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Cafe Kyiv 2026

„Die Ukraine ist freiheitsliebend, vielfältig, europäisch!“

Rund 5.000 Gäste, 170 Partnerorganisationen, 120 Veranstaltungen auf elf Bühnen: Unter dem Motto „Freedom Must Win“ fand das vierte Cafe Kyiv am 23. Februar 2026 im Colosseum in Berlin statt. Gäste und Diskutanten aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft füllten die Kinosäle und nutzten die bekannteste Ukraine-Veranstaltung Europas, um über eine europäische und ukrainische Zukunft in Freiheit, Würde und Demokratie zu beraten. Ein Pop-Up Market, Filmvorführungen und Ausstellungen taten ihr Übriges, die ukrainische Kultur an diesem Tag nach Berlin zu holen. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundesaußenminister Johann Wadephul, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Reem Alabali Radovan, Friedensnobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk, die stellvertretende Ministerin für die europäische Integration der Ukraine Ilona Havronska, der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev, Friedenspreisträger Prof. Dr. Karl Schlögel, Grünen-Vorsitzende Franziska Brantner sowie zahlreiche Bundestagsabgeordnete. 

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Seit Beginn des russischen Angriffskriegs unterstützt die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) die Ukraine mit konsequenter politischer Haltung vor Ort in der Ukraine, in Deutschland und der Welt. Das Cafe Kyiv hat sich in diesem Zusammenhang zu der bekanntesten Ukraine-Veranstaltung in Europa entwickelt, in der über politische Strategien, gesellschaftliche Entwicklungen, Sicherheit und Wiederaufbau diskutiert wird. Bei der vierten Ausgabe zeigte sich erneut: Dieses Format ist nicht nur ein Ort des Dialogs und der ukrainischen Kultur, sondern ein Symbol für die europäische Solidarität mit der Ukraine.

 

„Die Ukraine ist freiheitsliebend, vielfältig und europäisch!“ Eröffnung durch Bundeskanzler Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer

Die Veranstaltung wurde von Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der KAS, und Bundeskanzler Friedrich Merz eröffnet. Beide machten deutlich, dass Europas Zukunft und die Zukunft der Ukraine untrennbar miteinander verbunden sind. Die Ukraine verteidige nicht allein ihr eigenes Territorium, sondern zugleich die Grundpfeiler einer freien europäischen Ordnung. „Putin führt einen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine und überzieht die Bevölkerung mit Terrorangriffen. Russland führt den Krieg derzeit mit noch mehr Brutalität als vor vier Jahren“, resümierte Annegret Kramp-Karrenbauer zu Beginn. „Wenn die Ukraine gewinnt, gewinnt Europa und es gewinnt die Freiheit!“

„Russland zeigt keinerlei Friedensbereitschaft“, stellte der Bundeskanzler fest. „Dieser Krieg wird nur enden, wenn Russland ihn nicht mehr finanzieren kann. Deswegen müssen wir die Ukraine in die Lage versetzen, einen dauerhaften und gerechten Frieden zu erreichen.“ Das diesjährige Cafe Kyiv zeige erneut eindrucksvoll: „Die Ukraine ist freiheitsliebend, vielfältig und europäisch!“

Botschafter Oleksii Makeiev zollte Deutschland Respekt dafür, sein neues Rollenbild in Europa angenommen zu haben und Führung zu übernehmen. „Das Cafe Kyiv ist zu einer Institution geworden“, freute sich Makeiev. „Wir Ukrainer haben die Freiheit gewählt und wir werden alles dafür tun, sie zu verteidigen.“

Eva Yakubovska, Co-Vorsitzende des ukrainischen Vereins Vitsche e.V., berichtete von gefallenen Freunden. Trotzdem gebe ihr das Cafe Kyiv Hoffnung: „Heute sehen wir, welche Kraft Café Kyiv freisetzt, wenn wir hier zusammenkommen!“

 

Wiederaufbau der Ukraine: Know-how, Gerechtigkeit und langfristige Verantwortung

In den Panels zum Wiederaufbau wurde deutlich: Aufbau beginnt nicht nach dem Krieg, sondern währenddessen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft erläuterten, welche Modernisierungschancen sich für Infrastruktur, Energie und Industrie ergeben. Europäisches Know-how – von digitalisierter Verwaltung bis zu resilienten Energienetzen – wurde als ein zentraler Faktor genannt.

Eine weitere klare Forderung des Tages war, dass Russland Kriegsreparationen zahlen muss. Ebenso wurde die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte als legitimer und notwendiger Bestandteil eines gerechten Wiederaufbaus diskutiert. Robin Wagener, Bundestagsabgeordneter der Grünen, mahnte in diesem Zusammenhang: „Auf perfekte juristische Bedingungen zu warten, während man einer Macht gegenübersteht, die internationales Recht ignoriert, ist ein Rezept zum Scheitern.“ Mehrfach wurde betont, dass ein demokratischer, wirtschaftlich starker Wiederaufbau der Ukraine ein langfristiger Sicherheitsgewinn für ganz Europa wäre.

 

Europäische Sicherheitsarchitektur: Ukraine als Teil eines neuen Sicherheitsfundaments

Ein zentrales Thema war die Frage, wie eine stabile europäische Sicherheitsarchitektur nach dem russischen Angriffskrieg aussehen kann. Diskutiert wurden Modelle einer engeren sicherheitspolitischen Verzahnung zwischen der EU, der NATO und der Ukraine. Es herrschte Einigkeit darüber, dass die gemeinsame Sicherheit nur zusammen gedacht werden kann.

