wie der CDU-Spitzenkandidat Armin Laschet es schaffte, an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft vorbeizuziehen, in: „Süddeutsche Zeitung“ vom 15. Mai 2017.
  • Miguel Sanches: Der Aufbruch des Armin Laschet. Plötzlich Ministerpräsident: Porträt eines Hoffnungsträgers der CDU. Er könnte die Ausrichtung der Partei bis in die Zeit nach Angela Merkel prägen, in: „Hamburger Abendblatt“ vom 27. Juni 2017.
  • Till-Reimer Stoldt: Regieren auf die rheinische Art. Zum Jahrestag seines Wahlsieges giftet die Opposition, Armin Laschet sei leichtfüßig, kungelfreudig und verplaudert. Da mag was dran sein. Aber der Ministerpräsident hat es damit weit gebracht, in: „Welt am Sonntag“ vom 6. Mai 2018.
  • Kristian Frigelj: Prätorianer der Kanzlerin. Seit einem Jahr ist Armin Laschet NRW-Ministerpräsident. Die Bedeutung des Landes hat er gestärkt – nicht nur als Merkels Verteidiger gegen die Angriffe der CSU, in: „Die Welt“ vom 27. Juni 2018.
  • Till-Reimer Stoldt: Der kann Volkspartei. Plötzlich gilt Ministerpräsident Armin Laschet als ernsthafter Kandidat für die Nachfolge Angela Merkels. Wie konnte es dazu kommen?, in: „Welt am Sonntag“ vom 7. Oktober 2018.
  • Kristian Frigelj: Der Merkel aus NRW. CDU-Vize und Ministerpräsident Armin Laschet als Kanzlerkandidat? Er selbst sieht das durchaus als realistisches Szenario, in: „Die Welt“ vom 22. Juni 2019.
  • Ralf Neukirch: Mann für gewisse Stunden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wird als Kanzlerkandidat gehandelt, in: „Der Spiegel“ vom 22. Juni 2019.
  • Tobias Blasius: Königsmacher oder König, in: „Berliner Morgenpost“ vom 17. Februar 2020.
  • Stefan Willeke: Armin und die Panzerreiter. Seinen Kritikern ist er zu weich, ein Durchwurschtler ohne Profil, eine Merkel als Mann. Warum Armin Laschet trotzdem CDU-Chef und Kanzler werden will – und warum seine Chancen gar nicht mal so schlecht sind, in: „Die Zeit“ vom 12. März 2020.
  • Stephan Hebel: Die Legende vom liberalen Laschet. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident bedient gern auch mal den rechten Rand, in: „Frankfurter Rundschau“ vom 8. August 2020.