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Corona Blog Mexiko

нь Hans-Hartwig Blomeier, Ann-Kathrin Beck

Monatsrückblick Juli 2020

Sowohl bei COVID-19-Infektionszahlen als auch bei Todesfällen ist Mexiko Teil der traurigen Spitzengruppe. Auf der Grundlage eines lokal differenzierten Ampelsystems findet sich Mexiko in der „Neuen Normalität“ zurecht, doch es ist weiter Vorsicht geboten. Die Armutsraten steigen, die Wirtschaft ist stark geschwächt, doch die Nationalregierung unternimmt noch immer wenig um Bürger und Unternehmen zu unterstützen.

Während sich in Europa die Sorgen um eine zweite Welle des Coronavirus drehen, steigen in Nord- und Südamerika die Fälle der ersten Welle weiterhin. Mexiko ist Teil der traurigen Gruppe der Spitzenreiter und inzwischen auf Platz 6 der Länder mit den meisten Infektionen und auf Platz 3 mit den meisten Todesfällen weltweit gelandet. Dies bedeutet auch, dass die Sterberate für COVID-Patienten in Mexiko bei über 10% und somit überdurchschnittlich hoch liegt.

Der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador (AMLO) hat inzwischen anerkannt, dass die Pandemie in Mexiko besonders stark wütet. Er und Hugo López-Gatell, Staatssekretär im Gesundheitsministerium, machen insbesondere chronische Krankheiten für die hohe Sterblichkeit verantwortlich. In der Tat sind Fettleibigkeit, Diabetes und Bluthochdruck im Land weit verbreitet, ein systematischer Zusammenhang zwischen diesen Krankheiten und den Todesfällen in Mexiko konnte bisher jedoch noch nicht festgestellt werden. Die COVID-Todesfälle auf den ungesunden Lebensstil Einzelner zurückzuführen, lenkt aber auch von der Verantwortung der Regierung ab, die strukturellen Problemen des mexikanischen Gesundheitssektors zu beheben und mit gezielten Hilfs- und Konjunkturpaketen die Bevölkerung und Unternehmen zu unterstützen. Trotz eines bereits seit Jahren unterfinanzierten Gesundheitssystems und einer extrem schwachen Wirtschaft, die sich bereits seit 2019 in der Rezession befindet, belegt Mexiko Platz 5 der Länder in Lateinamerika, die am wenigsten Mittel für den Kampf gegen die Krise aufwenden, wodurch sich die Problematiken verschärfen und eine Rückkehr zum Normalzustand erschwert wird.

Positiv für die ökonomische Reaktivierung Mexikos kann sich das neue nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA auswirken, das am 1. Juli in Kraft trat. Diese neue Etappe in den Handelsbeziehungen in Nordamerika animierte AMLO zu neuen Schritten: Er begab sich auf die erste Auslandsreise in seinem Amt als Präsident. Für den Flug in die USA nutzte er auch erstmals einen Mund-Nasen-Schutz und ließ sich gleich zweimal auf den Virus testen, was er zuvor entschieden verweigerte. Beim Besuch selbst zeigten sich die beiden Staatsoberhäupter harmonisch, doch schon kurz darauf wetterte US-Präsident Donald Trump wieder gegen Mexiko und machte den südlichen Nachbarn für die steigenden Corona-Fälle in den USA mitverantwortlich. Den ganzen Text können Sie als PDF herunterladen

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