Συνεισφορές εκδηλώσεων

Ein Gespräch mit dem Judentum auf gleicher Augenhöhe?

του Benno Müchler

Dialog der Religionen

Die Reihe "Dialog der Religionen" der Konrad-Adenauer-Stiftung widmete sich 2007 dem Thema Judentum. In dem fast vollbesetzten Bonner Universitätsclub sprach der Augsburger Gemeinderabbiner Dr. Henry G. Brandt über Religion und Erinnerung im Dialog mit dem Judentum; die Schriftstellerin Gila Lustiger (Paris) las aus ihrem deutsch-jüdischen Familienroman "So sind wir".

BONN. Dem Thema „Judentum“ widmete sich am 12. Februar 2007 der vierte Teil der Veranstaltungsreihe „Dialog der Religionen“ der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) im Bonner Uniclub. Anknüpfend an die „Bibel“-Reihe der KAS ist es dabei das Ziel, in wissenschaftlichen Vorträgen, Autorenlesungen und Diskussionen Zeichen der kulturellen und literarischen Verständigung zwischen den Weltreligionen zu setzen.

So stellte der Leiter der Begabtenförderung und Kultur der KAS, Günther Rüther, in seinem Grußwort auch die zentrale Gemeinsamkeit der beiden großen Weltreligionen in den Vordergrund: „Grundlage von Christentum und Judentum ist die Literatur.“ Und damit das Alte Testament. Dieses gemeinsame religiöse Kapital gelte es, in Veranstaltungen wie dieser fruchtbar zu machen.

Die Heilige Schrift als gleiche Basis ja – doch für einen Dialog reiche das angesichts der belasteten deutsch-jüdischen Geschichte noch nicht aus, wie es der Gemeinderabbiner von Augsburg, Henry G. Brandt, formulierte. Neben dem ,aktiven Ruheständler’ Brandt, der unter anderem als langjähriges Mitglied im Gesprächskreis „Christen und Juden“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken tätig ist, war zur Diskussion und Lesung die Schriftstellerin Gila Lustiger gekommen. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Religionswissenschaftlerin Lydia Koelle, Theologieprofessorin an der Universität Paderborn.

Doch zunächst streute der Gemeinderabbiner von Augsburg weiter viele Fragezeichen, in der Hoffnung, dass dadurch in Zukunft der religiöse Dialog endlich anfange. Denn erst wenn allen das jüdische Selbstverständnis klar sei, könne auch ein Gespräch auf gleicher Augenhöhe mit den anderen Religionen geführt werden. Was ist also das Judentum? Gibt es wieder ein deutsches Judentum? Oder „nur“ ein Judentum in Deutschland? Und was macht es aus? Nicht jeder Jude ist gläubig, Volkszugehörigkeit durch Religion somit nicht zwangsläufig der gemeinsame Dynamo des Judentum. Sei es daher also ferner die Schicksalsgemeinschaft, das Hebräische, die zionistische Bewegung oder gar die Literatur, die das Judentum eine? Da es keine zentrale Autorität des Judentums gebe, sei das Verständnis seiner verschiedenen Gesichter so kompliziert, sei eine klare jüdische Identität so schwer zu fassen.

Für die Schriftstellerin Gila Lustiger begann die Suche nach ihrer Identität schon vor ihren Studientagen in Jerusalem: zurück zur Normalität, weg vom Jüdisch-Sein allein durch die „aufoktroyierte Geschichte“. Aufgewachsen in Frankfurt am Main schildert sie in ihrem autobiografischen Roman So sind wir – nominiert für den Deutschen Buchpreis 2005 – das Großwerden unter diesen historischen Zwängen. Die Erzählerin des Romans ringt darum, „normal“ zu sein wie die anderen Mädchen in ihrem Alter – und nicht länger nur jüdisch zu sein durch das Identitätsmerkmal der Shoah. Von der Vergangenheit ihres Vaters Arno Lustiger als KZ-Häftling erfuhr die 1963 geborene Gila Lustiger erst spät. Für die Wahlfranzösin, die heute mit ihrer Familie in Paris lebt, ist „Leben etwas anderes als Überleben“ – im Gegensatz zum Vater, der durch das Sammeln von Zeitungsartikeln versuchte, Ordnung in das Chaos der Vergangenheit zu bringen. Das Rascheln von Zeitungen trage für sie bis heute noch „das Aroma von Männlichkeit und Geheimnis“ – genauso wie sie es in Kindheitstagen stets unsicher machte.

Ob der Weg zur ,Normalität’, frei von der „aufoktroyierten Geschichte“ ein Gespräch mit dem Judentum auf gleicher Augenhöhe ermöglichen kann, war am Ende die Frage. In einigen Aspekten war der „Dialog der Religionen“ im Bonner Uniclub noch ein Monolog über das jüdische Selbstverständnis. Genau das stoße jedoch den Wagen in die richtige Richtung, wie es Gemeinderabbiner Brandt ausdrückte, der auch darauf hinwies, dass der Dialog neben der religiösen eine kulturelle Dimension hat. Der Dialog mit dem Judentum sei deshalb ein Muss, um auf gleicher Augenhöhe mit den anderen Religionen zu sprechen.

Benno Müchler studiert an der Universität Bonn, schreibt für den Bonner General-Anzeiger und ist Stipendiat der Journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung.

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