Auch Szenarien, in denen die USA ihre europäische Schutzgarantie reduzieren, wurden offen angesprochen. „Europa kann die Lücke füllen, die die Amerikaner in der Unterstützung der Ukraine hinterlassen haben“, machte Bundesaußenminister Johann Wadephul deutlich. „Deutschland wird dabei keine Kompromisse machen.“

Leben unter russischer Besatzung: Kriegsverbrechen, Unterdrückung und historischer Kontext

Ein besonders eindringlicher Programmpunkt widmete sich dem Leben in den russisch besetzten Gebieten. Berichtet wurde über dokumentierte Kriegsverbrechen, darunter Folter, willkürliche Inhaftierungen, gezielte Gewalt gegen Zivilpersonen sowie Deportationen ukrainischer Kinder. Hinzu kommen Zwangsrekrutierungen, die gegen internationales Recht verstoßen und ein System der Unterdrückung etablieren sollen.

Vertreterinnen und Vertreter aus Geschichtswissenschaft und Zivilgesellschaft zogen Linien von der zaristischen Expansion über stalinistische Repressionspolitik bis hin zu gegenwärtigen kolonialen Narrativen des Kremls. Die Botschaft war deutlich: Der aktuelle Angriffskrieg ist keine historische Ausnahme, sondern Ausdruck eines langfristigen imperialen Anspruchs, dem man ausschließlich mit Stärke und Klarheit begegnen kann. Bundeskanzler Merz, Außenminister Wadephul und die KAS-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer betonten alle die besondere Verantwortung Deutschlands, da kaum ein Land so unter den Gräueltaten der Nazis gelitten habe wie die heutige Ukraine.

 

Moderne Kriegsführung: Drohnen, digitale Fronten und kognitive Angriffe

Die Ukraine gilt global als Labor für moderne Kriegsführung. Entsprechend intensiv wurde über neue militärische Realitäten diskutiert. Der Drohnenkrieg verändert Gefechte grundlegend: Kleinste, kostengünstige Drohnen entscheiden über Aufklärung, Zielbestimmung und Schutz. Die Ukraine hat hier enorme Innovationskraft entwickelt, die westliche Militärstrategien beeinflusst.

Kognitive Kriegsführung war ein weiterer Fokus: Russland setzt seit Jahren auf gezielte Desinformation, Propaganda und psychologische Operationen, die europäische Gesellschaften destabilisieren sollen. Beispiele aus der EU – von Wahlkampfeinmischungen bis zu orchestrierten Social-Media-Kampagnen – machten deutlich, wie ernst die Bedrohung ist. Dabei wurde betont, dass kognitive Angriffe keine Ergänzung, sondern fester Bestandteil moderner Kriegsführung sind. Das unterstrich Franziska Brantner, Bundesvorsitzende der Grünen: „Hybride Angriffe treffen nicht nur unsere Infrastruktur. Sie destabilisieren Gesellschaft und untergraben das Vertrauen in die Demokratie.“

 

Lage der Ukrainerinnen und Ukrainer in Deutschland

Ein bedeutender Teil des Programms widmete sich den mehr als eine Million ukrainischen Geflüchteten in Deutschland. Diskutiert wurde ihr vorübergehender Schutzstatus, der ihnen Zugang zu Arbeitsmarkt, Bildung und Sozialleistungen ermöglicht, gleichzeitig jedoch für Unsicherheit sorgt, da viele nicht wissen, wie lange sie bleiben können.

Im Hinblick auf die Integration in den Arbeitsmarkt wurden sowohl Barrieren als auch Chancen benannt: Aufwendige Anerkennungsverfahren, Sprachbarrieren und mangelnde Kinderbetreuung bremsen den Berufseinstieg. Gleichzeitig zeigen viele Erfolgsgeschichten, wie hochqualifiziert und engagiert zahlreiche Ukrainerinnen und Ukrainer sind und wie sehr sie den deutschen Arbeitsmarkt bereichern können.

 

Ukrainische Kultur: Vielfalt, Identität und Begegnung

Neben Politik und Sicherheit war auch beim diesjährigen Cafe Kyiv die kulturelle Dimension zentral – ein bewusst gesetztes Zeichen gegen jede Form der Entmenschlichung. Der Pop-Up-Market bot Designerinnen, Künstlern und Handwerksbetrieben aus der Ukraine eine Plattform. Besucherinnen und Besucher konnten Mode, Keramik, Illustrationen und innovative Produktideen entdecken.

Auch das kulinarische Angebot war ein Highlight: Von traditionellem Borschtsch bis zu modernen Interpretationen ukrainischer Gerichte zeigte sich eine lebendige, kreative und offene Kultur, die weit über die oft reduzierten Bilder des Kriegsalltags hinausreicht.

 

Die Ukraine kämpft für unsere Freiheit

Am Ende des Tages stand eine klare Erkenntnis: Das Schicksal Europas ist an das Schicksal der Ukraine gebunden. Was in Kyiv, Charkiv oder Kherson geschieht, bestimmt die Zukunft der europäischen Freiheit. Vom ukrainischen Militär lernen wir, wie moderne Kriegsführung aussieht; von der ukrainischen Gesellschaft lernen wir, was es bedeutet, unter extremen Bedingungen zusammenzuhalten, Widerstandskraft zu entwickeln und demokratische Werte zu verteidigen. „Die Ukraine muss gewinnen!“, sagte Annegret Kramp-Karrenbauer.

 

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