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Leon Fülber
Справаздачы аб імпрэзах

"Demokratie ist stark, sie ist wehrhaft und sie darf sich wehren."

Tag der Konrad-Adenauer-Stiftung 2026 – Stark, frei, handlungsfähig?!

Wie kann Demokratie in Zeiten von Desinformation, Polarisierung und geopolitischen Umbrüchen wehrhaft bleiben? Beim Tag der Konrad-Adenauer-Stiftung diskutierten nationale und internationale Gäste über die Bedeutung historischer Verantwortung, die Lehren aus der Vergangenheit und die Frage, wie Freiheit, Sicherheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt auch künftig bewahrt werden können. Dabei stand insbesondere das 50-jährige Bestehen des Archivs für Christlich-Demokratische Politik im Mittelpunkt.

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Sicherheitsordnung im Wandel

„Auch wir in Deutschland und in der Konrad-Adenauer-Stiftung sind täglich Ziel russischer hybrider Angriffe.“ Mit diesen eindringlichen Worten eröffnete Dr. Mark Speich, Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung, den Tag der KAS 2026. Er verwies damit auf eine Herausforderung, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Veranstaltungstag zog: die Frage, wie Demokratien in einer zunehmend konfliktreichen Welt ihre Freiheit, Handlungsfähigkeit und Widerstandskraft bewahren können.

Wie aktuell diese sicherheitspolitischen Herausforderungen sind, verdeutlichte auch die schwedische Botschafterin Veronika Wand-Danielsson in der anschließenden Paneldiskussion mit Julieta Altieri, Vertreterin der Stadt Buenos Aires, und dem Jugendoffizier der Bundeswehr Robin Bräuer. Mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erklärte sie: „Der russische Angriffskrieg hat uns gezwungen, der NATO beizutreten.“ Ihre Aussage machte deutlich, wie tiefgreifend sich die europäische Sicherheitsordnung in den vergangenen Jahren verändert hat und weshalb die Stärkung demokratischer Gesellschaften heute wichtiger denn je ist.

Junge Stimmen für starke Demokratien

Der Vormittag stand im Zeichen des Jugendpolitiktags. Nach einem Eröffnungspanel zur Zukunft demokratischer Gesellschaften vertieften die Teilnehmenden zentrale Fragen internationaler Sicherheit, des Völkerrechts, gesellschaftlicher Resilienz und demokratischer Entwicklungen in Lateinamerika in verschiedenen Workshops. Hanna Schönlau und Leonardo Pereira von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen führten die Teilnehmenden in internationale Entscheidungsprozesse ein. Dabei wurde deutlich, welche konkrete Bedeutung internationale Regeln für Frieden und Sicherheit haben. „Die Regeln des Völkerrechts scheinen teilweise hochtechnisch, aber haben ganz konkrete globale Wirkung“, betonte Hanna Schönlau.

Nach der Auswertung der Workshop-Ergebnisse rückte die Preisverleihung des Fotowettbewerbs #NurZusammenLäufts den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den Fokus. In ihrer Laudatio für den ersten Platz betonte die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva-Maria Welskop-Deffaa: „Nicht die Einschränkung steht im Vordergrund, sondern der Mensch mit seinen Fähigkeiten.“ Damit brachte sie den Gedanken des Wettbewerbs auf den Punkt, der Vielfalt, Teilhabe und die verbindende Kraft gesellschaftlichen Engagements sichtbar machen wollte.

Geschichte bewahren, Zukunft gestalten

Den Schwerpunkt des Nachmittags bildete das 50-jährige Jubiläum des Archivs für Christlich-Demokratische Politik (ACDP). In seinem Grußwort würdigte Staatsminister Philipp Amthor MdB die Arbeit des Archivs als unverzichtbaren Beitrag zur politischen Kultur Deutschlands. „Geschichte ist politisch. Aber Geschichte darf nicht politisch instrumentalisiert werden“, betonte Amthor. Mit Blick auf gesellschaftliche Polarisierung, Desinformation und den Missbrauch historischer Narrative warb er für mehr historische Resilienz. Geschichtswissenschaft sei dabei mehr als die Beschäftigung mit der Vergangenheit. Als Reflexionswissenschaft helfe sie, historische Entwicklungen einzuordnen und Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen. Dabei griff Amthor ein bekanntes Zitat Helmut Kohls auf: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.“

Im Anschluss rückte die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, die Bedeutung historischer Erinnerung für die Demokratie in den Mittelpunkt. Am Beispiel der Gründung des Archivs erinnerte sie daran, dass dessen Entstehung Anfang der 1970er Jahre eng mit dem Anspruch verbunden war, die Geschichte der Christdemokratie wissenschaftlich zu dokumentieren und dauerhaft zugänglich zu machen. „Der Blick in die Geschichte hilft uns zu verstehen, was uns eigentlich ausmacht und was wir davon in die Zukunft mitnehmen“, sagte sie. Heute sei diese Aufgabe aktueller denn je. Archive bewahrten nicht nur Dokumente, sondern stifteten Orientierung in Zeiten wachsender Unsicherheit. Angesichts gezielter Versuche autoritärer Akteure, Geschichte umzudeuten und historische Fakten zu verfälschen, komme ihnen eine zentrale demokratische Funktion zu. Besonders eindringlich verwies Kramp-Karrenbauer auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine: „Der Krieg in der Ukraine ist nicht nur ein Krieg gegen Menschen. Es ist ein Krieg gegen das kulturelle Gedächtnis einer Nation.“

