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Smarterpix / FreeProd

Die zweite Runde der Kommunalwahlen 2026 in Frankreich

Bündnisse und Taktiken im Fokus

Der zweite Wahlgang der Kommunalwahlen 2026 zeigt einmal mehr das wachsende Desinteresse vieler Bürgerinnen und Bürger an lokalen Wahlen. Mit einer geschätzten Beteiligung von rund 57 % [1], deutlich niedriger als 2014 (62,1%), betrachten viele das parteipolitische Geschehen skeptisch oder distanziert. Hinzu kommt, dass die politische Situation seit der Auflösung der Nationalversammlung 2024 bei vielen ein Gefühl von Unsicherheit und Stillstand hinterlassen hat. Vor diesem Hintergrund bleibt offen, ob die Präsidentschaftswahl 2027 die Wählerschaft wieder stärker mobilisieren kann. Für die Parteien gilt erneut: Nach den Wahlen ist vor den Wahlen. Sie müssen die Ergebnisse und die Reaktionen der Wählerinnen und Wähler auf Bündnisse und Allianzen sorgfältig auswerten und diese Erkenntnisse bei der Aufstellung künftiger Kandidaturen für die Präsidentschaftswahlen – auch parteiübergreifend – berücksichtigen.

IMAGO / Sven Simon

Mehr KI für Verteidigung und Resilienz

Impulse für eine agile zukunftsfähige Bundeswehr

Technologische Fortschritte, eine neue Weltlage mit akuter Bedrohung der NATO-Ostflanke, hybride und kognitive Angriffe auf Deutschland und seine Verbündeten sowie veränderte Kommunikationsbedingungen stellen die Bundeswehr vor neue Herausforderungen. Künstliche Intelligenz ist aber nicht nur Treiber bei diesen Entwicklungen, sondern zugleich eine Antwort. Dafür bedarf es einer KI-Strategie, die wesentliche Herausforderungen gezielt adressiert und die Möglichkeiten von KI nach ethischen Richtlinien aktiv nutzt, um effizient abschrecken zu können.

SmarterPix / SynthEx

Die erste Runde der Kommunalwahlen 2026 in Frankreich

Rassemblement National und La France Insoumise auf dem Vormarsch

Die erste Runde der französischen Kommunalwahlen im Jahr 2026 fand in rund 35.000 französischen Gemeinden statt und zeigt eine weitere Verschiebung der politischen Landschaft des Landes. Besonders auffällig ist der Zugewinn zweier Kräfte an den politischen Rändern: des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN) und der linksextremen La France insoumise (LFI). Beide Parteien konnten in zahlreichen Städten deutlich zulegen und scheinen von der wachsenden Unzufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit den traditionellen Parteien zu profitieren. Diese drückte sich auch in der Wahlbeteiligung aus: Je nach Hochrechnung blieben zwischen 41,5 % und 44 % der Wähler der Urne fern – so viele wie nie zuvor außerhalb von Krisenzeiten. Die Wahlenthaltung war besonders hoch in kleinen Gemeinden mit häufig nur einer Wahlliste sowie in sozial benachteiligten Regionen. In Städten mit offenem Wahlausgang wie Paris oder Lyon stieg die Beteiligung hingegen leicht. Trotzdem bestätigt sich im Trend eine sinkende Wahlbeteiligung über die Jahre – und das trotz staatlicher Mobilisierungsversuche. Bemerkenswert ist dabei, dass der Bürgermeister einer Kommune eigentlich die beliebteste politische Figur in Frankreich ist.

Konrad-Adenauer-Stiftung e. V.

Südafrikas Weg zur Inklusion: Erfolge und Grenzen

Inklusion weltweit - aktueller Stand aus Südafrika

Südafrika steht an einem entscheidenden Punkt seiner inklusiven Entwicklung. Rund 5 Prozent der Bevölkerung sind trotz gesetzlicher Fortschritte und wachsender politischer Aufmerksamkeit weiterhin von Bildungs-, Arbeits- und Teilhabebarrieren betroffen. Zugleich zeigen Entwicklungen wie die Anerkennung der südafrikanischen Gebärdensprache und internationale sportliche Erfolge, welches Potenzial entsteht, wenn Barrieren aktiv abgebaut werden. Dialogformate und praxis-orientierte Ansätze zeigen sich als wirksam. Jedoch erfordert die Gewährleistung der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung ein kontinuierliches Engagement aller gesellschaftlichen Akteure.

