Wahlen zu den Länderparlamenten seit 1946

Nebenstehend abrufbar sind die Wahlergebnisse der demokratisch gewählten Länderparlamente in der Nachkriegszeit sowie in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Die ersten Landtagswahlen in der britischen und französischen Zone 1946/47

Im Zuge des staatlichen Neuaufbaus der unmittelbaren Nachkriegszeit und der damit verbundenen zahlreichen Länderneugründungen im Verlauf der Jahre 1945/46 finden am 24. November 1946 in Württemberg-Baden und am 1. Dezember 1946 in Bayern und Hessen erste Landtagswahlen im Bereich der amerikanischen Besatzungszone statt.

Ihnen folgen die Briten am 20. April 1947 in den Ländern Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, während die Franzosen erst am 18. Mai 1947 in Süd-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Rheinland-Pfalz demokratisch-legitimierte Landtage wählen lassen und damit den ersten Zyklus von Landtagswahlen auf Länderebene im Herrschaftsbereich der Westalliierten (Ausnahme Saarland) abrunden.

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Landtagswahl Rheinland-Pfalz
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Landtagswahl Niedersachsen
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Landtagswahl Niedersachsen

Die Wahlen vollziehen sich unter den wachsamen und kritischen Augen der alliierten Militärregierungen, die im Rahmen ihrer jeweiligen Lizenzierungspraxis von August bis Dezember 1945 erstmals politische Parteien offiziell wieder zugelassen und seitdem den politisch-gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Wiederaufbau kontinuierlich gefördert hatten. Besonders restriktiv zeigten sich hierbei die Franzosen aufgrund ihres vor dem Erfahrungshintergrund von zwei Weltkriegen gewachsenen erheblichen Sicherheits- und Reparationsdenkens.

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Landtagswahl Nordrhein-Westfalen
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Landtagswahl Nordrhein-Westfalen
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Landtagswahl Nordrhein-Westfalen

Wenn auch der unmittelbare Schrecken des Krieges vorbei war, so waren seine verheerenden Folgen doch noch weithin sicht- und spürbar. Die Plakate, mit denen die neugegründeten politischen Parteien im Verlauf des Wahlkampfs für sich werben, reflektieren das Ausmaß des Leids und der Zerstörungen in eindringlicher Weise. Hunger, Obdachlosigkeit und die Eingliederung von Millionen von Flüchtlingen sind zentrale konkrete Themen. Zugleich wird vor dem dunklen Hintergrund des Elends eine demonstrative Aufbruchsstimmung in eine neue Zeit deutlich. Nationalsozialistischem Nihilismus, Totalitarismus und Militarismus wie Diktatur, Anarchie, Klassen- und Konfessionskampf wird zugunsten von Demokratie, Menschenwürde, Recht und Freiheit eine eindeutige Absage erteilt. Insbesondere auf Seiten der CDU als dem parteipolitischen Novum der Nachkriegszeit wird im Ringen um das bessere wirtschaftspolitische Konzept das Streben nach Wiederaufbau in Frieden und sozialer Gerechtigkeit auf dem Fundament abendländischer christlicher Kultur postuliert.

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Landtagswahl Schleswig-Holstein
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Landtagswahl Schleswig-Holstein