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Nachwahl in Wythenshawe

Автор: Hans-Hartwig Blomeier

Niederlage und Vorgeschmack für die Tories?

Bei der Nachwahl zum Unterhaus in Wythenshawe am 14. Februar kam es zum erwarteten Wahlsieg für den Labour Kandidaten, aber auch zu einem bitteren dritten Platz für die regierende Konservative Partei. Ein Vorgeschmack auf die Europawahlen im Mai?

Bedingt durch den am 7.1.2014 verstorbenen bisherigen Abgeordneten Paul Giggins (Labour), der diesen im Wahlbezirk Wythenshawe (am Südrand von Manchester, ca. 85.000 Einwohner) viermal hintereinander gewonnen hatte, war eine Nachwahl erforderlich geworden.

In diesem traditionell von Labour beherrschten Bezirk setzte sich dann auch erwartungsgemäß der Labour Kandidat Mike Kane mit 55% der Stimmen klar durch. Bei sehr niedriger Wahlbeteiligung (28%) - auch bedingt durch die extrem schlechten Wetterbedingungen – kam dann jedoch der UKIP Kandidat John Bickley wie von den Tories befürchtet klar an zweiter Stelle (18%) vor dem eigenen Kandidaten, dem konservativen, erst 26-jährigen Daniel Critchlow mit 14% der Stimmen. Abgeschlagen an vierter Stelle landete schließlich der liberaldemokratische Kandidat.

Gegenüber der letzten Parlamentswahl im Jahr 2010 konnte Labour um satte +11% zulegen und UKIP katapultierte sich gar von der damals fünften Stelle mit mageren knapp 4% nun mit einem satten Zugewinn von +14% auf den zweiten Platz während die Konservativen ihren zweiten Platz mit einem Verlust von -11% räumen mussten. Die Liberaldemokraten stürzten gar um mehr als 17% auf den fünften Platz ab.

Das Ergebnis dieser Nachwahl liegt im Trend der Nachwahlen seit 2010 und stellt bei genauer Analyse keine große Überra-schung dar. Es verdeutlicht den Aufwind für UKIP (in allen sechs bisherigen Nachwahlen seit 2010 landeten sie an zweiter Stelle, allerdings variierte ihr Ergebnis dabei zwischen 27,8% und 11,8%), den sie nun vor allem auch für die Europawahlen und die Kommunalwahlen im Mai erwarten, wo sie ihre Position ausbauen und damit den Druck vor allem auf die Konservative Partei erhöhen wollen.

Für Labour war der Wahlsieg vorprogrammiert, die Region um Manchester ist eine Labour-Bastion und von daher war dieser unangefochtene Sieg keine Überraschung.

Bei extrem niedriger Wahlbeteiligung von 28% und einer Wahl, bei der die nationalen Mehrheiten nicht zur Disposition standen, ist auch das schwache Abschneiden der Tories (zumal mit einem jungen und relativ uner-fahrenen Kandidaten) keine wirkliche Überraschung.

Trotz einiger individueller Ausnahmen (Finanzminister Osborne in Tatton, Cheshire und Außenminister Hague in Richmond, Noth Yorkshire) schneiden die Tories seit Jahrzehnten im Norden Englands schlechter als im Landesdurchschnitt ab. 2010 waren dies in drei nördlichen Regionen 12% weniger als im restlichen Land. Man muss schon in die 50er und 60er Jahre zurückgehen, um hier ein ausgeglicheneres Wahlergebnis zu finden.

So bemühte sich auch David Cameron um Schadensbegrenzung, indem er das Ergebnis als Signal wertete, dass er und seine Partei zu lesen verstünden, das aber auch als typisches Zwischenwahlergebnis zu bewerten sei. Dies war in erster Linie an seine eigene Partei gerichtet, die mit Sorge auf die Wahlen zum Europaeischen Parlament im Mai blickt, wo ein enges Rennen zwischen Tories und UKIP um den zweiten Platz erwartet wird. Auch hier wird nach allen Umfragen von einem klaren ersten Platz für Labour ausgegangen.

Auch bei der Europawahl ist eine niedrige Wahlbeteiligung zu befürchten (um die 30%) und damit eine gute Chance für Parteien mit Mobilisierungspotential und finanziellen Ressourcen wie dies augenblicklich bei UKIP der Fall ist. Dass Zwischenwahlen auch der Abstrafung einer Regierung dienen, kommt hinzu und ist kein rein britisches Phänomen. Dies war sicher bei dieser Nachwahl ein Faktor und dürfte auch bei der Europawahl eine Rolle spielen.

Allerdings war das Ergebnis auch für UKIP nicht so herausragend wie von ihnen selbsterhofft. UKIP Chef Nigel Farange war von mehr als 20% ausgegangen und hatte sich auch ausgerechnet in Labour-Hochburgen im Norden Englands Stimmen aus diesem Lager hinzugewinnen zu können, was eindeutig nicht eingetreten ist. Seine Zugewinne gehen in erster Linie auf Torie-Verluste zurück.

Dieser Tatbestand wird aber die ohnehin schon herrschende Nervosität bei der Konservativen Partei erhöhen. UKIP wird als Bedrohung gesehen und diese Ergebnisse (eventuelle noch verstärkt durch das Ergebnis im Mai) werden die innerparteiliche Debatte weiter anheizen und die Partei mit Blick auf die Unterhauswahlen im Jahr 2015 vor schwierige Herausforderungen stellen.

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