KAS

Interview

KI-Politik in China

Erster Teil der Interviewreihe „Künstliche Intelligenz aus globaler Perspektive“

Jeffrey Ding ist Forscher am Centre for the Governance of AI und ein PhD-Kandidat für Internationale Beziehungen an der Universität Oxford. Im Gespräch mit ihm unterhalten wir uns über Chinas politische Steuerung und Kontrolle beim Einsatz Künstlicher Intelligenz. Es geht um den institutionellen Einfluss bei ethischen Grundsätzen und wie sich die Volksrepublik dabei vom Rest der Welt unterscheidet.

Chinesische Unternehmen erklären, eine stärkere Selbstregulierung vorzunehmen. Dabei setzt aber jeder auf seine eigenen KI-Grundsätze. Es wird daher schwierig sein herauszufinden, welche Gruppe von Grundsätzen wirklich relevant sein wird.

Der Großteil der Arbeit zur KI-Governance in China erfolgt hingegen in den Organisationen, die technische Normen und Standards aufstellen. Ein Teil dieser Arbeit ist zwar kritisiert worden, weil sie Regulierung und Normenerstellung auf dem „kleinsten gemeinsamen Nenner“ liefert. Gleichzeitig könnte dadurch ein Rahmenwerk für eine Form von Regulierung und Governance geschaffen werden, welches auf höherer Ebene Anwendung findet.

Einige Bereiche werden hingegen überhaupt nicht behandelt oder sind tabuisiert, wie beispielsweise die Verwendung von KI zur unverhältnismäßig starken Verfolgung ethnischer Minderheiten in Xinjiang. In anderen Bereichen, wie zum Beispiel dem Verbraucherdatenschutz oder dem Schutz der Privatsphäre gegen Überwachung durch die Regierung, ist die Regulierung in gewissen Zusammenhängen nicht stark ausgeprägt.

Einige der wichtigsten Anwendungen werden an Stellen erfolgen, wo sich öffentliche und private Interessen überschneiden, wie bei intelligenten Städten: Hier geht es nicht nur um Überwachung, sondern auch um flexibles Stromnetzmanagement. In diesem Bereich wird es zwangsläufig zahlreiche öffentlich-private Partnerschaften und Zusammenarbeit geben müssen.

Das gesamte Interview können Sie als pdf-Dokument herunterladen.

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