Zu Beginn der Veranstaltung kündigte Weiland an, dass er mehrere Umfragen für die Schüler vorbereitet habe. Auffällig waren insbesondere die Fragen „Soll es ein Handyverbot für Jugendliche unter 16 Jahren geben?“ und „Wie viele Beiträge postest du am Tag?“, da die Ergebnisse sehr einheitlich ausfielen. Die Mehrheit der Schüler sprach sich für ein Handyverbot unter 16 Jahren aus. Weiland ergänzte, dass ein solcher Ansatz beispielsweise in Australien bereits diskutiert und rechtlich geprüft werde. Zudem zeigte sich, dass kaum Schüler selbst Beiträge posten, was laut Weiland verdeutlicht, dass die meisten Nutzer soziale Medien eher konsumieren als aktiv Inhalte produzieren. Besonders interessant waren die Antworten auf die Frage „Soziale Medien sind für mich…“. Neben Begriffen wie Unterhaltung, Kommunikation und Verbundenheit nannten einige Schüler auch negative Aspekte wie Isolation und Cybermobbing.
Diese kritischen Perspektiven griff Weiland direkt auf. Er betonte die Bedeutung eines sensiblen Umgangs mit persönlichen Daten und erklärte, dass „Daten Gold“ seien. Das Veröffentlichen von Fotos bezeichnete er als potenzielle „Angriffsfläche“. Die Schüler sollten sich daher immer fragen, ob sie ein Bild auch öffentlich in der Stadt zeigen würden, bevor sie es posten. Durch seine berufliche Erfahrung im Datenschutz konnte Weiland diese Gefahren anhand realer Beispiele anschaulich erläutern.
Im weiteren Verlauf wurde der Einfluss sozialer Medien auf politische Prozesse thematisiert. Weiland erklärte, wie Beiträge gezielt eingesetzt werden können, um Meinungen zu beeinflussen, etwa durch Strategien wie „Negative Campaigning“, bei der gezielt negative Aspekte einer Person hervorgehoben werden. Zudem verwies er auf Wahlkämpfe, etwa den von Donald Trump, bei denen Daten wie Kreditkarteninformationen genutzt wurden, um zielgerichtete Werbung zu schalten.
Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung war die Erklärung der Funktionsweise von Algorithmen. Weiland erläuterte, dass soziale Medien Inhalte nicht zufällig anzeigen, sondern nach bestimmten Kriterien „ranken“. Beiträge, die häufig angesehen, geliked, kommentiert oder geteilt werden, erhalten eine höhere Sichtbarkeit. Dadurch entstehen sogenannte „Scores“, die beeinflussen, welche Inhalte Nutzer bevorzugt sehen. Dies führt dazu, dass sich Inhalte wiederholen und Nutzer in einer sogenannten Filterblase bleiben. Weiland betonte daher, wie wichtig es sei, auch Inhalte außerhalb der eigenen Meinung zu konsumieren und Informationen kritisch zu hinterfragen.
Anschließend wurde ein Planspiel durchgeführt, das sich mit einem simulierten Wahlkampf beschäftigte. Die Schüler wurden in Gruppen eingeteilt, die jeweils unterschiedliche Parteien darstellten. Innerhalb der Gruppen gab es verschiedene Rollen: Eine Person fungierte als Influencer, der die Partei unterstützte, eine andere als Teamleitung, die für die Veröffentlichung der Beiträge verantwortlich war, während mehrere „Experten“ die Inhalte erarbeiteten und auf die Parteiprogramme abstimmten. Ziel war es, eigene Social-Media-Beiträge zu erstellen, die die jeweilige Partei möglichst überzeugend präsentieren.
Zur Überprüfung des Verständnisses wurde zudem ein Quiz durchgeführt, in dem die Schüler beispielsweise Social-Media-Plattformen erkennen oder voneinander unterscheiden mussten. In einer anschließenden Besprechungsrunde wurden die erstellten Beiträge anhand von Kriterien wie Personalisierung, Kreativität, thematische Klarheit, Meinungsdarstellung und Hashtag-Nutzung analysiert. Die Schüler konnten die Beiträge anderer Gruppen bewerten und kommentieren. Auf Grundlage des Feedbacks wurden die Beiträge überarbeitet und verbessert.
Ein weiterer wichtiger Punkt war die Auseinandersetzung mit Fake News und sogenannten Deepfakes. Weiland verdeutlichte, wie leicht sich falsche Informationen verbreiten lassen, und appellierte an die Schüler, stets auf Quellen zu achten, Inhalte kritisch zu prüfen und diese nicht unüberlegt weiterzuverbreiten.
In der abschließenden Reflexionsrunde wurden die Schüler gefragt, was sie aus der Veranstaltung mitnehmen und künftig anders machen möchten. Viele nannten ein gestiegenes Bewusstsein für die Gefahren sozialer Medien sowie den vorsichtigeren Umgang mit persönlichen Daten und veröffentlichten Inhalten. Auch rechtliche Fragen, etwa zu Fotorechten von Kindern oder zur Nutzung von Schülerbildern in Form von Stickern, wurden diskutiert.
Insgesamt fiel das Feedback der Schüler sehr positiv aus. Die Veranstaltung vermittelte nicht nur theoretisches Wissen, sondern ermöglichte durch interaktive Elemente wie dem Planspiel einen praxisnahen Einblick in die Mechanismen sozialer Medien und deren Einfluss auf Gesellschaft und Politik.
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