KAS

„Das ganz Neue Kasachstan“: Reform der Reform

Verfassungs- und Parlamentsreformen in Kasachstan

Die Ereignisse vom Januar 2022 lösten in Kasachstan einen umfangreichen Reformprozess aus, initiiert vom Präsidenten Tokajev. Die Änderungen umfassten im Wesentlichen eine einmalige siebenjährige Amtszeit für den Staatschef, die Etablierung eines Verfassungsgerichts, die Abschaffung der Todesstrafe, die Einführung eines gemischten Wahlsystems für das Parlament sowie eine Reihe von Neuerungen im Bereich der Kommunalwahlen.[i] Ein nationales Referendum legitimierte das „Neue Kasachstan“. Der Name beschrieb nicht nur den Reformprozess, sondern umfasste auch das neue kasachische moderne Staatsverständnis. Knapp sechs Jahre später scheint das „Neue Kasachstan“ selbst reformbedürftig zu sein. Die aktuellen Reformbestrebungen basieren formal auf den Verfassungsänderungen von 2022, unterscheiden sich jedoch in ihrem politischen Schwerpunkt. Während die damaligen Reformen als Reaktion auf eine Legitimations- und Vertrauenskrise konzipiert wurden, liegt der Fokus heute auf Regierungsführung, politischer Kontrolle und langfristiger Stabilität.[ii]

IMAGO / Depositphotos

Spillover in den Südkaukasus?

Was eine weitere Eskalation im Iran-Krieg für Armenien und Aserbaidschan bedeuten könnte

Der US‑israelische Angriff auf den Iran verschärft auch für den Südkaukasus (geo-)politische Risiken. Aserbaidschan ist bislang durch Drohnenangriffe besonders exponiert, doch auch Armenien drohen indirekte Folgen wie Flüchtlingsbewegungen, wirtschaftliche Unsicherheiten und Bedrohungen für Energieinfrastruktur. Europa ist gefordert, da eine Eskalation Rivalitäten verstärken, Partner bedrohen und unsere Energie- sowie Sicherheitsinteressen unmittelbar berühren würde.

IMAGO / ZUMA Press Wire

Parlamentswahlen in Nepal

Wie die Generation Z die politische Landschaft des Landes verändert

Die vorgezogene Parlamentswahl in Nepal am 5. März 2026 markierte eine der bedeutendsten Veränderungen in der politischen Landschaft des Landes seit der Verabschiedung der Verfassung von 2015.[1] Die Wahl folgte auf eine Phase intensiver politischer Instabilität, die durch die von Jugendlichen angeführten GenZ-Proteste im September 2025 ausgelöst wurde und schließlich zum Rücktritt der Regierung des ehemaligen Premierministers KP Sharma Oli führte.[2]

IMAGO / SNA

Kongo-Brazzaville: Vor der Wahl ist nach der Wahl

Die Präsidentschaftswahlen 2026 in der Republik Kongo unter den Vorzeichen der Systemkonkurrenz

Die Republik Kongo nutzt die systemische Konkurrenz zwischen EU, China und Russland, um Handlungsspielräume in Finanzierung, Infrastruktur und Sicherheit zu maximieren. Während die EU in Umwelt- und Transformationsfragen ein natürlicher Partner bleibt, begrenzen Defizite in Rechtsstaatlichkeit, Rechenschaft und Wahlintegrität die Tiefe der Kooperation. China liefert zügig und großvolumig Infrastruktur gegen Ressourcenbindungen; Russland füllt normative Lücken durch einen Souveränitäts- und Nichteinmischungsdiskurs und verankert energie- und sicherheitspolitische Abkommen. Vor den Präsidentschaftswahlen 2026 sind keine politisch systemverändernden Resultate zu erwarten; die strategische Relevanz liegt vielmehr in der Fortsetzung einer autoritär stabilisierten Ordnung, die sich als Garant von Frieden und Entwicklung inszeniert. In dieser Konstellation verschiebt sich für europäische Akteure der Fokus von kurzfristiger Wahlbeobachtung hin zu mittel- und langfristigen Hebeln: grüne Industrialisierung, kritische Rohstoffe und Logistikkorridore, Governance-Safeguards, jugendzentrierte Beschäftigung und ein realistisch kalibrierter Mix aus Prinzipientreue und Pragmatismus.

IMAGO / ZUMA Press Wire

Kolumbien wählt fragmentiertes Parlament

Starkes Abschneiden von Regierungslager und „Uribismo“ mischt die Karten für die Präsidentschaftswahl neu

Die Parlamentswahlen in Kolumbien haben das politische Panorama neu geordnet. Unklare Mehrheitsverhältnisse prägen den neuen Kongress. Die Kolumbianer waren auch aufgefordert, Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen in Vorwahlen zu bestimmen. Hier gewann das Mitte-Rechts-Lager durch das unerwartet gute Abschneiden von Paloma Valencia neuen Schwung. Hinter den Wahlergebnissen steht jedoch weit mehr: ein Land im Spannungsfeld zwischen Reformansprüchen, Sicherheitskrisen und wachsendem Misstrauen gegenüber Institutionen. 

IMAGO / ZUMA Press Wire

Krieg im Nahen Osten

Wie die Staaten der Region auf die Eskalation zwischen Israel und den USA mit dem Iran reagieren

Der amerikanisch-israelische Angriff auf den Iran und die massiven Gegenreaktionen haben die gesamte Region in einen erneuten Ausnahmezustand versetzt. Von Israel über Nordafrika bis zum Golf: Regierungen positionieren sich, Gesellschaften reagieren gespalten, und diplomatische Spannungen wachsen. Eine Übersicht über die politischen Linien, sicherheitspolitischen Risiken und regionalen Dynamiken aus der Perspektive der Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung im Nahen Osten und Nordafrika liefert dieser Bericht.