 

Archive als Pfeiler demokratischer Erinnerungskultur

Auch in der anschließenden Podiumsdiskussion standen die Herausforderungen historischer Aufarbeitung in Zeiten politischer Konflikte im Mittelpunkt. Unter der Moderation von Dr. Christine Bach diskutierten Prof. Dr. Ulrike Höroldt, Direktorin des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz, Dr. Anke Giesen vom Vorstand von Memorial Deutschland sowie Dr. Michael Borchard, Leiter der Wissenschaftlichen Dienste der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die Diskussion machte deutlich, dass Archive weit mehr sind als Orte der Aufbewahrung. Sie ermöglichen Transparenz, Nachprüfbarkeit und wissenschaftliche Forschung und bilden einen wichtigen Pfeiler demokratischer Gesellschaften. Dabei sind Archive selbst unterschiedlichen Bedrohungen, wie physischen Angriffen in Kriegsgebieten oder digitale Gefahren, ausgesetzt. Michael Borchard unterstrich die Tragweite dieser Angriffe: „Auch Angriffe auf unsere Archive sind völkerrechtswidrig. Denn sie bedeuten auch einen Angriff auf die nationale und die persönliche Identität.“

Besondere Aufmerksamkeit galt der Arbeit von Memorial und der Aufarbeitung sowjetischer Repressionen. Zugleich richtete sich der Blick auf die Situation in Russland, wo unabhängige Formen der Erinnerungskultur zunehmend unter Druck geraten. Die Diskussion machte deutlich: Historische Forschung und demokratische Erinnerungskultur sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen geschützt und immer wieder neu verteidigt werden.

Die Kraft der bürgerlichen Mitte

Zum Abschluss richtete sich der Blick wieder stärker auf die aktuellen politischen Herausforderungen. In ihrer Begrüßung warb die Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer, für mehr Vertrauen in die Stärke demokratischer Institutionen. Angesichts wachsender gesellschaftlicher Verunsicherung und zunehmender Polarisierung dürfe die Demokratie nicht kleinmütig werden. „Demokratie ist stark, sie ist wehrhaft und sie darf sich wehren“, betonte sie und verwies darauf, dass Freiheit und demokratische Ordnung keine Selbstverständlichkeiten seien, sondern vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger lebten.

Anschließend diskutierten der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, und die Präsidentin des ungarischen Parlaments, Ágnes Forsthoffer, unter der Überschrift „Stark, frei, handlungsfähig: Demokratien und die Kraft der bürgerlichen Mitte“ über die Zukunft demokratischer Ordnungen und die Bedeutung politischer Teilhabe. Moderiert wurde das Gespräch von Miriam Hollstein. In seiner Keynote betonte Frei, dass Demokratien ihre Stärke gerade in Krisenzeiten unter Beweis stellen müssten, denn seien Freiheit, Sicherheit und Wohlstand keine Selbstverständlichkeiten. „Es ist unsere Aufgabe, zu beweisen, dass unsere liberale Demokratie in der Lage ist, all diese Herausforderungen zu bewältigen“, erklärte er. Demokratie müsse Antworten auf die Sorgen der Menschen geben und ihre Handlungsfähigkeit immer wieder neu beweisen. Zugleich warnte Frei vor einer zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft, durch die der für demokratische Systeme unverzichtbare Kompromiss an Wert verliere. „Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Basis unseres Lebens sind nichts, was man einmal baut und dann für immer hat“, betonte Frei. Es sei die Aufgabe jeder Generation, Freiheit und demokratische Institutionen zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Auch Ágnes Forsthoffer hob die Bedeutung aktiver Bürgerbeteiligung hervor. Politische Teilhabe dürfe sich dabei nicht allein auf Wahlen beschränken, sondern müsse durch neue Formen des Dialogs und der Mitwirkung ergänzt werden. „Die Demokratie wird dann stark, wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie selbst einen Unterschied machen können“, erklärte sie. Damit schlug sie den Bogen zu einem zentralen Gedanken des gesamten Tages: Demokratie lebt vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger. So braucht es neue Formen der Beteiligung und einen kontinuierlichen Dialog zwischen Politik und Gesellschaft. Ziel müsse es sein, das Vertrauen der Menschen in die Demokratie langfristig zu stärken und zu erhalten.

Verantwortung für die Demokratie von morgen

Der Tag der KAS 2026 zeigte eindrucksvoll, dass Demokratie nicht allein von Institutionen lebt, sondern auch von Erinnerung, Wissen und historischer Verantwortung. Das 50-jährige Bestehen des Archivs für Christlich-Demokratische Politik bot dabei nicht nur Anlass zum Rückblick, sondern auch zur Auseinandersetzung mit einer hochaktuellen Frage: Wie kann eine demokratische Gesellschaft in Zeiten von Desinformation, Polarisierung und autoritären Herausforderungen ihre Widerstandskraft bewahren? Die Antwort des Tages fiel klar aus: Wer Demokratie gestalten will, muss ihre Geschichte kennen, ihre Werte verteidigen und Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen.

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Кантакт

Susanne Kophal

Susanne Kophal
Leiterin Eventmanagement
susanne.kophal@kas.de +49 30 26996-3216

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