"Beginnen wir mit einem Zitat von Johannes Paul II.: "Die Arbeit ist einer jener Aspekte, die immerwährend und grundlegend sind, die immer wieder aktuell sind und immer wieder neue Aufmerksamkeit und ein entschlossenes Zeugnis verlangen. Denn es stellen sich immer wieder neue Fragen und Probleme, es entstehen immer wieder neue Hoffnungen, aber es gibt auch Ängste und Bedrohungen, die mit dieser grundlegenden Dimension der menschlichen Existenz verbunden sind, aus der das Leben des Menschen jeden Tag besteht, aus der sich seine eigene spezifische Würde ableitet und in der zugleich das unaufhörliche Maß an menschlicher Ermüdung enthalten ist, des Leidens und auch des Unheils und der Ungerechtigkeit, die das soziale Leben in jeder Nation und auf internationaler Ebene zutiefst durchdringen" (Enzyklika Laborem Exercens, Johannes Paul II., veröffentlicht am 14. September 1981 zum 90. Jahrestag der Enzyklika Rerum Novarum).
Auch wenn sich der Begriff der Arbeit in einer immer komplexeren Gesellschaft im Umbruch befindet und einem raschen Wandel unterworfen ist, wird der Mangel an Arbeitsplätzen mit Sicherheit weiterhin im Mittelpunkt der Sorgen der jungen Generation stehen und eine der größten Herausforderungen für die Politik in der nahen Zukunft darstellen. "Und es gibt keine schlimmere materielle Armut - er drängt mich, dies zu betonen - als die, die es uns nicht erlaubt, unser Brot zu verdienen, und die uns der Würde der Arbeit beraubt", lehnt Papst Franziskus ab und stellt genau diese menschliche Würde und die menschliche Person in den Mittelpunkt seiner Sorge. In seinen Predigten verweist er immer wieder auf die ethische und anthropologische Krise der Menschheit, die den Profit über die Menschenwürde gestellt hat, und fordert "ein Umdenken in Sachen Solidarität, nicht mehr nur als einfache Hilfe für die Ärmsten, sondern als globales Überdenken des gesamten Systems, als Suche nach Möglichkeiten, es in einer Weise zu reformieren und zu korrigieren, die mit den grundlegenden Menschenrechten aller Menschen vereinbar ist. Das Wort "Solidarität", das in der Wirtschaftswelt nicht sehr angesehen ist - als ob es ein böses Wort wäre -, muss die verdiente soziale Staatsbürgerschaft erhalten".
Das Dossier dieses Bandes des Politischen Dialogs ist dem Problem der Arbeit in den heutigen Gesellschaften gewidmet. In den verschiedenen Artikeln wird über die soziale, politische und wirtschaftliche Bedeutung der Arbeit unter den gegenwärtigen Bedingungen von Entwicklung und Globalisierung nachgedacht. Wir hoffen, dass die Lektüre der verschiedenen Beiträge zum Verständnis dieses drängenden und politisch schwierigen Themas beiträgt.
Dr. Georg Eickhoff Direktor
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