Συνεισφορές εκδηλώσεων

Die Große Stadt und der Mensch:

του Angela Borgwardt

Wie muss die Stadt angesichts demographischer und wirtschaftlicher Entwicklung gestaltet werden?

Bericht zur 6. Veranstaltung „Metropolen-Mittag: Gespräche über die Zukunft der Großen Städte“ am 09. März 2005 zum Thema: Staat und Gesellschaft, Politische Kommunikation/Öffentl. Meinung, Kommunalpolitik

Gesprächsteilnehmer: Renate Blank MdB, Mitglied im Bundestagsausschuss für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen; Armand Grüntuch, Architekt; Sigmar Gude, Diplom-Soziologe, Planungsbüro TOPOS; Prof. Dr. Urs Kohlbrenner, Stadtplaner, Landschaftsplaner, Architekt;

Moderation: Dr. Volker Hassemer

Einführend bekundete Hassemer seinen Missmut über die mit der Schrumpfung von Städten verbundene falsche Stimmung, dass Metropolen nicht lebenswert seien. Die Frage müsse lauten, welche gesellschaftliche Funktionen - national wie international - große Städte gegenüber regionalen Zentren besäßen und wie sie - um Zukunft zu haben - organisiert werden sollten.

Um die Städte lebens- und liebenswert zu halten und ihren Wohlstand zu bewahren, müssten sich - so Blank - Stadtviertelgemeinschaften bilden. Dabei sei aber die Entwicklung von Parallelgesellschaften zu vermeiden. Vor weiterem Ausbau werde vor allem die Sanierung stehen.

Gude mahnte, die Hektik aus der Diskussion zu nehmen. Die Städte spiegelten gesamtgesellschaftliche Probleme. Deswegen müsse man die speziellen sozialen Schwierigkeiten in den Vierteln mit ihren spezifischen Gruppen betrachten und quartiersbezogen handeln.

Grüntuch strebte an, der bedauerlichen Zersiedelung des Landschaftsraums gestalterisch individualisierte Wohnungsformen entgegenzustellen, die mehr Lebensqualität in die Städte brächten.

Statt von Schrumpfung zu reden - so Kohlbrenner - , solle man auch bei einem Bevölkerungsrückgang von 30 Prozent wie in den ostdeutschen Städten die Wahlmöglichkeiten, die für die in den Städten Verbliebenen stiegen, und die dadurch eröffneten Spielräume betonen. Als gelungenes Beispiel für neue Lebensformen nannte er Leipzig. Wenn die Landschaft in der Stadt wachse, müssten die Menschen nicht mehr an die Peripherie ziehen. Öffentliche Räume, die untereinander vernetzt sein müssten, würden für zukünftige Stadtplaner eine große Rolle spielen.

Blank setzte sich dafür ein, in den Stadtvierteln ein Gemeinschaftsgefühl zu fördern. Die Bewohner müssten sich wohl fühlen. Das könne durch eine Mischung von Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätzen und nicht störender Industrie sowie durch gute Verkehrsanbindungen und Schulen erreicht werden. Doch fürchtete sie, dass vieles an mangelndem Geld scheitern werde. Die Bundespolitik könne nur die Rahmenbedingungen durch eine Bau-Raumordnung schaffen, die konkrete Umsetzung müsse von den Städten selbst ausgehen.

Zur Frage nach den Kriterien für die Wahl einer Wohnung meinte Gude, dass deren Qualität den Ausschlag gebe. Erst an zweiter Stalle stehe die infrastrukturelle Versorgung mit Schulen, Kindergärten, Einkaufsmöglichkeiten und Parks. Dem widersprach Grüntuch. Aus der Perspektive junger Familien sei das Wohnumfeld, insbesondere der Zugang zu guten Schulen, entscheidend.

Kohlbrenner erläuterte, Städte und Kommunen hätten die Aufgabe, Menschen eine Sicherheit im Sinne von Aufgehobensein durch „räumliche Ordnung“ zu verschaffen. Problematische Zonen zeigten sich beispielsweise in ungepflegten Gehwegen und konzentrierten sich auf Flächen, die keiner nachhaltigen Nutzung unterlägen und sich dem polizeilichen Zugriff entzögen. Bürgerschaftliches Engagement sei mit der Lösung derartiger Phänomene überfordert. Zur Vermeidung solcher Bereiche setzte Blank auf Sanierung, durch die bedarfsgerechte Wohnungen entstehen könnten. Grüntuch äußerte sich skeptisch gegenüber Programmen, die von großen Bürokratien ausgingen, bei denen zu viele Personen an Entscheidungen beteiligt seien. Deswegen plädierte er für umfassende Deregulierung. Auch wenn, wie Hassemer hervorhob, die Chancen, Vorschriften abzubauen, im Moment besonders gut seien, warnte Gude vor pauschaler Deregulierung. Stattdessen müsse man die Bürokratie arbeitsfähig machen. Der Notwendigkeit von Statik und Bauaufsicht sowie Brandschutz stimmte auch Grüntuch zu.

Hassemer meinte, der Stolz auf das eigene Viertel müsse gestützt werden, indem man herausstelle, was die Attraktion des jeweiligen Ortes sei. Ernüchternd setzte Gude diesem Vorhaben regelmäßige Befragungen der letzten zehn Jahren entgegen. Sie zeigten eine geringe Zustimmung hinsichtlich der Identität; gleichzeitig steige aber ein Unsicherheitsgefühl. Deswegen sei es wichtig, dass Verwaltung und Bevölkerung gemeinsam Ziele bestimmten. Kohlbrenner plädierte dafür, besondere Identifikationsmöglichkeiten zu schaffen. Das könnten neben Wahrzeichen auch kleinere Dinge sein, wie z.B. eine Aktion, in der Hundehaufen bunt besprüht wurden. Damit entstünden sogenannte Leuchttürme, mit denen sich ein Viertel von den anderen unterschieden. Menschen hätten Anrechte auf diese Leuchttürme, man müsse Stärken in den jeweiligen Vierteln stärken.

Hassemer warb dafür, dass die Städte sich herausgefordert fühlen sollten, einen Stadtviertelenthusiasmus zu erzeugen. Blank betonte, dass in den jeweiligen Kommunen Bürgervereine gebildet werden sollten, die sich um das Quartiermanagement kümmerten. Doch warnte sie davor, etwas zu verordnen, da alles, was von oben komme, den Widerspruchsgeist der Bürger hervorrufe. Hassemer konkretisierte, dass es nicht um Anordnungen, sondern um Anreize und Ermutigungen zugunsten von Entscheidungen gehe, die für das Gelingen der Gesellschaft nötig seien. Die Städte könnten mehr, als sie brächten, sie genössen eine zu geringe Wertschätzung. Deswegen seien sie gefordert, mit besseren Ideen „mehr Leben in die Bude zu bringen“.

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Ute C. Förschner

Ute C

Referentin Zielgruppenmanagement / Fachadministratorin alphaOffice

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9 Μαρτίου 2005
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