Methodeneinsatz - Auswertungsmethoden

Begegnungen und Diskussionen spielen eine wichtige Rolle in den Seminaren der KAS. Wichtig ist darüber hinaus auch das "Gespräch über das Gespräch", also die Reflexion und Verknüpfung der Erkenntnisse im ganzen Plenum. Beachtet werden sollte nicht zuletzt aber auch, dass die guten Ideen und Gedanken festgehalten, ggfs. zusammengefasst und für einen möglichen weiteren Arbeitsabschnitt zugänglich gemacht werden. Geben Sie allen durch passende Reflexionsphasen die Möglichkeit, das Erlebte methodisch und inhaltlich Revue passieren zu lassen und daraus zu lernen:

  • Wie war's? Was war wichtig? Was ist Ihnen aufgefallen (methodisch oder inhaltlich)?
  • Welche Verbindungen/Verknüpfungen konnten Sie erkennen (zwischen den Vorträgen bzw. Seminarblöcken)?
  • Haben Sie jemanden getroffen, mit dem Sie das Gespräch vertiefen wollen?
  • Haben Sie interessante Geschichten oder Anekdoten gehört, die Sie uns allen mitteilen wollen?
  • Gibt es erste Erkenntnisse oder Ideen?
  • Welche darüber liegende Frage bzw. welches Thema beschäftigt Sie?
  • Was ist aus Ihrer Sicht der nächste Schritt?
Die regelmäßige Überprüfung des Gelernten in einem Seminarablauf hat verschiedene Zielsetzungen:

  • Direkte Rückmeldung für die Teilnehmer,
  • Motivation für die folgenden Runden,
  • Rückmeldung für den Referenten/Leiter, um Arbeitsschritte gegebenenfalls effektiver steuern zu können.
Am Ende einer Veranstaltung stellen sich für Teilnehmer wie Lehrgangsleiter Fragen:

  • Sind die Erwartungen der Teilnehmer erfüllt worden?
  • Hat der Lehrgang etwas für die tägliche Praxis der Teilnehmer gebracht?
  • Existieren weitgehend einheitliche oder unterschiedliche Einschätzungen des Seminarerfolgs?
Auch hier gibt es bewährte und einfache Methoden, um am Ende einer Veranstaltung Bilanz zu ziehen. Rückmeldungen sind dabei besonders für die Seminarverantwortlichen (Hauptamtliche Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung) wichtig, um die Ergebnisse gegebenenfalls bei der Planung künftiger Seminare zu berücksichtigen. Natürlich können die Methoden auch schon im Lehrgangsverlauf, z.B. nach Absolvierung inhaltlicher Teilabschnitte, eingesetzt werden.

Oberstes Ziel ist immer die Qualitätssicherung des Bildungsangebots, wozu vor allem die systematische Kooperation der Tagungsleiter mit den Hauptamtlichen Mitarbeitern der Konrad-Adenauer-Stiftung beiträgt.

1. Blitzlicht

Jeder Teilnehmer erläutert aktuelle Eindrücke und Befindlichkeiten. Erst nach allen „Blitzlichtern“ kann eine Zusammenfassung oder Diskussion folgen.

Tipp: Um die Äußerungen kurz zu halten, erhält jeder Teilnehmer Redezeit bis zum Abbrennen eines Streichholzes.

Tipp: Um Wiederholungen im Sinne von „Ich schließe mich auch meinem Vorredner an“ zu vermeiden, Methodenwürfel einsetzen.

2. Punktabfrage

Rückmeldung der Teilnehmer über Lernerfolg und Zufriedenheit anhand eines Koordinatensystems mit entsprechenden Fragen (von negativ zu positiv formuliert).

Tipp: Diese Abfrage eignet sich besonders dann, wenn durch mit der Abfrage inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden sollen, die in die weitere Arbeit einfließen.

3. Kartenabfrage

Die Teilnehmer formulieren in kurzen Stichworten ihre Rückmeldung auf einer Karteikarte und bewerten sie. Danach werden sie zusammen ausgewertet.

Tipp: Metaplanwand einsetzen; kann mit Punktabfrage kombiniert werden

4. Fragebogen

Anonyme Rückmeldung der Teilnehmer über Lernerfolg und Zufriedenheit nach Abschluss eines Lehrgangs.

5. Gespräch/Gruppenarbeiten

In Rundgesprächen oder inhaltlichen Interessengruppen können gezielt Ergebnisse gesichert und Defizite erkannt werden.

Da sich die Teilnehmer am Anfang eines Lehrgangs nicht kennen, nimmt die Gruppeneinteilung meistens der Tagungsleiter/Dozent vor. Er hat folgende Möglichkeiten dies zu tun: Zufallsgruppen (Geburtstagsgruppen, Losverfahren), Wahlgruppen (z.B. Expertenmethode; nach Erfahrungen).

Reflexionsphasen und Dialoge im ganzen Plenum sind deutlich konzentrierter, erkenntnisreicher und nachhaltiger, wenn sie zeitgleich visuell dokumentiert werden. Zum Beispiel wurde bei dem Jungend-Camp der KAS im Juni 2010 jeweils ein bunter Ball gestaltet. Die Leitfragen waren:

"Wenn wir an x denken, was erfüllt uns dann mit Sorge?"

"Wenn wir an x denken, was stimmt uns hoffnungsvoll, welche Ideen haben wir für eine besonders positive Zukunft?

" Wenn Sie diese Veranstaltung durchführen könnten, was würden Sie anders machen, was genau so?"

Didaktik und Methodik