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Portrait Oguzhan Yaziki

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„Ich bin eigentlich schon viel zu lang auf Toilette“, sagt er grinsend, seinen locker, aber bestimmten Gang nicht verlierend, bevor er noch einmal für 20 Minuten den Saal Nummer 2 im Haus der Bremischen Bürgerschaft betritt. Oguzhan Yazici öffnet die Tür und folgt seinem Drang etwas positiv zu verändern, heute im Finanzausschuss. Der junge Mann in hellblauem Hemd und beigefarbener Hose gehört nicht zu den verbitterten alten Politikern, er ist voller Energie, er passt zum neuen, hellen Landtag Bremens. Als er 2011 das Angebot bekommen hat, für die CDU in Bremen zu kandidieren, lehnt er zunächst ab. Er wollte einen Raum haben, wirkliche Entscheidungen in der Partei zu treffen: „Ich habe das alles nicht gemacht, um den Quotentürken zu spielen.“ Er bekam seinen Raum. Doch 10 Stimmen fehlten ihm für sein Mandat. 2013 dann ist er für Elisabeth Motschmann nachgerückt. Sie schaffte es zu seinen Gunsten in den Bundestag, will aber nun als Bürgermeisterin zurück. Falls sie es schaffen sollte, ist sein Mandat wieder weg. Seine türkischstämmigen Eltern seien aber stolz auf das, was er bisher geschafft hat. „Wer ist dein Vater?“, fragten ihn viele Türken im Straßenwahlkampf, wenn sie Oguzhan nicht kannten. Dessen Vater, von dem er nur lächelnd erzählt, hatte sich durch die vielen muslimischen und türkischen Organisationen, die er in seiner Rolle als Zuwanderer der ersten Generation aufgebaut hatte, einen Namen gemacht und den trägt nun sein Sohn. Der Sohn ist jetzt 37 und Landesvorsitzender des Deutsch‐Türkischen Forums, hat das Iftar‐Mahl in der bremischen CDU zur Tradtion gemacht und betreut nun selbst ehrenamtlich die Jugendgruppe einer muslimischen, jeden Freitag. „Ich bin abends spät zuhause, aber ich habe meiner Frau dafür einen tollen Sommerurlaub versprochen“, sagt er augenzwinkernd. „Es war die richtige Entscheidung, das Angebot der CDU anzunehmen, es ist eine Win‐win‐Situation.“ Nun hofft er nach der Landtagswahl am 10.Mai einen der begehrten Sprecher‐Posten zu ergattern, im Parlament zu bleiben. „Erst am Wahlabend werde ich nervös sein.“

Monika A. Czyz

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